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NBA

Wie aus einer anderen Welt

Von Max Marbeiter
Gregg Popovich, Tim Duncan und Tony Parker (v.r.n.l.) gewannen mit den Spurs 2014 den Titel
© getty

Die Lineups: Die Finals 2013 öffneten Gregg Popovich die Augen. Er habe nicht alle Eventualitäten bedacht, während der Regular Season nicht genügend ausprobiert, gab Pop nach der bitteren Niederlage gegen Miami zu. Im Klartext: Die Perfektion war noch nicht erreicht, Popovich hatte nicht genügend Lineups getestet, nicht exakt herausgefunden, wer mit wem in welcher Situation am besten harmoniert.

Sein Versäumnis holte Pop während der vergangenen Regular Season nach und experimentierte, um in den Playoffs situativ bestmöglich reagieren zu können. Dass er damit Erfolg haben würde, deutete sich bereits während der ersten 82 Spiele an. Während derer stellten die Spurs nämlich vier der 15, in Sachen Fieldgoal Percentage, effektivsten Lineups - mit Marco Belinelli, Tim Duncan, Boris, Diaw, Kawhi Leonard und Tony Parker sogar das dritteffektivste (56,6 Prozent).

Nun wäre Pop jedoch nicht Pop, würde er sich auf einige, wenige Aufstellungen versteifen, nur weil sie in gewissen Aspekten des Spiels gut miteinander harmonieren. So standen besagte vier Lineups im Schnitt lediglich zwischen 3 und 4,6 Minuten gemeinsam auf dem Feld. San Antonios Starting Five darf pro Spiel immerhin 8,7 Minuten ran, rangiert damit ligaweit jedoch lediglich auf Rang 104.

Diaws Wert

Popovich passt sein Team also den jeweiligen Gegebenheiten an, um auf die, ihm vom Coaching-Pendant gestellten Aufgaben bestmöglich reagieren zu können. Ein zentraler Ansatz trägt dabei einen Namen - und noch dazu vielleicht ein wenig zu viel Gewicht mit sich herum. Boris Diaw war während der Playoffs so etwas wie die Konstante im Spiel der Spurs. Einerseits war der Franzose einfach konstant gut - gerade in den Finals - andererseits war er essentiell wichtig für das gute Ballmovement San Antonios.

Dass Diaw für einen Big Men herausragende Passfähigkeiten besitzt, ist auch ohne Statistik-Blick offensichtlich. Die Zahlen wissen dies jedoch zu untermauern. So ist der Forward stolzes Mitglied der sechs effektivsten Lineups der Spurs. Steht Diaw auf dem Court, legt San Antonio auf 100 Possessions gerechnet meist deutlich bessere Effective Field Goal Percentages auf als der jeweilige Gegner. Dazu zählt der Franzose zu den fünf besten Passing-Lineups der Spurs.

Mit seinem unorthodoxen Stil steht Diaw quasi sinnbildlich für den Ansatz der Spurs. Als Secondary-Playmaker auf der Vier stellte der Franzose nicht nur die Miami Heat vor erhebliche Probleme und trug somit immens zum Titel der Spurs bei. Dass Diaw im Schnitt dennoch "nur" 25 Minuten auf dem Court stand, liegt an Pops Experimentierfreude.

Seite 1: Inside- statt Perimeterspiel

Seite 2: Die Minutenverteilung

Seite 3: Die Lineups

Seite 4: Assists/Passing

Seite 5: Touches

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