Montag, 11.02.2008

Tops und Flops im Wintersport

Wenn Frauen Frauen küssen

München - Ach, die Andrea. Sie ist ja so was von erfolgreich. Und bodenständig. Und erfolgreich. Und bodenständig.

Henkel, Achatowa
© Getty

Bei derart viel Erfolg und unprätentiöser Bodenständigkeit kann man Andrea Henkel einfach nur mögen - dachte zumindest Albina Achatowa und schmatzte der neuen Biathlon-Doppelweltmeisterin direkt nach dem Verfolgungsrennen einen dicken Kuss auf den Mund.

"Es sah cooler aus, als es war", sagte Henkel. Gemeint hat sie im Übrigen den knisternden Start-Ziel-Sieg vor Jekaterina Jurjewa und eben jener Achatowa.

Bundestrainer Uwe Müssiggang, ganz beseelt von Henkels Gold-und-Kuss-Show: "Andrea hat sich nicht verrückt machen lassen. Sie war imponierend." Und damit ganz klar top am Wintersport-Wochenende.

+ Ganz wichtig: Kardamonkapseln

Worin liegt das Geheimnis von Henkels Erfolg? In der Ruhe - und im Schnaps. Nach der Überreichung der Goldmedaille im Sprint ging sie erstmal entspannt in einen Supermarkt, um etwas Ordentliches zum Essen zu kaufen, dann genehmigte sie sich mit Zimmerkollegin Martina Glagow einen "winzigen Blutwurz".

Übrigens: Wer das Getränk selber herstellen möchte, der vermische Kornschnaps, Blutwurz, Nelken, Sternanis, Kardamonkapseln sowie Kandiswürfel und lasse es zwei, drei Wochen ziehen. Und dann schwupps, wird man zweifache Weltmeisterin.

- Extreme-Schmallipping

Ganz ungeschoren soll Deutschlands Wintersport-Queen aber nicht davonkommen. Selbstredend wird aus ihr nie ein Medienstar, aber die Einsilbrigkeit, mit der sie jeweils die Siegerinterviews gegeben hat, ist doch etwas zuviel des Langweiligen.

+ Der Mehmet und der Ali

Mehmet Scholl sagte einmal: "Lieber ewiges Talent als gar kein Talent." Fühlt sich da jemand angesprochen?

Alexander Wolf ist mittlerweile 29 Jahre alt, so recht wird er den Makel des befähigten, aber inkonstanten Jungspunds nicht los. Aber vielleicht klappt's jetzt mal. In der Verfolgung von Platz 19 auf 3 zu springen und damit die erste WM-Medaille der Laufbahn zu erringen ist aller Ehren wert. Bundestrainer Frank Ullrich: "Endlich hat er gezeigt, was er kann." Wurde aber auch mal Zeit...

-  Für die Katz

Marc Gini. Schweizer. Slalom-Spezialist. Unkonzentriert. Eingefädelt. Beim ersten Tor. In Garmisch.

+ Gegen die Kälte

Otepää. Langlauf-Weltcup. Riesiges Holzfass. Mit heißem Wasser. Am Streckenrand. Halbnackte Zuschauer. Whirlpool-Atmosphäre.

- Wort mit Sch...

Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen. Oder anders: Wer bei der Mehrkampf-WM der Eisschnellläufer nur Siebte wird, muss für Kritik vom Bundestrainer und Verbands-Präsidenten nicht sorgen.

Claudia Pechstein reaktivierte erst Anfang vergangener Woche ihren langjährigen Coach Joachim Franke aus dem Ruhestand, zudem zog es sie nach Norwegen, um in Oslo und nicht in heimischen Gefilden zu trainieren.

Erfolg: nicht existent. Rang sieben bedeutete die schlechteste Platzierung seit 13 Jahren für die erfolgreichste Winter-Olympionikin Deutschlands. Und das auf ihrer Hausbahn in Berlin-Schönhausen, wo sie bereits als Dreijährige auf den Kufen stand.  "Ich kann das nicht erklären. Ich wollte glänzen, doch am Ende war es ein Wort mit Sch..."

Haruka Gruber

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