Philipp Lahm: Meilensteine seiner Karriere

Mit Grüßen vom lieben Gott

Donnerstag, 18.05.2017 | 15:30 Uhr
Philipp Lahm führte den FC Bayern München 2013 als Kapitän zum Triple
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Am Samstag geht mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg Philipp Lahms Karriere zu Ende. Der 33-Jährige geht als achtmaliger Deutscher Meister, sechsmaliger DFB-Pokalsieger und als einer von vier Weltmeister-Kapitänen Deutschlands in den sportlichen Ruhestand. Zeit, um auf die wichtigsten Momente einer großen Karriere zurückzublicken.

13. November 2002: Erster Pflichtspieleinsatz für den FC Bayern

Der FC Bayern startet mit mehreren beeindruckenden Siegen in die Saison 2002/03. Nach dem 3:1 gegen Partizan Belgrad in der Champions-League-Quali schwärmt Boss Rummenigge: "Wir spielen wie ein weißes Ballett." Die auf Zehenspitzen tanzende Kombo erlebte allerdings in der Gruppenphase ihr Waterloo. Mit nur zwei Punkten aus sechs Spielen schieden die Bayern sang- und klanglos aus; das ist bis heute die schlechteste Bilanz einer deutschen Mannschaft in der Königsklasse.

Für das letzte Gruppenspiel gegen den RC Lens nimmt Trainer Ottmar Hitzfeld die Eigengewächse Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm in den Kader. Schweinsteiger wird in der 76. Minute für Mehmet Scholl eingewechselt, Lahm kommt in der Nachspielzeit für Markus Feulner. Für beide sind es die ersten Pflichtspiel-Minuten in der ersten Mannschaft des FC Bayern. Das Spiel endet 3:3.

17. Mai 2003: Felix Magath beißt an

Der FC Bayern gewinnt am 33. Spieltag mit 2:1 gegen VfB Stuttgart. Während die Mannschaft mit den Fans im letzten Heimspiel den Gewinn der deutschen Meisterschaft feiert, spricht Bayern II-Trainer Hermann Gerland VfB-Coach Felix Magath an und empfiehlt ihm einen ganz besonderen Spieler.

"Philipp war mit 17 Jahren schon perfekt. Nur den wollte keiner haben. Den habe ich angeboten wie Sauerbier. Ein Manager der Bundesliga wollte sogar Fahrgeld von mir zurückhaben, weil ich ihm den Spieler empfohlen habe. Als Stuttgart in München zu Gast war, habe ich Magath angesprochen und gesagt: 'Felix, ich hätte da einen Verteidiger für dich, der sieht aus wie 15, spielt aber wie 30.'" Stuttgart lieh Lahm anschließend für zwei Jahre aus.

3. August 2003: Bundesligadebüt

75 Minuten lang quält sich der VfB Stuttgart bei Hansa Rostock. Dann trifft der für Cacau eingewechselte Imre Szabics innerhalb von zwei Minuten doppelt. Das 0:2 leitet ein junger Spieler mit einem Ballgewinn ein, der wenige Sekunden zuvor für Silvio Meißner eingewechselt wurde: Philipp Lahm.

18. Februar 2004: Länderspieldebüt im A-Team

Teamchef Rudi Völler beruft Lahm für das Testspiel in Kroatien erstmals in den Kader der deutschen A-Nationalmannschaft. Seine Erinnerungen an damals hat Lahm in seinem August 2011 veröffentlichten Buch "Der feine Unterschied" aufgeschrieben.

"Wir wissen nicht viel über den Gegner, außer über die Spieler, die wir aus der Bundesliga kennen. Es will aber auch niemand über den Gegner Bescheid wissen, und es gibt auch keine Besprechung, in der eine Taktik festgelegt würde. Die einzige Besprechung, an die ich mich erinnere, ist die, in der Rudi Völler die Mannschaftsaufstellung bekannt gibt. Ich stehe als linker Verteidiger in der Startelf."

Deutschland gewinnt durch Tore von Klose und Ramelow 2:1, Lahm bewahrt Deutschland beim Stand von 0:0 mit einer Kopfballabwehr auf der Linie vor dem Rückstand.

3. April 2004: Torpremiere in der Bundesliga

Stuttgart ist am 27. Spieltag in Wolfsburg zu Gast und liefert eine der besten Saisonleistungen ab. In der 43. Minute erzielt Lahm mit rechts zum 3:1 sein erstes Bundesligator. Der VfB gewinnt 5:1 und schlägt am 33. Spieltag sogar die Bayern. Dennoch reicht es nicht für einen CL-Quali-Platz - die entscheidende Partie am letzten Spieltag geht in Leverkusen 0:2 verloren.

5. Januar 2005: Erste schwere Verletzung

Lahm zieht sich zu Beginn der Rückrundenvorbereitung des VfB beim Fitnesstraining in der Halle einen Ermüdungsbruch im Fuß zu. "Ich werde ab sofort hart für mein Comeback arbeiten und hoffentlich noch viele Spiele in der Rückrunde bestreiten können", sagt er. Doch die Heilung zieht sich hin, Lahm macht nur noch sechs Spiele für Stuttgart.

15. Mai 2005: Zweite schwere Verletzung

Vor dem letzten Spieltag reißt im VfB-Training ohne Fremdeinwirkung das vordere Kreuzband in Lahms rechtem Knie. Da Lahm beim FC Bayern, zu dem er nach der Saison zurückkehrte, fest als Linksverteidiger eingeplant war, reagiert der Verein sofort und verlängert den Vertrag mit Bixente Lizarazu um ein weiteres Jahr. Lahm muss Bundestrainer Jürgen Klinsmann für den Confederations Cup in Deutschland absagen. Im Jahr 2005 macht Lahm kein einziges Länderspiel.

19. November 2005: Comeback und erstes Bundesligaspiel für Bayern

Am 13. Spieltag spielt der FC Bayern auf der Bielefelder Alm und kriegt lange nichts gebacken. Lahm wird in der 64. Minute für Lizarazu eingewechselt. Claudio Pizarro zündet einen späten Doppelpack (82., 90.) zum 2:1-Sieg.

Am 16. Spieltag steht Lahm gegen Kaiserslautern (2:1) erstmals in der Starfelf des FC Bayern und spielt sich nach und nach in die Stammformation. Die Bayern holen das Double und Lahm seine ersten beiden großen Titel.

1. März 2006: Comeback in der Nationalmannschaft

Nach 14 Monaten trägt Lahm erstmals wieder das Trikot mit dem Adler auf der Brust - ausgerechnet beim 1:4 in Italien. Deutschland wird in Florenz von den Azzurri aus den Schuhen gespielt, worauf mehrere Medien den Rücktritt bzw. die Entlassung von Klinsmann fordern. Drei Monate vor Beginn der Heim-WM liegt die Nationalmannschaft am Boden.

9. Juni 2006: What a Goal!

Ganz Deutschland zittert vor dem Eröffnungsspiel gegen Costa Rica um den Ellbogen der Nation. Lahm fällt am 16. Mai im Test gegen den Verbandsligisten FSV Luckenwalde auf den linken Arm und zieht sich einen Sehnenteilabriss im Ellbogen zu. Seine WM-Teilnahme steht auf der Kippe. Lahm wird umgehend operiert, der lädierte Arm eingegipst.

Die WM ist 5:08 Minuten alt, da schlägt's im rechten Giebel des Tores von Costa Rica ein. Lahm zieht von links in die Mitte und schießt den Ball vom linken 16er-Eck zum 1:0 in die Maschen. Der Beginn eines Märchens im Sommer...

4. Juli 2006: Erste große Niederlage

Deutschland verliert im WM-Halbfinale im besten Spiel des Turniers gegen Italien 0:2. Lahm bewacht vor der Ecke, die zum 0:1 durch Grosso führt, den linken Pfosten. Er macht als einziger DFB-Akteur alle sieben Spiele über die volle Distanz und wird von der FIFA in das 23-köpfige Allstar-Team berufen.

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