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7 Themen beim besten Spiel der Saison

Samstag, 13.05.2017 | 22:31 Uhr
Arjen Robben trifft zum 5:4 für den FC Bayern und mitten ins Leipziger Herz
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Venlo

Der FC Bayern München ringt RB Leipzig mit 5:4 (1:2) nieder. Meister und Vize-Meister machen in einem begeisternden Spiel Werbung für die Bundesliga. Eine Partie, die jede Menge Themen produzierte.

Die Altherren-Debatte muss warten

Es braucht nicht viel Phantasie, um sich das große Thema nach dem Spiel Leipzig gegen Bayern bei einer Niederlage des Meisters beim Vize-Meister vorzustellen: Die junge Bullen-Mannschaft, die die in die Jahre gekommene Star-Truppe (Durchschnittsalter 24,4 Jahre vs. 29,8 Jahre) mit ihrem Tempo und Dynamik überrollt.

In der Tat schienen die Bayern zu Beginn auch etwas überrascht von der Gangart der Gastgeber, nach fünf Minuten hatte RB schon drei gefährlich Abschlüsse, während die Bayern wohl eher auf einen gemütlichen Showkick zwischen Meister und Vize-Meister eingestellt waren.

Aber es spricht mal wieder für den Charakter und die Moral dieser Mannschaft, dass sie schnell in den Wettkampfmodus schalten konnte und RB bis zur letzten Sekunde einen harten Fight lieferte, auch wenn es spielerisch nicht immer passte.

Und was ebenfalls für den FC Bayern spricht, ist die Tatsache, dass die Münchner in der Schlussphase fitter wirkten. Leipzig war stehend K.o., konnte keinen Konter mehr spielen, während die Bayern auf den Ausgleich drängten und nach diesem auch auf den Sieg.

Wer Arjen Robbens Siegtor gesehen hat, der fühlte sich ein bisschen an 2010 erinnert, als der Niederländer in der Verlängerung des DFB-Pokal-Halbfinals auf Schalke ein ähnliches Solo auf den Platz zauberte. Dass Robben das mit mittlerweile 33 Jahren immer noch kann, bestätigt einmal mehr den alten Spruch: "Es gibt keine jungen und alten Spieler, sondern nur gute und schlechte."

Thiagos falsche Gelbe Karte

"Es ist erst vorbei, wenn wir sagen, dass es vorbei ist", twitterte Thiago nach der Partie. Dabei dachten viele, dass das Spiel für ihn persönlich in der 72. Minute schon zu Ende gwesen sei, als er von Schiedsrichter Tobias Stieler wegen Meckerns die Gelbe Karte gezeigt bekam.

Immerhin hatte er doch erst acht Minuten zuvor eine Gelbe Karte wegen Meckerns bekommen - zumindest wurde es so im TV eingeblendet und stand auch in den meisten Online-Tickern so.

Bei genauerer Betrachtung der Szene wurde aber schnell klar, dass Stieler die Gelbe Karte nicht Thiago, sondern Douglas Costa zeigte. Der Schiedsrichter gab dem Brasilianer auch noch ein paar klare Worte mit auf den Weg, Thiago stand nur gerade zufällig in der Flucht der Karte, was im ersten Moment auf den TV-Bildern für Verwirrung sorgte, weil Thiago Costa verdeckte. Aber es war alles korrekt und somit kein Platzverweis.

Was ist los mit Jerome Boateng?

Jerome Boateng war lange verletzt in dieser Saison, der Nationalspieler war zu keiner Zeit ein stabiler Faktor in der Defensive der Münchner. Dass er sich nach seiner Rückkehr im März aber mehr Einsatzzeit erwartet hätte, daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Boateng hat ein gesundes Selbstvertrauen, er sieht sich selbst als Innenverteidiger Nummer eins beim FC Bayern und in Deutschland. Nicht umsonst würde er sich ein Kapitänsamt in beiden Teams zutrauen.

Dass er seinen Status auch intern abchecken will, wie zuletzt berichtet wurde, ist klar. Im ersten Schritt muss er aber erst komplett fit werden und seine Leistung wieder stabilisieren. In Leipzig sah er bei allen vier Gegentoren schlecht aus. Ansprüche kann er mit solchen Leistungen nicht stellen.

Lahm und Alonso: Das falsche Spiel

Ein Spiel noch dann sind die Karrieren von zwei der größten Spieler der letzten 15 Jahre beendet. Philipp Lahm und Xabi Alonso dürfen gegen Freiburg nochmal vor heimischem Publikum ihre Klasse zur Schau stellen. Davor mussten sie in Leipzig aber harte Arbeit verrichten.

Es war ein Spiel, wie es Lahm und Alonso nicht gerne haben. "Es ging hin und her. Wenn man keine Balance hat zwischen Abwehr und Angriff, dann schaut so ein Spiel so aus", sagte Lahm. Das sei zwar für die Zuschauer schön, aber "nicht für eine Mannschaft wie uns, die davon lebt, dass sie sehr strukturiert Fußball spielt und über Ballbesitz kommt".

Und so sahen sich die beiden Routiniers in einem Spiel gefangen, in dem sie manchmal nur schlecht aussehen konnten. Zum Beispiel, wenn Lahm ins Laufduell gegen Werner musste. Oder wenn Alonso Sabitzer hinterherhechelte.

Sprinter waren beide noch nie, aber die Bayern vermeiden es an guten Tagen, ihre spielintelligentesten Akteure in solche Situationen zu bringen. Gegen Leipzig gab es zu viele dieser Aktionen und am Ende machte Lahm vor dem 2:4 sogar einen Fehler, wie er ihn vielleicht seit dem EM-Halbfinale 2008 nicht mehr gemacht hat.

Dass beide noch immer allerhöchsten Ansprüchen genügen, zeigten sie dagegen vor allem offensiv. Alonso strukturierte in den wenigen ruhigen Phasen das Spiel und hatte eine Passquote von über 96 Prozent - auch in der gegnerischen Hälfte. Zudem setzte er sich geschickt vor Thiagos Anschlusstreffer im Kopfballduell durch.

Lahm bildete mit Robben im Vorwärtsgang zum vorletzten Mal ein begeisterndes Duo. Keinen Lauf hat der 33-Jährige vermutlich öfter gemacht, als den im Rücken von Robben die Grundlinie hinunter. Der Lohn: die Flanke vor dem Elfmeter, die Flanke vor dem 2:3 und weitere gute Offensivaktionen (sechs Flanken, drei Torschussvorlagen) sowie die meisten Ballaktionen (87).

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