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NFL

Power Ranking: Ultra-aggressive Rams auf dem Weg nach ganz oben?

SPOX-Redakteur Adrian Franke sortiert die 32 Teams zur Saison-Mitte ein.

Die Regular Season 2021 steht bereits vor der Halbzeitmarke - SPOX-Redakteur Adrian Franke zieht sein zweites Zwischenfazit: Wer kann im Power Ranking klettern? Wer darf von den Playoffs träumen? Und bei wem geht der Blick bereits mehr auf Mock Drafts als auf den restlichen Schedule?

NFL Power Ranking nach Woche 8

32. DETROIT LIONS (Bilanz: 0-8)

Ranking nach Woche 4: 29.

Nach Woche 4 hatte ich den Lions noch einige positive Attribute zugeschrieben. Eine gewisse mentale Stärke, eine Offense, die das Maximum aus ihren begrenzten Möglichkeiten macht; generell die Tendenz, Spiele enger zu halten als man es auf dem Papier vor dem Spiel vermutet hätte. Selbst diese Qualität schien wieder verloren, gegen die Rams gab es dann zumindest ein kleines aber feines Aufbäumen. Das aber war wohl genau das, ein Aufbäumen - nicht mehr. Das Spiel gegen Philly war ein Debakel, es gilt zunehmend: Die Lions verlieren, und sie verlieren deutlich. Verletzungen von Frank Ragnow und Quintez Cephus schränken die ohnehin schon dramatisch limitierte Offense weiter ein, und die Cornerback-Gruppe ist ligaweit eine der schwächsten. Es ist völlig klar, dass das ein groß angelegter Umbruch in Detroit ist, der nicht in einer und auch nicht in zwei Offseasons durchzuführen ist. Aber aktuell sind wir definitiv in der Phase, in der das Licht am Ende des Tunnels noch nicht zu sehen ist. Und viele Spieler aus dieser aktuellen Gruppe werden vermutlich nicht mehr an Bord sein, wenn jenes Licht irgendwann erreicht wird.

31. HOUSTON TEXANS (1-7)

Ranking nach Woche 4: 32.

Den Auftritt gegen die Patriots kann Davis Mills niemand mehr nehmen - zum Sieg gereicht hat der auch nicht. Der Ausverkauf ging indes weiter, auch Whitney Mercilus und Mark Ingram sind mittlerweile nicht mehr im Team. Dafür kommt Tyrod Taylor vermutlich im nächsten Spiel zurück, was der Offense einen höheren Floor auf der Quarterback-Position gibt. Auch Laremy Tunsil sollte bald wieder spielen können und dann dabei helfen, die Line zu stabilisieren. Aber all das sind letztlich nur Tropfen auf dem heißen Stein. Die Texans sind nicht das hoffnungslos unterlegene Team, das man vor Woche 1 vielleicht vermuten musste; abgesehen von Taylor, Brandin Cooks und der Tatsache, dass das Team sich nicht aufzugeben scheint, gibt es aber wenige weitere positive Aspekte. Der Umbruch hat gerade erst begonnen.

30. JACKSONVILLE JAGUARS (1-6)

Ranking nach Woche 4: 30.

Keine Ahnung, wie es mit Urban Meyer weitergeht, ob er der richtige Coach für den Neustart in Jacksonville ist, ob er überhaupt in einem Jahr noch bei den Jaguars ist. Die Offense hatte einige positive Tendenzen gezeigt, nur um dann in Seattle mal wieder ein komplettes Ei zu legen. Dieses Team wirkt von vorne bis hinten so schlecht gecoacht, von Coverage-Busts und zu vielen Spielern auf dem Feld in der Defense, über eine Offense, die nach wie vor viel zu sehr davon abhängig ist, dass Trevor Lawrence genügend Big Plays macht, um das Spiel zu retten. Und Lawrence hat jede Woche diese Würfe, wo die Augenbrauen hochgehen und man das enorme Talent sieht - aber das ist viel verlangt, auch von einem so talentierten Quarterback. D.J. Chark wird dieses Jahr derweil nicht mehr spielen, und für Lawrence hoffe ich, dass hier noch ein Plan entsteht, der dem jungen Quarterback in seiner Entwicklung hilft. Jacksonville ist noch sehr weit davon entfernt, zumindest im NFL-Mittelfeld anzuklopfen.

29. NEW YORK JETS (2-5)

Ranking nach Woche 4: 31.

Nicht falsch verstehen, dieses Mike-White-Erlebnis gegen Cincinnati war absolut spektakulär; fast so spektakulär wie die Aussage von Coach Robert Saleh anschließend, der mal lieber nicht ausschließen wollte, dass White auch die langfristige QB-Antwort für Gang Green sein könnte. Aber das führt indirekt auch zum Punkt: Selbst wenn man die Saison als ersten Baustein für etwas neues betrachtet - was sie zweifellos sein sollte und immer war, alles andere wäre überzogene Erwartungshaltung -, selbst wenn man den richtigen Blickwinkel auf diese Saison hatte, dann wäre nach knapp der ersten Saisonhälfte die Frage zu stellen: Was genau wird gebaut? Die Offensive Line wäre vielleicht am ehesten der Ansatz dafür, hier gibt es positive Tendenzen. Aber Zach Wilson ist noch sehr weit weg und verpasst jetzt mehrere Wochen, die Defense ist erwartungsgemäß anfällig im Passspiel und das junge offensive Waffenarsenal außerhalb von Corey Davis ist auch noch in erster Linie auf dem Startfeld. Die Jets werden wieder sehr hoch picken im kommenden Draft, die einzige Hoffnung für die zweite Saisonhälfte ist, dass Wilson merkliche Fortschritte an den Tag legt. Ansonsten droht nicht nur eine verlorene Saison, sondern eine Offseason, in welcher nach der Aufbruchstimmung im Vorjahr einmal mehr größere Fragezeichen als vor dem Neustart im Raum stehen.

28. WASHINGTON FOOTBALL TEAM (2-6)

Ranking nach Woche 4: 23.

Washingtons Defense muss eine der größten Enttäuschungen dieser Saison sein. Ja, das war eine vermutlich - gut, an diesem Punkt: offensichtlich - überschätzte Unit im Sommer, aber dass die Secondary derart planlos schematisch und anfällig individuell auftreten würde, das hatte ich nicht erwartet. Und klar, die Front sollte der Trumpf sein, hier stecken all die Top-Ressourcen drin und die Defensive Line erfüllt die hohen Ansprüche nicht einmal ansatzweise bisher. Unter dem Strich bleibt die nach EPA Nummer-29-Defense der Liga, mit einer Spread-Offense, die den Ball zwar bewegen kann, die eine solide Line hat - wenngleich sich hier Center Chase Roullier am Sonntag verletzte -, einen exzellenten Wide Receiver in Terry McLaurin und einen Quarterback in Taylor Heinicke, der der Offense zumindest die Chance auf Big Plays gibt. Aber unter dem Strich steht eine extrem inkonstante Offense, die Woche für Woche eine Wundertüte sein kann, aber auf die ich mich keinesfalls in irgendeiner Art und Weise verlassen würde.

27. MIAMI DOLPHINS (1-7)

Ranking nach Woche 4: 27.

Dass Miamis Offensive Line ein Problem ist, dürfte an diesem Punkt für wirklich niemanden mehr eine neue Erkenntnis sein. Wenn man einen positiven Takeaway dazu finden will, dann den, dass die Dolphins zumindest vereinzelt Wege finden, wie sie um diese Line herum arbeiten können. Kaum eine Offense ist derart angewiesen auf das schnelle RPO-Passspiel, in welcher Tua Tagovailoa fraglos am ehesten glänzen kann, und unter anderem das gibt der Offense eine Baseline. Das ist schön und gut, und sicherlich ein Stück weit auch nachvollziehbar. Aber weil das eben einen so großen Teil der offensiven Identität ausmacht, ist die Offense gleichzeitig offensichtlich limitiert und das Ergebnis aktuell sind offensive Parameter, in welchen Tagovailoa gut spielt, aber in welchen der Floor fast gleichbedeutend mit dem Ceiling ist. Das führt unweigerlich dazu, dass es minimalen Spielraum für Fehler gibt, dass die Offense kaum einmal negative Plays haben darf, und dass Big Plays und Explosivität nur sehr bedingt vorkommen. Das in Kombination mit einer Defense, die außerhalb von Xavien Howard und Emmanuel Ogbah deutliche Rückschritte im Vergleich zum Vorjahr gemacht hat - was für ein Potenzial auf dieser Seite des Balls ist, war gegen Buffalo dann doch mal wieder zu sehen -, führt in der Gesamtabrechnung zu einem Team, dessen sportliche Perspektive für den Rest dieser Saison sehr überschaubar ist. Miami wird den Ball gegen gute Teams kaum vernünftig bewegen können, und die Defense kann dann nur Schadensbegrenzung betreiben.

26. CHICAGO BEARS (3-5)

Ranking nach Woche 4: 25.

Ich fordere jeden heraus, eine Offense aufzuzeigen, die über die letzten Wochen unkreativer und frustrierender war als die der Chicago Bears - auch wenn Bears-Fans sicher die Hoffnung haben, dass das Spiel gegen die 49ers vielleicht ein kleiner Wendepunkt war. Auch weil Fields sich weiterentwickelt, denn die Probleme lagen absolut auch an Matt Nagy, der es bisher nicht geschafft hat, eine Offense zu entwerfen, die Justin Fields schematisch gesprochen an die Hand nimmt, ihn häufiger dazu zwingt, den Ball schnell loszuwerden, ihm mehr Gelegenheiten gibt, per Design außerhalb der Pocket zu arbeiten. Aber es war bisher auch Fields selbst, bei dem die Probleme, die im College bereits sichtbar waren, deutlich durchkamen: Er hält den Ball zu lange, er liest das Spiel zu langsam, er hat noch kein Gefühl dafür, wie sich NFL-Fenster entwickeln und wie sein Timing in der Pocket aussehen muss. Chicago hat zwei gute Wide Receiver, aber bisher hilft das der Offense zu selten weiter - auch das ist Teil der Frust-Rechnung. Genau wie die Tatsache, dass die Offensive Line sicher nicht gut ist, aber eben auch nicht so schlecht, wie Scheme und Fields sie aussehen lassen. Gegen die Niners waren die Highlight-Plays, aber auch die generell schnelleren Entscheidungen aus der Pocket da; das gibt definitiv Hoffnung, und letztlich ist Fields' Entwicklung ohnehin alles, was für die Bears in dieser Saison zählt. Die Defense derweil war furios in die Saison gestartet, jedoch haben hier zuletzt einzelne Ausfälle ihren Tribut gefordert. Und tragen wird diese Unit das Team nicht.

25. NEW YORK GIANTS (2-6)

Ranking nach Woche 4: 21.

Ich will die Giants nach wie vor höher einsortieren, was aber in erster Linie daran liegt, dass Daniel Jones eine gute Saison spielt und die Offense mir mehr gibt als beispielsweise die der Panthers oder auch der Steelers. Aber auf der einen Seite sind die Playmaker einfach nie alle fit, nicht einmal ansatzweise - und auf der anderen Seite ist Jones' gute Saison so ziemlich der einzig positive Punkt, den ich bisher aus dieser Giants-Saison mitnehmen würde. Eine zu große Enttäuschung ist die Defense, zu inkonstant - weil eben auch immer wieder verletzt - das Waffenarsenal, zu anfällig die Offensive Line, und zu wenig gibt mir der Coaching Staff. Ich bleibe dabei, dass die G-Men in der Offseason dringend über einen radikalen Umbruch in der Führungsriege nachdenken müssten - aber mir fehlt der Glaube daran, dass ein solches Szenario überhaupt auf dem Tisch ist.

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