Zeit für Euphorie?

Von SPOX
Der Hamburger SV verkündete am Donnerstagmorgen den großen Deal mit Investor Kühne
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Und sonst noch?

Ein wenig Trotz und Zweckoptimismus kann nicht schaden in diesen Tagen. Der HSV hat in Dubai versucht, sich den nötigen Feinschliff für eine ebenso strapaziöse wie aufreibende Rückrunde zu erwerben.

Nicht immer ist es so geglückt, wie Trainer Joe Zinnbauer sich das wohl vorgenommen hatte. Im letzten Test gegen den englischen Meister Manchester City jedenfalls kassierte der HSV am Mittwochabend kurz vor der Heimreise eine 0:2-Niederlage.

Kein optimales Ergebnis für den vorletzten Härtetest, das findige Beobachter aber sofort auf einen positiven Aspekt einer bislang eher missratenen Saison aufmerksam machte: Die Gegentore durch Stevan Jovetic und Edin Dzeko waren die ersten in dieser Spielzeit gegen einen aktuellen Champions-League-Teilnehmer.

In den Bundesligaspielen gegen die Bayern (0:0), gegen Dortmund (1:0), gegen Leverkusen (1:0) und auf Schalke (0:0) blieb der HSV tatsächlich ohne Gegentor - was dann auch schon auf einen der wenigen Lichtblicke bisher Rückschlüsse zulässt. Die Defensivbewegung hat sich unter Zinnbauer deutlich stabilisiert.

19 Gegentreffer nach der Vorrunde sind ein sehr guter Wert. In der Vorsaison hatte der HSV zum gleichen Zeitpunkt bereits doppelt so viele Tore kassiert. Die lediglich neun erzielten eigenen Tore dienten als Anlass, besonders im Trainingslager an den offensiven Abläufen zu arbeiten. Da war zumindest der Plan. Aber wie so oft kam es beim Hamburger SV mal wieder etwas anders.

Trotzdem kann Boss Beiersdorfer den Rückrunden-Start plötzlich kaum noch erwarten: "Wir sind super motiviert, das Spiel gegen Köln hat es in sich. Wenn wir das gewinnen, haben wir gute Chancen, in Paderborn etwas zu holen. Mein Ziel: Sieben Punkte, aber auch gern neun aus den ersten drei Spielen."

Beiersdorfer kann jedenfalls schon auf sehr erfolgreiche Tage zurückblicken. Bis tief in die Nacht habe er jeden Tag gearbeitet, in Dubai die letzten Sequenzen des Kühne-Deals bestritten und nebenbei auch bei einem anderen wichtigen Partner Punkte gesammelt.

"Die Gespräche in Dubai waren sehr gut, darauf lässt sich aufbauen", sagte Volker Greiner, Europa-Chef von Hauptsponsor Emirates, am Donnerstag. Das Testspiel gegen Manchester City, ebenfalls von der Fluggesellschaft bestens alimentiert, war ein zusätzliches Zugeständnis an den potenten Geldgeber.

Der hatte sich vor einigen Wochen noch sehr kritisch dem HSV gegenüber gezeigt. "Die sportliche Leistung muss stimmen. Zweite Liga ist eher nichts für uns, denn auch als Airline fliegen wir in der ersten Liga", sagte Vizechef Thierry Antinori dem "Handelsblatt" damals. Im Sommer läuft der Vertrag mit der Airline aus. Derzeit stehen die Chancen wieder etwas besser, dass es doch zu einer neuerlichen Verlängerung kommt.

Seite 1: Die Kühne-Situation

Seite 2: Die schwierige Transferlage

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