Montag, 21.01.2008

Tops und Flops des Wochenendes

Sandsturm über Klingenthal

München - Es wäre jetzt ein Leichtes, das Thema des Wochenendes noch weiter auszuschlachten.

Klingenthal, Schanze
© Getty

Aber der Unfall von Scott Macartney bei der Abfahrt auf der Streif passt nun mal nicht in die Tops und Flops. Sind die Veranstalter von Kitzbühel Flops, weil sie die Fahrer einem unkalkulierbaren Risiko aussetzten? Ist Macartney Top, weil er zwar schwer stürzte, aber zum Glück keine schweren Verletzungen davontrug? Nein, es passt nicht.

Auch ist es jetzt müßig, noch mal alle deutschen Sieger aufzuzählen, wo doch alle fünf Minuten irgendwo anders ein DSV-Akteur das Podium bestieg, nicht selten in Begleitung eines Teamkollegen oder einer Teamkollegin.

Hier gibt's alle Ergebnisse des Wochenendes 

Nur im Vorspann soll auch Bode Millers Husarenritt auf der Streif erwähnt werden, der bei der Ausfahrt Steilhang weit abgetragen wurde und notgedrungen mit beiden Skiern auf der Absperrungsbande entlang raste.

Vielmehr geht es wie gewohnt um Randgeschichten, lockere Sprüche und allerhand Kurioses. Außerdem geschah in Klingenthal ein kapitales Verbrechen. Pfui.

+ Martin Schmitt: Ja, Schmitt ist top. Da der frühere Überflieger derzeit soweit von einem Weltcup-Sieg entfernt ist wie Klingenthal vom Mars, soll sein Achtungserfolg vom Samstag umso mehr gewürdigt werden. Beim Versuch des Skifliegens in einem garstigen Wettergemisch im tschechischen Harrachov, bei dem eigentlich nur noch ein Sandsturm die allgemeine Gemütsfinsternis hätte verschlimmern können, lag Schmitt glänzend im Rennen, genauer gesagt: in Führung. Sechs Springer vor Schluss wurde der Wettbewerb aber abgebrochen und alles für Null und nichtig erklärt. Schmitt war zweihundert Meter weit geflogen, Ahonen gewann am Sonntag mit hundertneunundneunzigeinhalb.

- Alpiner Brei: Ein Riesenflop waren nach Bundestrainer Mathias Berthold die Leistungen der alpinen DSV-Damen bei den Speed-Rennen am Samstag und Sonntag in Cortina. "Ich bin wirklich böse über diese Performance. Unter Rennfahren stelle ich mir etwas anderes vor." Zusammenfassend stellte Berthold einen "Brei aus nicht besonders guten Leistungen" fest. Er kündigte an, ein ernstes Wörtchen mit seinen Mädels reden zu wollen, was offensichtlich fruchtete, denn Maria Riesch gewann am Montag den Super-G in Cortina, der als Ersatz für das ausgefallene Rennen in Aspen ausgetragen wurde.

+ Konfirmandenblase: Von einer Konfirmandenblase spricht man, wenn einer oder eine alle zwei Minuten auf den Pott muss. Bei der Abfahrt in Wengen wäre so jemand aufgeschmissen, denn 2:30 Minuten dauert's schon bis ins Ziel. Einen handelsüblichen Super-G kann man aber zwischen zwei Pinkelpausen einschieben. So kam denn auch die Österreicherin Maria Holaus in Cortina zu ihrem ersten Weltcup-Sieg, obwohl sie eigenen Angaben nach allein vor dem Start "22 Mal auf dem Klo war".

- Das Wetter: In Klingenthal kam es zu einem abscheulichen Wärmeeinbruch. Nun ist ein Einbruch an sich keine schöne Sache, und Wärme hat im Wintersport schon gleich zweimal nichts zu suchen. Die Folge war, dass die Anlaufspur auf der Sprungschanze erst suppte und schließlich brach. Daraufhin brach das Chaos beim Weltcup der Kombinierer aus, sodass kaum noch einer wusste, ob der Langlauf bzw. das Springen, das er gerade verfolgte, noch zum Einzel oder schon zum Sprint gehörte oder schon nicht mehr oder wie auch immer.  Merke: Klingenthal soll im Winter vor Kälte klingen oder zumindest klirren. Immerhin gewannen immer Frenzel und Ackermann. Bei der Bob-EM in Cesana verübte die Wärme auch einen Einbruch, was Andre Lange und Co. Edelmetall kostete. "In Italien ticken die Uhren etwas anders", schimpfte Lange. "Hier sind einfach nicht genügend Bahnarbeiter."

Oliver Wittenburg

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