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Fussball

Manchester Uniteds Probleme: Auf dem Weg nach Nirgendwo

Von Stefan Rommel
Ralf Rangnick (l.) und Cristiano Ronaldo gemeinsam bei ManUnited: Wie lange geht das noch gut?

 

Wie kann Ralf Rangnick dem Klub (wirklich) helfen?

Mit Rangnick als Consultant, als Berater oder auch Sportchef hatte United die richtige Idee für die Zukunft. Aktuell ist der 63-Jährige als Trainer gefordert. Für Rangnick selbst hat sich der Traum von einer Premier-League-Mannschaft beim größtmöglichen Klub damit füllt - die Frage ist nur, ob das auch die richtige Position für den Deutschen ist?

Seit Anfang Dezember leitet Rangnick die Mannschaft an. Er hat es mit "seinem" 4-4-2 und "seinen" Stilmitteln versucht, also mit hohem, sehr aggressivem Pressing und vielen Gegenpressingmomenten. Aber davon eben auch schon seit längerer Zeit wieder Abstand genommen.

Im Prinzip spielt United aktuell Solskjaer-Fußball im Rangnick-Gewand, eine echte Entwicklung oder greifbare Versatzstücke dessen, was man als Rangnick-Fußball bezeichnen könnte, sind immer schwerer zu erkennen. Dass sich die Bosse nicht zu einer Entscheidung durchringen können oder wollen, wie es im Sommer auf dem Trainerposten weitergehen soll, macht die Lage nur noch schlimmer.

Derzeit sieht es danach als, als habe Rangnick als Trainer keine Zukunft bei United, was seinem Standing innerhalb der Mannschaft bestimmt nicht zuträglich ist. Nach anfänglichen Erfolgen des Teams und auch einzelner Spieler wie etwa Jadon Sancho oder Fred stagniert auch hier die Entwicklung schon wieder, für die Gruppe war Rangnicks Übernahme der Mannschaft kein echter Neustart.

Es war eine vernünftige Entscheidung, Ex-Profi Darren Fletcher als Technischen Direktor zu holen. Aber Fletcher ist auch ein Newcomer in dieser Position und ohne jede Erfahrung. Insofern wäre es nur naheliegend, ihm und den anderen eine übergeordnete Instanz zu installieren. Und die kann nur Ralf Rangnick sein. Als eine Art Supervisor, der sich um die Entwicklung einer Kultur und einer neuen Identität kümmert - sowohl bei den Profis, als auch in der Academy. Rangnick ist die richtige Person, wird aktuell aber auf der falschen Position bei United eingesetzt.

United hat im Moment einen der stärksten Jahrgänge seit langer Zeit in der U19, einige Spieler sind bereits in die Championship verliehen oder könnten bald den Sprung zu den eigenen Profis schaffen. Diese Spieler zu verknüpfen mit ein paar Erfahrenen und einigen schlauen - und nicht einfach nur teuren - Transfers: Das wäre die eigentlich Aufgabe, die Rangnick bei United erfüllen müsste.

Denn das Scouting-Netzwerk der letzten Jahre hätte sich United in der Form auch sparen können. Für die Mega-Transfers, die sich am Ende lediglich noch über die Höhe der Ablösesummen definiert hatten, braucht der Klub keine aufgeblähte Scouting-Abteilung. Zukäufe wie Harry Maguire für 80 Millionen Euro und Cristiano Ronaldos Rückhol-Aktion benötigen jedenfalls kein dezidiertes Scouting.

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