Montag, 18.02.2008

Tops und Flops im Wintersport

(Ab-)geschüttelt, nicht gerührt

München - Was für ein Wochenende im Wintersport, ach was, die ganze Woche war der Hammer!

martini, plakat
© Imago

Erst die Biathleten, naja, wohl eher die Biathletinnen, die wirklich fast alles gewonnen haben, was es zu gewinnen gab. Dann am Wochenende die deutschen Kufengötter. Egal ob Bob, Rodeln oder Eisschnelllauf. An unseren Jungs und Mädels führt kein Weg vorbei, basta!

Was sonst noch so los war in den weiten Welten aus Schnee und Eis - die Tops und Flops.

+ Bob, Rodel, Schlittschuh - alles gut!

Dass unsere Kufenartisten oft gewinnen, ist ja seit einem gefühlten Jahrhundert nichts Neues, aber wenn es so extrem wird wie an diesem Wochenende, dann muss man das schon einmal würdigen. Also los geht's: Andre Lange ist Zweierbob-Weltmeister geworden, mit mehr als einer Sekunde Vorsprung - natürlich auf einen anderen Deutschen. Der dritte deutsche Bob wurde nur Vierter - was für ein Debakel! Bei den Frauen wurde Sandra Kiriasis Weltmeisterin. Raten Sie mal, aus welchem Land die Zweit- und Drittplatzierten kamen. Tatjana Hüfner hat den Rodel-Weltcup bei den Frauen gewonnen, Leitner/Resch schafften das gleiche bei den Doppelsitzern. Bei den Männern hat's nicht geklappt, David Möller wurde nur Zweiter - schon wieder ein Debakel! Dafür holten die Teams im Rodeln, Bob und Skeleton auch noch Siege. Bleiben noch unsere Eisschnelllauf-Asse Anni Friesinger und Jenny Wolf. Beide gewannen in Inzell zweimal auf ihren Lieblingsstrecken 1000 und 500 Meter, beide gewannen auf diesen Distanzen auch den Gesamtweltcup. Mehr Siege gab es nicht, reicht aber auch.

- Kein Bock auf Abschütteln

Doping. Bei diesem Wort zuckt dieser Tage jeder Biathlet zusammen, besonders jeder Deutsche. Halvard Hanevold ist da gelassener, auch wenn er unter der Woche ein traumatisches Erlebnis hatte. Nach seinem zweiten Platz bei der WM im Sprint hat er einem Bericht des Osloer TV-Senders "NRK" zufolge seine Urinprobe ohne Aufsicht abgegeben. Die Erklärung des Organisationskomitees: "Das war ein undramatischer Fehler. Ein Kontrolleur wollte nicht ganz bis zum Ende zuschauen." Kein Bock auf Abschütteln, oder was?

+ Das neue Bond Girl

Und noch einmal Bob. Eine der vielen Medaillengewinnerinnen war Cathleen Martini, sie wurde WM-Zweite. Danach sagte sie: "Ich bin im ersten Lauf von links nach rechts und wieder zurück an die Bande gekracht." Da hat es sie dann wohl ganz schon (durch-) geschüttelt. Martini geschüttelt, nicht gerührt (was für ein fieser Namens-Kalauer...). Immer noch besser, als wenn sie gewonnen hätte, dann hätte sie womöglich noch angefangen zu weinen, weil sie so gerührt ist. Und gerührt mag James Bond seine Martinis nun mal nicht, nur geschüttelt.

- Ladehemmung

Arme Albina Achatowa! Nach einer tollen Biathlon-WM hätte sie mit einer Goldmedaille in der Staffel den Triumph perfekt machen können, doch dann kam dieser blöde Schlagbolzen. Der war ihr beim Liegendschießen gebrochen und zwang sie erst dazu, ewig zu warten, und dann, mit einem ungewohnten Ersatzgewehr weiterzuschießen. Vielleicht hätte sie aber noch eine andere Chance gehabt. Bei der Bundeswehr heißt es immer dann, wenn man mit einer Waffe nicht trifft: Am besten auseinander bauen, und mit den Einzelteilen nach dem Ziel werfen. Hätte bestimmt witzig ausgesehen.

Alexander Mey

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