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NBA Finals - Jimmy Butler hält die Miami Heat mit einem Meisterwerk in der Serie: "Ich habe den leichten Job"

Jimmy Butler war in Spiel 3 der NBA Finals nicht zu bremsen.

Jimmy Butler hat in Spiel 3 der NBA Finals das bisher beste Spiel seiner Karriere hingelegt. Der All-Star wollte danach trotzdem kein Lob akzeptieren - seine Aufgabe ist aus seiner Sicht eben noch längst nicht erledigt. Hier geht es zu den Höhepunkten der Partie.

Erik Spoelstra hat im Lauf seiner Karriere schon die eine oder andere Elite-Leistung in den Finals gesehen. Als 2006 Dwyane Wade die Dallas Mavericks nach einem 0-2-Rückstand zur Verzweiflung (und zum Kollaps) trieb, war Spoelstra bereits ein Assistant Coach in Miami. Von 2011 bis 2014 betreute er selbst hauptverantwortlich vier Finals-Teams und zwei Champions.

Ein Triple-Double mit 40 Punkten bekam er dabei nie zu sehen; es gab allerdings ohnehin erst zwei davon, eins von Jerry West 1969 in Spiel 7 und eins von LeBron James, als dieser 2015 gegen die Warriors kämpfte. Das war zumindest bis zu Spiel 3 der 2020er Finals der Fall. Jimmy Butler hat ein solches Spiel nun ebenfalls aufgelegt - und im Gegensatz zu LeBron und West gewann sein Team die Partie.

Seinen All-Star auf ein Podium heben oder die Leistung historisch einordnen, wollte Spoelstra jedoch nicht. "Ich werde das nicht ranken. Es ist ein Sieg, und Jimmy versteht das, dass es noch viel mehr brauchen wird", sagte Spoelstra. "Es geht nicht darum, ihn mit irgendwem in der Geschichte zu vergleichen." Dabei drängte sich der LeBron-Vergleich beinahe schon auf.

Jimmy Butler schlägt LeBron James in jeder Kategorie

2015 standen dessen Cavaliers in den Finals einem talentierteren Warriors-Team gegenüber. LeBrons Co-Stars Kyrie Irving und Kevin Love waren verletzt. Von LeBron wurde fortan verlangt, mehr zu tun, als eine Person eigentlich tun kann, anders würden die Cavs keine Chance haben. Und er verschaffte ihnen eine Chance; LeBron führte Cleveland immerhin zu zwei Siegen und legte in der Serie mehr Punkte, Rebounds und Assists auf als jeder andere Akteur.

In diesem Jahr ist es noch nicht so weit und die Finals sind auch noch nicht gelaufen. In Spiel 3 jedoch, erneut ohne die Co-Stars Bam Adebayo und Goran Dragic, die in diesen Playoffs beide so wichtig für Miami waren, gelang auch Butler dieses Kunststück: Er hatte mehr Punkte (40), Rebounds (11) und Assists (13) als jeder andere Akteur auf dem Court.

Es war übrigens auch das erste Mal, dass ein Akteur LeBron in einem Finals-Spiel in jeder dieser Kategorien übertraf. Abgesehen davon verteidigte er LeBron auch noch über weite Strecken des Spiels.

Spoelstra wollte Butlers Auftritt nicht ranken, aber man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man diese Leistung als eine der besten Finals-Leistungen der letzten zehn Jahre bezeichnet. "Jimmy war heute phänomenal", musste auch James anerkennen.

Jimmy Butler zu LeBron: "Ihr seid in Schwierigkeiten"

Miami hatte in der bisherigen Serie teilweise hoffnungslos überfordert gewirkt. Defensiv fehlte ohne Adebayo der zentrale Anker, der als einziger wenigstens eine Chance haben könnte, mit Anthony Davis zurechtzukommen. Offensiv fehlte mit Dragic der in den Playoffs wohl wichtigste Playmaker. Nach dem 0-2-Rückstand wurde die Frage, ob Miami zurückkommen könnte, bereits weitaus weniger eifrig diskutiert als die Frage, welcher Lakers-Superstar den Finals-MVP-Award einstreichen würde.

Auch die Lakers schienen sich ihrer Sache schon etwas zu sicher sein. Noch in Halbzeit eins sagte James zu Butler, Miami stecke "in Schwierigkeiten", das nahm dieser offensichtlich persönlich. Während die Lakers fahrig auftraten, spielten Butler und die Heat mit der Dringlichkeit eines Teams, das sich noch lange nicht aufgegeben hat.

"Ihr seid in Schwierigkeiten", gab Butler in Richtung LeBrons zurück, als sein Team im letzten Viertel endgültig wieder davonzog, erneut vor allem dank Butler selbst, der allein im vierten Durchgang 5 Assists, 10 Punkte, 2 Rebounds und 1 Block verzeichnete.

Jimmy Butler macht von allem alles

"Das ist einfach Wettbewerb vom feinsten", sagte Butler über sein Privatduell mit James. "Ich glaube, LeBron hat schon viel zu oft gegen mich gewonnen. Ich respektiere ihn dafür, aber es ist jetzt eine andere Zeit, ich habe eine andere Gruppe um mich herum. Wir werden uns nicht aufgeben und kämpfen, damit wir mit 2-2 ausgleichen können."

Butler war dabei so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau seines Teams. Er punktete selbst nach Belieben und war dabei hocheffizient (14/20 FG ohne einen einzigen Dreier), spielte aber mitnichten eigensinnig. Immer wieder versuchte er, mit seinen Drives Lücken zu reißen und dann auch seine Shooter mit einzubeziehen; 18 der 34 Dreier, die Miami versuchte, wurden direkt von ihm vorbereitet. Sein Passspiel war mindestens so beeindruckend wie die 40 Punkte.

Die Heat zeigten dabei erneut keine gute Shooting-Leistung (12/34 aus der Distanz), am Ende schien sich Butlers Vertrauen in seine Mitspieler dennoch auszuzahlen. Zum einen, weil ihre Anwesenheit ihm überhaupt erst den Platz für seine Drives verschaffte, zum anderen, weil vor allem Herro sich im letzten Viertel endgültig freispielen konnte.

Jimmy Butler: "Ich habe den leichten Job"

"Ich habe den leichten Job", behauptete Butler, der schon die gesamte Saison über jede Gelegenheit nutzt, um sich selbst klein- und seine Mitspieler großzureden. "Die Jungs verschaffen mir so viel Platz, ich muss nur jedes Mal werfen, wenn ich offen bin, oder den Ball eben wegpassen, wenn ich es nicht bin." So simpel ist es zwar nicht, aber Butler ließ es in dieser Partie tatsächlich so aussehen.

Dass er dabei historische Zahlen auflegte, wischte Butler mit großem Desinteresse weg: "Es geht nur ums Gewinnen, um mehr nicht. Ich hoffe, dass ich im nächsten Spiel 0 Punkte auflege und ihr reden könnt, was ihr wollt. Wenn wir gewinnen, setze ich mich hier hin und sage exakt das Gleiche." Das klingt zwar reichlich klischeehaft, Butler kann man es aber immerhin insofern abkaufen, weil er sich nicht primär über die Punkte definiert.

Das honorierte auch sein Coach: "Man muss sein Spiel steigern und man kann nicht konventionell mit Zahlen greifen, was Jimmy Butler uns gibt. Er gehört zum obersten Level in Sachen Wettbewerb", sagte Spoelstra. Wenigstens zu dieser Form von Ranking ließ er sich hinreißen, nachdem Butler sein Team mit einer Leistung puren Willens zurück in diese Finals geführt hatte.

Lakers vs. Heat: Die Finals im Überblick

SpielDatumUhrzeitTeam 1Team 2Ergebnis/Übertragung
11. Oktober3 UhrLos Angeles LakersMiami Heat116:98
23. Oktober3 UhrLos Angeles LakersMiami Heat124:114
35. Oktober1.30 UhrMiami HeatLos Angeles Lakers115:104
47. Oktober3 UhrMiami HeatLos Angeles LakersDAZN
510. Oktober3 UhrLos Angeles LakersMiami HeatDAZN
6*12. Oktober1.30 UhrMiami HeatLos Angeles LakersDAZN
7*14. Oktober3 UhrLos Angeles LakersMiami HeatDAZN

*falls notwendig

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