Tops und Flops im Wintersport

Endlich ist es rum!

Von Richard Rother
Montag, 17.03.2008 | 15:04 Uhr
Skispringen, Martin Schmitt
© Getty
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München - Im Comic oder bei James Bond schaffen es die Protagonisten eigentlich so gut wie immer, dem Kugelhagel zu entkommen.

Auch zum Finale der Wintersport-Saison werden jede Menge Kugeln verteilt, und ein Schweizer schaffte dasselbe Kunststück wie 007, obwohl ihm eine Kugel schon so gut wie sicher war.

Außerdem dürfen in den Tops und Flops des Wochenendes natürlich die Biathlon-Damen ebenso wenig fehlen wie die fliegenden Suppenhühner des DSV. Es sind die letzten Tops und Flops des Winters. Unfassbar, aber wahr: Es ist Mitte März und die Wintersport-Saison ist vorbei!

- Super-GAU-Finale für Cuche

Ein GAU (größter anzunehmender Unfall) ist ein von der Wissenschaft als theoretischer Katastrophenfall bezeichnetes Unglück, für das man zwar einen Terminus gefunden hat, das aber in Wirklichkeit eigentlich undenkbar ist. Dass das Wörtchen "eigentlich" aber unwissenschaftlich ist, widerlegte Didier Cuche im letzten Super-G-Rennen der Saison: Mit 99 Punkten Vorsprung auf Hannes Reichelt musste der Schweizer nur noch in die Top-15 fahren - angenommen, dass es Reichelt schaffen würde, das Rennen zu gewinnen. Cuche fuhr mit angezogener Handbremse und wurde 16. - Reichelt gewann mit 1/100-Sekunde Vorsprung. Das i-Tüpfelchen setzte aber Daniel Albrecht, denn mit ihm schanzte ausgerechnet ein Schweizer Landsmann Cuche vom rettenden 15. Platz. Der Düpierte resümierte den Schweizer Käse selbst vortrefflich: "Jetzt bin ich der Trottel." Keine Widerrede.

+ Der Schelm mit dem Schießgewehr

Bei Michael Rösch saß nicht nur der Finger am Abzug locker, sondern auch sein Mundwerk im Interview mit "ZDF"-Mann Norbert König. "Lassen Sie sich mal von 'nem Baseballschläger eins über die Rübe ziehen, dann wissen Sie, wie man sich nach einem Rennen fühlt", so Rösch, der mit einer sensationellen Schießleistung (6,5 Sekunden vom ersten bis zum letzten Schuss beim stehenden Anschlag im Sprint) den Grundstein für Platz zwei legte. Auf die Frage, woher die Treffsicherheit kam, war Rösch auch nicht um eine Antwort verlegen: "Ich hab einen ganzen Haufen Karotten gefuttert". Na dann - weiter so!

+ Schützenhilfe vom Rotkäppchen

Eines vorweg: Die deutschen Biathlon-Mädels sind eine Wucht! Küken Magdalena Neuner hat die große Kristallkugel geholt und es dabei noch mal richtig spannend gemacht. Denn wo ihre Kolleginnen auf die Scheiben schossen, erlegte Neuner einmal mehr Elche und Rentiere. Sieben Schießfehler waren es zum Abschluss im Massenstart noch einmal. Die rotbemützte Kati Wilhelm drehte unterdessen einsam ihre Kreise an der Spitze des Feldes und Sandrine Bailly war allein auf weiter Flur. Die Französin hätte im Kampf um den Gesamtweltcup Neuner noch gefährlich werden können. Sie pflügte sich durch das Feld, aber das DSV-Geschwader hielt sie stets in Schach. Wilhelm holte den Tagessieg und Neuner wankte als Neunte über den Zielstrich. Drei Plätze hinter Bailly, aber es reichte. Notfalls hätte Neuner eben ihre Zimmerkollegin Kathrin Hitzer engagiert, dass diese anstatt der Scheiben die Französin "abräumt"...

- Was tun gegen Krampfadler?

Nach einer total verkorksten Saison hat Peter Rohwein ein Einsehen. Zum Ausstand beschenkte der Ex-Bundestrainer in spe seine Kollegen mit Obstlern. Anders war aus deutscher Sicht das Saisonfinale in Planica auch nicht zu ertragen, denn die DSV-Adler waren einmal mehr Fallobst. "Ich bin froh, dass die Saison vorbei ist", so Martin Schmitt, der als Zehnter noch halbwegs überzeugte. Ansonsten ist dem nichts hinzuzufügen. 

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