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Fussball

Manchester Uniteds Probleme: Auf dem Weg nach Nirgendwo

Von Stefan Rommel
Ralf Rangnick (l.) und Cristiano Ronaldo gemeinsam bei ManUnited: Wie lange geht das noch gut?

 

Warum hat Manchester United den Anschluss verloren?

Ed Woodward hat United zu einer, vielleicht sogar zu der globalen Marke des Weltfußballs aufgebaut. Ein wirtschaftliches Powerhouse, das seinesgleichen suchte. Ähnliches erwarteten die Eigentümer dann auch, als Woodward auch in den sportlichen Bereich komplimentiert wurde - dabei hatte der zwar exzellente Kontakte in die Wirtschafts- und Medienwelt, aber nicht die entsprechende sportliche Expertise. Woodwards Netzwerke funktionierten in seinen "alten" Geschäftsbereichen ganz wunderbar, als eine Art Geschäftsführer Sport aber war der 50-Jährige eine ziemliche Fehlbesetzung.

Woodward konnte dabei auch nicht von Alex Ferguson in dem Maße und der Qualität unterstützt werden, wie sich das die Eigentümer und auch die von Beginn an eher skeptischen Fans wohl erhofft hatten. Ganz im Gegenteil: Ferguson als Board Member steht in gewisser Weise stellvertretend dafür, wie der gesamte Klub stagniert. Der erfolgreichste Trainer der Klub-Geschichte steht für die alte Zeit, seine Herangehensweise ist immer noch so, wie das vor 15 oder 20 Jahren vielleicht noch passend war - heute aber aus der Zeit gefallen scheint.

Ferguson als Galionsfigur bedeutete immer auch ein angespanntes Verhältnis zur Presse. Unvergessen sein Boykott der BBC, nachdem sein Sohn in einer Dokumentation nicht besonders gut weggekommen war. Ferguson mied den Sender daraufhin jahrelang. Das mag eine Anekdote sein, als graue Eminenz des Klubs überlagert der antiquierte Ferguson-Kult aber längst fällige Erneuerungsprozesse auch im Hintergrund und lähmt den Klub in wichtigen Bereichen.

Ohne innovative Ideen aus dem Board und mit einem fachfremden sportlichen Leiter wurden in den letzten zehn Jahren deshalb Abermillionen an Euro an der falschen Stelle, sprich: in die falschen Spieler, investiert. Transfers wie die von Falcao oder Angel di Maria dürfen stellvertretend dafür stehen, was im Zweifel wichtiger war als ein passgenaues sportliches Investment.

Diese Spieler brachten Reputation, einen großen Namen und jede Menge Follower mit sich und waren auch deshalb scheinbar rentable Zugewinne. Dass diese Spieler und Dutzende andere aber nicht sauber in das sportliche Konstrukt passten, war dann ein Kollateralschaden und eine Wette darauf, dass das dann schon irgendwie passen könnte. Nur ging diese Wette in den meisten Fällen eben nie auf.

Und so dreht sich United seit zehn, 15 Jahren förmlich im Kreis: Schlechte Entscheidungen werden von anderen schlechte Entscheidungen abgelöst, die Fluktuation bei Spielern und Trainern ist enorm. Es fehlt an einer echten Identität, die die Realität endlich auch mit einpreist. Allein den Posten des Managers haben bei United sechs verschiedene Trainer bekleidet seit dem Rückzug von Ferguson - bei Liverpool und City sind es nur zwei.

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