Montag, 24.03.2008

2. Liga

Köln zittert sich auf Aufstiegskurs

München - Vier Eigentore, drei Platzverweise und heftige Schiedsrichter-Schelte - in der 2. Liga war einiges los.

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© Getty

Oliver Neuville bewahrte Borussia Mönchengladbach im Aufstiegsrennen vor einer Niederlage. Der Nationalstürmer sicherte dem Spitzenreiter durch sein Ausgleichstor (79. Minute) am Ostermontag im West-Derby bei Alemannia Aachen ein verdientes 1:1 (0:1)-Unentschieden. Vor 20.200 Zuschauern auf dem ausverkauften Aachener Tivoli hatte Marius Ebbers die Alemannia (3.) in einer hochklassigen Partie früh in Führung geschossen.

"Wir haben keine Teams, die die Liga dominieren. Auch bei uns fehlt es an Souveränität und Gelassenheit", fasste Trainer Christoph Daum vom 1. FC Köln den 25. Spieltag zusammen, der am Gerangel um die Aufstiegsplätze nichts geändert hat.

Hinter Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach, der am Montagabend auf dem Aachener Tivoli zu Gast ist, sowie 1899 Hoffenheim und dem FSV Mainz 05, die sich im Spitzenspiel am Sonntag mit 1:1 trennten, klopfen noch fünf Mannschaften an die Tür zur ersten Liga.

Köln zurück im Aufstiegsrennen

Als Gewinner des Spieltags meldete sich Köln mit dem 2:1-Zittersieg über den SV Wehen Wiesbaden als Tabellenvierter im Aufstiegsrennen zurück.

Dagegen ließ die Konkurrenz wichtige Punkte liegen. Die SpVgg Greuther Fürth erlitt beim 0:1 in Jena einen überraschenden Rückschlag, der SC Freiburg büßte beim 2:2 in Aue zwei wertvolle Zähler ein und der TSV 1860 München beendete beim 1:3 in Koblenz mit zwei Selbsttoren seine Aufstiegsträume.

"Das stinkt mir, wenn man so billig die Punkte herschenkt", wetterte Löwen-Trainer Marco Kurz nach der kuriosen Pleite in Koblenz, wo die Eigentore von Markus Thorandt und Gregg Berhalter das vogelwilde Abwehrverhalten der seit sechs Spielen sieglosen Münchner auf die Spitze trieben.

Koblenz schaut nach vorne

Koblenz schnuppert nach drei Siegen hintereinander an den Aufstiegsrängen. "Der Abstieg ist endgültig abgehakt, wir schauen jetzt nach vorne", sagte Routinier Fatmir Vata.

Köln blieb im neunten Heimspiel in Serie ungeschlagen, doch das RheinEnergieStadion war für Daum wieder eine "Folterkammer".

Dank des großartigen Torwarts Faryd Mondragon, der einen Foulelfmeter von Ales Kokot im zweiten Anlauf parierte, und der Traumtore von Rode Antar und Nemanja Vucicevic konnte der FC-Coach nach bangen Schlussminuten aufatmen.

"Uns ist ein Punkt geklaut worden"

Wehens Coach Christian Hock, der nach 63 Minuten wegen Meckerns von Schiedsrichter Manuel Gräfe erstmals in seiner Trainerkarriere auf die Tribüne geschickt worden war, ging auch noch nach der Partie auf den Referee los: "Er hat zu 90 Prozent gegen uns gepfiffen. Uns ist ein Punkt geklaut worden."

Marko Kopilas, Abwehrchef der zuvor in acht Auswärtsspielen ungeschlagenen Wehener, sah zehn Minuten vor Spielende wegen einer Notbremse die Rote Karte.

Glatt Rot bekam auch Fürths Stürmer Bernd Nehrig, Trainer Bruno Labbadia beklagte aber mehr das womöglich entscheidende Manko seiner Mannschaft:

"Wir haben keine gestandenen Spieler, die Verantwortung übernehmen." Nervenstark präsentierte sich Hoffenheim, das nach sieben Siegen hintereinander erstmals Punkte einbüßte, aber seit acht Spielen ungeschlagen ist.

"Das macht mich stolz"

"Wie die Mannschaft zurückgekommen ist, das macht mich stolz", erklärte Trainer Ralf Rangnick. Nach Radek Spilaceks (70.) Eigentor bewahrte Demba Ba (83.) den Dorfklub vor der ersten Rückrundenniederlage.

Im Abstiegskampf sorgte nicht nur das Eigentor des Osnabrückers Thomas Cichon am Donnerstag gegen St. Pauli für Wirbel, sondern auch die Leistung des Berliner Schiedsrichters Felix Zwayer in Aue.

"Seit Wochen werden wir richtig benachteiligt. Heute wurden uns zwei klare Elfmeter verwehrt. Wenn man uns in der Liga nicht haben will, dann soll man es uns sagen", schimpfte Aues Trainer Roland Seitz nach dem 2:2 gegen Freiburg.


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