Montag, 10.10.2016

Driver-Ranking zum Japan-GP der Formel 1 in Suzuka

Hamilton: Weltmeisterlich im Bocken

SPOX-Redakteur Alexander Maack bewertet nach jedem Grand Prix die fahrerischen Leistungen der Formel-1-Piloten und stellt sein persönliches Driver-Ranking auf. Teil 17 der Saison 2016: Der Große Preis von Japan in Suzuka . Mit dabei: Lewis Hamilton übertreibt es schon wieder, während Nico Rosberg im Schlepptau von Sergio Perez und Tagessieger Max Verstappen enteilt.

Platz 1, Max Verstappen: Suzuka ist speziell. Eine echte Fahrerstrecke, auf der kein Fahrer für Highlights sorgt. Wer Fehler macht, verliert Zeit. Doch wer gut fährt, fällt nicht auf. Überholmanöver sind auf der ein wenig aus der Zeit gefallenen Honda-Teststrecke mit enger Fahrbahn ohne kilometerlange Geraden kaum möglich. Doch wenn die Überholer behindert werden, haben ihre Gegenspieler die Chance zu glänzen. Die Jarno Trullis des Fahrerfelds, die ihren Verfolgern Runde um Runde, Kurve um Kurve das Rennfahrerleben zur Hölle machen können.

Genau das kann Max Verstappen. Wie kein anderer im aktuellen Fahrerfeld? In Suzuka befeuerte der Teenager einmal mehr die Diskussion um seinen Fahrstil. Erst schaffte er es Runde für Runde, in der Schikane so viel Boden auf Hamilton gut zu machen, dass der Mercedes-PS-Vorteil für einen Angriff mit DRS nicht ausreichte. Als der dreifache Weltmeister dann vor der Schikane zum Angriff ansetzte, schlug ihm der Niederländer mit größtmöglicher Vehemenz die Tür zu. Hamilton fuhr durch die Auslaufzone, Verstappen hatte Platz 2 gesichert.

War sein Manöver zu hart? Schon wieder wechselte Verstappen während des Bremsens die Spur. Das will der Automobilweltverband FIA eigentlich überhaupt nicht sehen. Trotzdem blieb der 19-Jährige straffrei, die Rennleitung leitete nicht mal eine Untersuchung ein. Wie so vieles in der Formel 1 ist der Paragraph eine Grauzone. Solange selbst die Rennleitung kein Vergehen sieht, sollte der Niederländer nichts ändern. Er fährt knallhart, unangenehm, gut. Dass er den Red Bull vor einem schnelleren Mercedes und zwei schnelleren Ferrari ins Ziel brachte, sagt viel über seine Leistung an diesem Wochenende aus.

Platz 2, Sergio Perez: Den Teamkollegen im Qualifying deutlich hinter sich gelassen, die bessere Konkurrenz beim Start düpiert - für den Mexikaner lief das Suzuka-Rennen besser als gedacht. Von Startplatz 5 verbesserte er sich in der ersten Runde bis auf Platz 3. Den konnte er nicht halten, dafür ist der Force India dann doch nicht gut genug.

Perez holte das raus, was möglich war: Platz 7 hinter den Mercedes, Ferrari und Red Bull. Die Grundlage war sein starkes Qualifying, das er mit einer fast schon unauffälligen, abgeklärten und letztlich souveränen Fahrt in die Punkte komplettierte. Pech hatte der Force-India-Pilot lediglich, dass Jolyon Palmer mit seinem Renault im Weg stand und so Kimi Räikkönen an Perez vorbeibrachte.

Platz 3, Nico Rosberg: Der Weltmeister steht fest. Also theoretisch, denn Rosberg hat in Japan gewonnen. Warum das irgendetwas aussagen soll? Aus dem aktuellen Fahrerfeld gewannen Sebastian Vettel (viermal), Lewis Hamilton (dreimal), Fernando Alonso (zweimal), Kimi Räikkönen (einmal) und Jenson Button (einmal) in Japan. Anzahl der WM-Titel und Rennsiege stimmen überein, Rosberg muss also Weltmeister werden.

Genug der Zahlenspielerei ohne Aussagekraft. Rosberg schwimmt weiter auf seiner Welle. Das Qualifying-Duell gegen Hamilton ging wimpernschlagend an den Deutschen, der dadurch beim Start die nasse Fahrbahn vermied. Ob Hamilton auch ohne den Regen der Vornacht am Start gepatzt hätte? Für die Bewertung von Rosbergs Leistung ist es egal. Die war gut, ohne Einschränkungen. Am Ende jeder einzelnen Session führte der Deutsche das Klassement an. Er startete gut, er kontrollierte das Rennen ohne Fehler.

Die Fahrer mit den meisten GP-Starts
Jenson Button (hier in Führung liegend) bestreitet in Malaysia seinen 300. Grand Prix. Zeit also zurückzublicken: Welche Fahrer haben die meisten Formel-1-Rennen bestritten? Wir haben die Top 10 im Überblick!
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Jenson Button (hier in Führung liegend) bestreitet in Malaysia seinen 300. Grand Prix. Zeit also zurückzublicken: Welche Fahrer haben die meisten Formel-1-Rennen bestritten? Wir haben die Top 10 im Überblick!
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Platz 15, Nico Rosberg (202 GP-Starts): Jung und wild? Bilder mit freizügigen Models sieht man seit der Hochzeit mit Vivian selten. Rosberg ist im Klub der reifen Fahrer angekommen
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Platz 15, Nico Rosberg (202 GP-Starts): Jung und wild? Bilder mit freizügigen Models sieht man seit der Hochzeit mit Vivian selten. Rosberg ist im Klub der reifen Fahrer angekommen
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Platz 14, Nelson Piquet (204 GP-Starts): Dreifacher Weltmeister, als Erster holte er den Titel mit einem Turbomotor (auf Brabham-BMW) - seine extrovertierte Art missfiel vielen Gegnern
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Platz 14, Nelson Piquet (204 GP-Starts): Dreifacher Weltmeister, als Erster holte er den Titel mit einem Turbomotor (auf Brabham-BMW) - seine extrovertierte Art missfiel vielen Gegnern
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Platz 13, Andrea de Cesaris (208 GP-Starts): Der Italiener hält gleich mehrere Negativrekorde: Meiste Starts ohne Sieg, meiste Ausfälle in einer Saison (bei 14 von 16 Rennen der Saison 1987), meiste DNFs am Stück (18 in 1985/86)...
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Platz 13, Andrea de Cesaris (208 GP-Starts): Der Italiener hält gleich mehrere Negativrekorde: Meiste Starts ohne Sieg, meiste Ausfälle in einer Saison (bei 14 von 16 Rennen der Saison 1987), meiste DNFs am Stück (18 in 1985/86)...
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Platz 12, Gerhard Berger (210 GP-Starts): Wer ungeschönte Wahrheiten will, fragt Berger. Der Österreicher war eng mit Ayrton Senna befreundet und erwies dem Brasilianer als Sargträger die letzte Ehre
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Platz 12, Gerhard Berger (210 GP-Starts): Wer ungeschönte Wahrheiten will, fragt Berger. Der Österreicher war eng mit Ayrton Senna befreundet und erwies dem Brasilianer als Sargträger die letzte Ehre
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Platz 11, Mark Webber (215 GP-Starts): Minardi, Jaguar, Williams, Red Bull - der Australier kam ordentlich rum und biss sich doch an Sebastian Vettel die Zähne aus
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Platz 11, Mark Webber (215 GP-Starts): Minardi, Jaguar, Williams, Red Bull - der Australier kam ordentlich rum und biss sich doch an Sebastian Vettel die Zähne aus
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Platz 10, Giancarlo Fisichella (229 GP-Starts): Den Auftakt macht dieser italienische Playboy. Fisichella war von 1996 bis 2009 in der Formel 1 aktiv. In 229 Rennen gelangen ihm immerhin drei Siege
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Platz 9, Felipe Massa (246 GP-Starts): Der Brasilianer wird seine Karriere am Ende der 2016er-Saison beenden. In die Top 10 schafft er es aber dennoch! Fotoshootings mit Bar Refaeli wird der Sympathieträger sicher vermissen
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Platz 8, David Coulthard (246 GP-Starts): Der Schotte war neun Jahre lang für McLaren aktiv, sein Debüt gab er 1994 aber für Williams. Hier besucht ihn Lady Diana in der Team-Garage
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Platz 7, Kimi Räikkönen (248 GP-Starts): Der Iceman ist der erste Weltmeister (2007) in unserer Liste. Mit seiner stoischen, teils kauzigen Art hat sich der Finne zum Fanliebling gemausert. Wie lang wird er seine Anhänger noch begeistern?
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Platz 7, Kimi Räikkönen (248 GP-Starts): Der Iceman ist der erste Weltmeister (2007) in unserer Liste. Mit seiner stoischen, teils kauzigen Art hat sich der Finne zum Fanliebling gemausert. Wie lang wird er seine Anhänger noch begeistern?
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Platz 6, Jarno Trulli (252 GP-Starts): Über 14 Jahren durften die Fans den "Trulli-Train" begutachten, dann beendete der Wein-Liebhaber seine Karriere. Beim Großen Preis von Monaco konnte der Italiener 2004 sogar gewinnen
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Platz 6, Jarno Trulli (252 GP-Starts): Über 14 Jahren durften die Fans den "Trulli-Train" begutachten, dann beendete der Wein-Liebhaber seine Karriere. Beim Großen Preis von Monaco konnte der Italiener 2004 sogar gewinnen
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Platz 5, Riccardo Patrese (256 GP-Starts): In den 70ern gab dieser Herr sein Formel-1-Debüt, 1992 hatte er als Vizeweltmeister sein erfolgreichstes Jahr. Erst 2008 wurde sein GP-Start-Rekord geknackt - vom heutigen Spitzenreiter ...
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Platz 5, Riccardo Patrese (256 GP-Starts): In den 70ern gab dieser Herr sein Formel-1-Debüt, 1992 hatte er als Vizeweltmeister sein erfolgreichstes Jahr. Erst 2008 wurde sein GP-Start-Rekord geknackt - vom heutigen Spitzenreiter ...
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Platz 4, Fernando Alonso (269 GP-Starts): Seit 2001 fährt der Spanier in der Formel 1. Zwei WM-Titel und 32 Siege darf er mittlerweile sein Eigen nennen. Mit McLaren-Honda sollen noch mehr Erfolge her
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Platz 4, Fernando Alonso (269 GP-Starts): Seit 2001 fährt der Spanier in der Formel 1. Zwei WM-Titel und 32 Siege darf er mittlerweile sein Eigen nennen. Mit McLaren-Honda sollen noch mehr Erfolge her
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Platz 3, Jenson Button (301 GP-Starts): Wir sind auf dem Podest angekommen! Mit der Teilnahme am Großen Preis von Malaysia tritt Button in den 300er-Klub ein. Wir gratulieren!
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Platz 3, Jenson Button (301 GP-Starts): Wir sind auf dem Podest angekommen! Mit der Teilnahme am Großen Preis von Malaysia tritt Button in den 300er-Klub ein. Wir gratulieren!
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Platz 2, Michael Schumacher (307 GP-Starts): Eine Formel-1-Bestenliste ohne Michael Schumacher? Gibt's einfach nicht! Der Rekordweltmeister schraubte nach seinem Comeback bei Mercedes seine GP-Teilnahmen auf über 300 und wird nur von einem geschlagen ...
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Platz 1, Rubens Barrichello (323 GP-Starts): Schumis langjähriger Teamkollege macht das Rennen! Niemand ist in der Formel 1 so oft an den Start gegangen wie der Brasilianer. Nach der Saison 2011 beendete der Methusalem schließlich seine Karriere
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Platz 4, Kimi Räikkönen: Diese Woche stimmt's: Der Finne war im Qualifying der schnellere Ferrari-Mann - zumindest als es darauf ankam. In Q3 war er 0,079 Sekunden schneller. Ein knapper Vorsprung, der im Rennen Platz 2 ermöglicht hätte, wenn die Technik mitgespielt hätte. Konjunktiv über Konjunktiv. Durch den Getriebewechsel musste Räikkönen Startplatz 3 abgeben. Von Position 8 aus war nicht viel mehr drin, als hinter Teamkollege Sebastian Vettel ins Ziel zu kommen.

Das schaffte Räikkönen mit weniger als zehn Sekunden Rückstand, obwohl er beim letzten Stopp per Undercut an Daniel Ricciardo vorbeikam und deshalb lange auf den harten Slicks fahren musste. Eine grundsolide Performance, die ihn in der Gesamtwertung des Driver-Rankings an Vettel vorbeispült.

Platz 5, Esteban Ocon: Es ist mal wieder Zeit für die wöchentliche Diskussion: Wie gut sind die Hinterbänkler? In Suzuka beeindruckte Ocon. Der französische Mercedes-Junior hängte seinen Kollegen Pascal Wehrlein im Qualifying ab. Zwei Zehntel. Obwohl der neue Manor-Pilot sich einen kleinen Fehler in den Spoon-Kurven leistete. Sonst hätte er wohl sogar Felipe Nasr hinter sich gelassen.

Gegen die Schweizer kam Ocon zwar auch im Rennen nicht an, nachdem er beim Start abgedrängt wurde. Das lag am Auto. Der amtierende GP3-Champion hat nach seinem Aufstieg zum Einsatzfahrer als Ersatz für Rio Haryanto binnen kürzester Zeit die geringere Erfahrung in der Formel 1 gegenüber Wehrlein kompensiert. Dass er schon jetzt mit einem Wechsel zu Renault in Verbindung gebracht wird, kommt nicht von ungefähr.

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Alexander Maack

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Alexander Maack(Chef vom Dienst)

Alexander Maack, Jahrgang 1987, betreut seit Sommer 2012 die Formel 1 bei SPOX. Geboren im hessischen Fritzlar, landete er nach Aufenthalten in Niedersachsen, Dresden und Bonn schließlich in der "Medienhauptstadt" Mittweida, wo er sein Medienmanagement-Studium abschloss. Seit Mitte 2016 als Chef vom Dienst verantwortlich für den Inhalt der Homepage. Kernressorts: Motorsport, Fußball.

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