A bis Z des Fußball-Jahres 2011

Bomber, March Madness und junge Götter

Von Fatih Demireli/Oliver Wittenburg
Samstag, 31.12.2011 | 18:00 Uhr
Rafati, Dortmund, Barca: Das war das Fußball-Jahr 2011
© spox
Advertisement
International Champions Cup
DoLive
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
DoLive
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
UEFA Europa League
Do19:00
Sturm Graz -
Fenerbahce
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
RB Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Premier League
Sa16:00
Kamjanske -
Schachtjor Donezk
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Javor
Super Cup
Sa21:00
Monaco -
PSG
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Emirates Cup
So15:00
RB Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Super Liga
So19:00
Rad -
Crvena zvezda
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer 04 Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Ligue 2
Mo20:45
Auxerre -
Lens
Club Friendlies
Di18:30
St. Pauli -
Stoke
Copa Sudamericana
Mi00:15
Libertad -
Huracan
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
Copa Sudamericana
Do02:45
Olimpia -
Nacional
Copa Sudamericana
Fr02:45
Atletico Junior -
Deportivo Cali
Ligue 2
Fr20:00
Lens -
Nimes
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Ligue 1
Fr20:45
Monaco -
Toulouse
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Club Friendlies
Sa16:00
Crystal Palace -
FC Schalke 04
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Club Friendlies
Sa16:45
RB Leipzig -
Stoke
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:15
Liverpool -
Bilbao
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Metz -
Guingamp
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
St. Etienne -
Nizza
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes
CSL
So13:35
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
So14:30
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
So15:00
Lille -
Nantes
Allsvenskan
So15:00
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
So17:00
SC Freiburg -
Turin
Ligue 1
So17:00
Angers -
Bordeaux
Club Friendlies
So17:00
Brighton -
Atletico Madrid
Championship
So17:30
Bolton -
Leeds
First Division A
So18:00
Anderlecht -
Oostende
1. HNL
So19:00
Dinamo Zagreb -
Hajduk
Club Friendlies
So20:30
Inter Mailand -
Villarreal
Copa Libertadores
Mi02:45
River Plate -
Guarani
J1 League
Mi12:00
Shimizu -
Osaka
J1 League
Mi12:00
Kobe -
Kashima
League Cup
Mi20:45
Colchester -
Aston Villa
Copa Libertadores
Do00:15
Gremio -
Godoy Cruz
Club Friendlies
Do02:00
Sevilla -
AS Rom

Das Fußball-Jahr 2011 ist zu Ende. Zeit für einen umfassenden Rückblick. SPOX erinnert an verstorbene Legenden wie Socrates, verneigt sich vor dem FC Barcelona, wünscht Breno, Rangnick und Rafati alles Gute und freut sich auf viele weitere Jahre mit Sepp Blatter. 2011 von A bis Z.

A wie Abschied: Leider musste die Fußball-Welt wieder trauern. Socrates, einer der größten Fußball-Stars der 80er Jahre, starb im Alter von 57 Jahren in Sao Paulo. Er war nicht nur Fußballer, sondern früher auch Kinderarzt und wurde von seinen Fans "Doutor" genannt. Über sich selbst sagte Socrates einmal: "Ich bin kein Athlet. Ich bin Fußball-Künstler." Das Leben nahm sich im November der walisische Nationaltrainer Gary Speed. Der 42-Jährige trat kurz vor seinem Suizid noch in einer TV-Show auf. Die Gründe sind bis heute noch unklar. Wir trauerten auch mit Japan, als Ex-Nationalspieler Naoki Matsuda im Alter von 34 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts starb.

B wie Bomber des Jahres: In Zeiten, in denen Räume eng gemacht werden, ballorentiert verteidigt wird und Dreierketten zu Fünferketten mutieren, sind sie die Aspirin-Tablette für jeden Fußball-Fan: Die Stürmer. Gut, jetzt dürfen sich nicht gleich alle angesprochen fühlen, nur weil sie mal aus Versehen Stürmer genannt wurden, aber es gibt doch welche, die so regelmäßig treffen, dass es schon fast wieder mysteriös wird: Die Glückwunsche gehen an die Herren Gomez, van Persie, Messi, Ronaldo, Di Natale. Sie erzielten nämlich alleine 2011 32, 34, 32, 43 und 28 Liga-Tore. Glückwunsch auch an Edmond Kapllani für sein erstes Bundesliga-Tor seit 2008.

C wie Clasico: Es gibt diesen Film, in dem ein Mann sich seine Gesundheit ruiniert, indem er nur noch McDonald's-Zeug frisst, um zu beweisen, dass McDonald's-Zeug krank macht. Man wird schon krank beim Zuschauen. Krank kann man im übrigen auch werden, wenn man seinen Grundbedarf an Fußball ausschließlich mit dem visuellen und emotionalen Konsum von Clasicos bestreitet. Da wird gehauen und gehackt, geschrieen, gestritten und geflennt, bis es einem hochkommt. Sieben Mal gab es das Duell FC Barcelona gegen Real Madrid allein in 2011 - und ganz ehrlich: zwei oder drei Mal hätte es auch getan.

D wie Demonstration: Mal abgesehen von so mancher Clasico-Entgleisung hat Barcelona auch 2011 wieder entzückenden Fußball gespielt und sich endgültig zu den anderen Ausnahmeteams der Geschichte gesellt wie Real Madrid (50er/60er/um 2000), Ajax (Anfang 70er), Bayern (Mitte 70er) oder Milan (um 1990). Die Machtdemonstration im Champions-League-Finale gegen den zu diesem Zeitpunkt unbestreitbar stärkstmöglichen Widerpart, Manchester United, hätte nicht eindrücklicher ausfallen können. Wer glaubt, der Spuk hat bald ein Ende, sollte sich mal die Nachrücker angucken.

E wie EM kann kommen: Völlig zurecht sprechen Jogi Löw und seine Mannen immer offensiver vom Titelgewinn in Polen und der Ukraine. Und womit? Mit Recht. 2011 war die DFB-Auswahl das Nonplusultra. Das Reservoir an Spielern ist schier unbegrenzt, so dass man schon mehr oder weniger laut über ein System ohne Stürmer nachdachte und nachdenkt, weil sich so viele großartige kreative Mittelfeldspieler im Kader tummeln. Keine Frage, Spanien muss sich warm anziehen und der Rest sollte sich die Reisekosten sparen. Hammergruppe? Dass wir nicht lachen...

F wie Frauenpower: Das Finale schien schon gebucht und - mal ehrlich - der Titel sollte eigentlich auch nur Formsache sein. Doch dann verloren unsere Mädels gegen diese zähen kleinen Japanerinnen und der Traum vom Titel im eigenen Land, dem perfekten Sommermärchen, platzte im Viertelfinale. Es war frappierend, wie sehr die deutschen Spielerinnen unter dem Druck des Siegenmüssens eingingen und am Ende die großen Verliererinnen im Hype um die Frauen-Fußball-WM 2011 waren.

G wie "grandios Saison gespielt": Roman Weidenfellers Englischkenntnisse mögen Luft nach oben haben, sein Spruch ins Mikro der werten Kollegen von Dubai Sports nach der Dortmunder Meisterschaft ist unübertroffen. Der BVB hatte tatsächlich eine grandiose Saison und viele, viele Väter des Erfolgs. Man kann sie gar nicht genug würdigen.

Die Gewinner des Jahres 2011

H wie Ha-Ha-HSV: In Hamburg kann so ein Jahr schon mal Stoff für einen Fortsetzungsroman von biblischen Ausmaßen liefern. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll: Beim Wintertheater um van Nistelrooy (dem albernen), der Sportdirektorensuche (der gründlichen), der Entmachtung von Hoffmann (der basisdemokratischen), der Entlassung von Veh (der unausweichlichen), dem Kader-Kahlschlag oder beim Pseudo-Umbruch mit Michael Oenning... Am besten man lässt die Geschichte ruhen und macht bei I weiter.

I wie Intrigantenstadl: Der deutsche Fußball darf eigentlich Stolz auf sich sein. So viele überaus talentierte junge Spieler wie nie zuvor, eine Nationalmannschaft, die sich EM-Favorit nennen darf und die Liga boomt weiter. Wären da nicht diese Nebengeräusche, die - seien wir mal ehrlich - einen Otto-Normal-Fußballfan eigentlich nicht interessieren, aber unterschätzen sollte man den Intigrantenstadl beim DFB nicht. Koch vs. Zwanziger, Amerell vs. Zwanziger, Amerell vs. Kempter, Amerell vs. DFB - diverse Gipfeltreffen, Prozesstermine, Entmachtungen, immer neue Vorwürfe und im Oktober noch eine Steueraffäre hinterher.

J wie Jubiläum: Sir Alexander Chapman Ferguson. Guter Name und kein Wunder, dass ihn Reporter-Röhre Wolff C. Fuss in jeder ManUnited-Reportage einmal in voller Länge ausspricht. Wir wollen an dieser Stelle nun nicht Fergies Titel aufzählen oder ein Anekdoten-Best-of vortragen, sondern lediglich erwähnen, dass er im November sein 25-jähriges Dienstjubiläum bei United feierte und am 31. Dezember 70 Jahre alt wird. Wie Ferguson in etwa tickt, erzählte bei SPOX der englische Journalist Daniel Taylor.

K wie Kleingeld: Red Bull verleiht bekanntlich Flügel und der freundliche Scheich von nebenan macht Fußballer-Träume wahr. Man muss nur eine halbe Milliarde Euro in die Hand nehmen, dafür alles kaufen, was teuer ist und einen guten Namen hat und schon klappt's wieder mit den Titeln. Manchester City holte so im Mai mit dem FA-Cup den ersten Titel seit 1976 und peilt jetzt die erste Meisterschaft seit 1968 an. Eine Hausnummer kleiner gibt sich noch Paris St. Germain. Knapp 90 Millionen feuerte der französische Hauptstadtklub nach der Übernahme durch ein Konsortium aus Katar in den Markt und ist im Rennen um die Meisterschaft in der Pole-Position. Geht doch, wenn man sich ein wenig Mühe gibt.

L wie Lahm, der Buchautor: Es war ja nicht böse gemeint und liest man das Buch "Der feine Unterschied" von Philipp Lahm, erweckt es auch keinen anderen Eindruck, als dass es sich um eine durchaus gelungene Biografie handelt. Für Lahm ist es sogar der Guide für junge Leute, die ganz groß rauskommen wollen. Ungeschickt von ihm und seinem Management war nur, die Promotion des Werkes komplett dem Boulevard zu überlassen. Dieser rückte - fast logisch - die spannendsten Kapitel so sehr in den Fokus, dass Lahm von allen Seiten viel Prügel einstecken musste. "Nach sechs oder acht Wochen wussten bereits alle Spieler, dass es mit Klinsmann nicht gehen würde. Der Rest der Saison war Schadensbegrenzung", schrieb Lahm beispielsweise über Ex-Bayern-Coach Jürgen Klinsmann. Auch Felix Magath, Louis van Gaal und Rudi Völler standen - milde ausgedrückt - im kritischen Fokus Lahms. "In 10 Tagen spricht über das Buch keiner mehr", sagte damals Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger. Er behielt recht.

Teil 2: M wie March Madness bis Z wie Zwanziger

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung