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NBA

NBA Playoffs: Machtdemonstration! Golden State Warriors zerlegen Memphis Grizzlies in alle Einzelteile - Sorgen um Ja Morant

Von Robert Arndt
Stephen Curry war mit 30 Punkten Topscorer der Golden State Warriors.

Mit einer grandiosen Vorstellung haben sich die Golden State Warriors die 2-1-Serienführung in den NBA-Playoffs geschnappt. Nach einem teils fahrigen ersten Viertel überrollten die Warriors hilflose Memphis Grizzlies und siegten mit 142:112. Bei Memphis verletzt sich Ja Morant in der Schlussphase.

Die drei Guards der Warriors waren erneut nicht zu stoppen, Stephen Curry (30, 7/14 FG, 14/14 FT), Jordan Poole (27, 11/17, 3/5 Dreier) sowie Klay Thompson (21, 8/13, 9 Rebounds) erzielten zusammengerechnet 78 Punkte, dazu überzeugten auch Andrew Wiggins (17, 7/10) und Otto Porter Jr. (13, 5/7, +30), sodass die Partie schon drei Vierteln entschieden war, auch wenn einige Starter noch eine Weile auf dem Feld blieben.

Die Grizzlies zeigten in der Defensive ohne ihren besten Guard-Stopper Dillon Brooks (gesperrt) eine desaströse Vorstellung. Steven Adams stand nach seiner Corona-Infektion zwar wieder zur Verfügung, kam aber erst in der Garbage Time zum Einsatz. Ja Morant erzielte 34 Zähler (13/21 FG, 4/7 Dreier), verteilte 7 Assists und holte sich 3 Steals, vom Rest der Grizzlies kam aber wenig. Jaren Jackson Jr. (15, 4/8 Dreier) begann stark, tauchte aber später komplett ab. Desmond Bane verbuchte 16 Punkte (5/10).

Zu allem Überfluss verletzte sich Morant auch noch im vierten Viertel am Knie, noch gibt es keine Diagnose beim Star der Grizzlies. Im Nachgang wurde fleißig darüber diskutiert, von Seiten der Grizzlies wurde Poole Absicht unterstellt.

Warriors-Coach Steve Kerr brachte etwas überraschend Rookie Jonathan Kuminga als Starter für Poole, die ersten Akzente setzten aber die Gäste. Memphis versenkte sechs Dreier in den ersten fünf Minuten (2x Morant und JJJ), während die Warriors teils fahrig mit dem Ball umgingen. Curry musste den Ball gegen defensiven Druck immer wieder abgeben. Das schuf Platz für andere, alle acht eingesetzten Spieler hatten nach einem Viertel mindestens ein FG. Curry war der Letzte, sein Dreier war der Schlusspunkt des Abschnitts, die Grizzlies führten da aber noch mit 28:26.

Warriors-Show nach schwachem ersten Viertel

Die Gäste blieben in den Minuten ohne Morant erschreckend zahnlos (17:5-Run der Dubs), während die Warriors beinahe alles trafen, wenn sich nicht einen Turnover begingen. Doch auch mit Morant hatten die Grizzlies gegen die Zonenverteidigung der Gastgeber große Schwierigkeiten, während bei Golden State weiter alles fiel. Selbst Porter Jr. netzte mal wieder einen Dreier. Und auch Wiggins überzeugte, kurz vor der Pause besorgte der Kanadier mit einem And-1-Dunk eine zweistellige Führung. Den Schlusspunkt setzte aber Morant mit einem Halfcourt-Shot mit dem Buzzer. Golden State führte so nur mit 64:57.

Nach dem Wechsel machten die Dubs aber da weiter, wo sie aufgehört hatten. Thompson traf zwei schnelle Dreier, Curry riss mit Penetration Lücken. Ein 18:4-Lauf in den ersten gut vier Minuten sorgte schnell für klare Verhältnisse. Es war eine Machtdemonstration der Warriors, Thompson traf nun selbst einbeinige Dreier und Golden State bekam in fast jeder Possession einen guten Wurf. Schon nach drei Vierteln waren die 100 Punkte geknackt und so steuerte bereits zu diesem Zeitpunkt die Partie auf die Garbage Time zu (101:80).

Noch blieben die Starter aber drauf und so konnte sich Poole noch ein wenig austoben. Der Guard machte 9 Zähler am Stück, darunter auch ein krachender Dunk. Kyle Anderson holte sich wenig später nach zwei technischen Fouls noch eine Ejection ab, wenig später kamen dann endgültig die Reservisten beider Teams.

Die wichtigsten Statistiken

Golden State Warriors (3) - Memphis Grizzlies (2) 142:112 (BOXSCORE), Serie: 2-1

  • Dass die Warriors zur Pause nur mit 7 Punkten führten, hatten sie sich selbst zuzuschreiben. Als Team trafen die Dubs in den ersten 24 Minuten stattliche 70,3 Prozent aus dem Feld. Die Grizzlies griffen sich gerade einmal 9 Defensiv-Rebounds. Die Warriors leisteten sich aber auch 14 (!) Ballverluste in der ersten Halbzeit, das darf so eigentlich nicht passieren.
  • Und es wurde auch besser, im dritten Viertel spielten die Dubs beinahe fehlerfrei (der erste Ballverlust kam nach 9 Minuten). Golden State gewann den Abschnitt mit 37:23, auch wenn sie "nur" 56,5 Prozent aus dem Feld trafen. Das Guard-Trio aus Curry, Thompson und Poole verbuchte alleine 26 Zähler und damit mehr als alle Grizzlies zusammen.
  • Am Ende standen die Warriors bei 63,1 Prozent aus dem Feld (53/84), das wurde in der Playoff-Historie nur elfmal überboten. Den Rekord halten weiter die Celtics, die 1990 gegen die Knicks 67 Prozent versenkten. In Sachen True Shooting (76,1 Prozent) war es dennoch ein Playoff-Bestwert, wenn man die Bubble von Orlando ausklammert. Erst wenige Tage zuvor hatten die Phoenix Suns in Spiel 2 gegen Dallas den Rekord gebrochen (75,7).
  • Memphis' größte Stärke kommt in dieser Serie weiter nicht zur Geltung, vermutlich auch weil mit Steven Adams der beste Rebounder aus der Rotation gefallen ist. Zum dritten Mal verloren die Grizzlies das Duell unter den Brettern (29:38), sieben Offensiv-Rebounds waren auch viel zu wenig, wenn Golden State so gut trifft wie an diesem Abend.
  • Jonathan Kuminga schrieb ebenfalls Geschichte. Mit 19 Jahren und 213 Tagen ist der Rookie der jüngste Spieler der NBA-Historie, der je in einem Playoff-Spiel starten durfte. Der Forward spielte letztlich nur 17 Minuten und polsterte sein Punktekonto in der Garbage Time noch ein wenig auf. 18 Zähler (8/10) können sich aber sehen lassen. Kuminga löst übrigens Thaddeus Young ab, der 2008 für die Sixers knapp 100 Tage älter als der Warriors-Flügelspieler war.

Der Star des Spiels: Andrew Wiggins

An dieser Stelle kann eigentlich jeder Warriors-Akteur stehen, wir wählen hier aber Wiggins, der sein bestes Spiel dieser Postseason machte. Nicht nur machte er es Morant so schwer wie nur möglich, sondern war auch offensiv sehr aktiv. Beide Dreier fielen, dazu bewegte er sich immer wieder gut und lief kluge Cuts. Sein Dunk, als er Brandon Clarke im Stile von LeBron James an sich abprallen ließ, war ein echtes Highlight.

Der Flop des Spiels: Brandon Clarke

Die Warriors schafften es erneut, seine Produktion am offensiven Brett einzudämmen. So hatte Clarke erneut einen schweren Stand und wurde deshalb vom Feld gespielt. In 17 Minuten kam der Kanadier auf nur 4 Punkte (1/4) und 2 Rebounds, hinzu kamen 3 Fouls sowie das mit Abstand schlechteste Plus-Minus aller Spieler (-24).

Die Szene des Spiels

Viel zu feiern gab es für die Grizzlies nicht, deswegen bekommt an dieser Stelle Morant die Ehre. Der Point Guard traf erneut vier Dreier, darunter auch einen Halfcourt-Shot zum Ende der ersten Halbzeit. Was lernen wir daraus? Nicht auf die Quoten achten, einfach draufhalten, wenn es die Chance dazu gibt.

NBA Playoffs: Grizzlies vs. Warriors - Die Serie im Überblick

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
11. Mai21.30 UhrMemphis GrizzliesGolden State Warriors116:117
24. Mai3.30 UhrMemphis GrizzliesGolden State Warriors106:101
38. Mai2.30 UhrGolden State WarriorsMemphis Grizzlies142:112
410. Mai4 UhrGolden State WarriorsMemphis Grizzlies-
512. Mai3.30 UhrMemphis GrizzliesGolden State Warriors-
6*14. MaiTBDGolden State WarriorsMemphis Grizzlies-
7*17. MaiTBDMemphis GrizzliesGolden State Warriors-

*falls nötig

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