Fussball

"Das Härteste der ganzen Saison"

Von Interview: Fatih Demireli
Markus Hörwick moderiert unter anderem die FCB-News für den vereinseigenen Sender
© getty

Elf Tage sind es noch bis zum Champions-League-Finale zwischen Bayern und Dortmund. Vor dem großen Showdown im Wembley-Stadion spricht Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick im SPOX-Interview über die härteste Phase der Saison, Pep Guardiola und die Prioritäten vor dem Endspiel.

SPOX: Markus Hörwick, Jupp Heynckes gibt seinen Spielern gerne mal eine Pause, wenn es zu viel wird. Beneiden Sie die Bayern-Profis um die Rotation?

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Markus Hörwick: (lacht) Die Rotation ist bei uns leider nicht drin. Einerseits ist man in einer Situation, um die dich 16 Bundesligisten und ganz Europa beneiden. Es gibt viele Kollegen, die sagen: Wir möchten auch mal in die Situation kommen, in der sich der Hörwick mit seinem Team befindet. Wir sind schon Meister, dazu Finalist in der Champions League und im DFB-Pokal. Davon träumt jeder. Andererseits ist es jetzt das Härteste der ganzen Saison.

SPOX: Wie ist das zu bewerkstelligen?

Hörwick: Es gibt momentan keine Anstrengung, weil man voller Adrenalin und Energie ist. Ich gehe jede Nacht um 12 oder 1 Uhr ins Bett und wache um 5 Uhr, spätestens 5.30 Uhr, wieder auf. Und ich bin normalerweise ein Langschläfer: An einem freien Tag findet man mich auch mal noch um 9 oder 10 Uhr im Bett, aber das geht derzeit nicht. Momentan schaffst Du alles, irgendwann kommt der Tag, an dem alles erledigt ist. Dann liegt man wahrscheinlich wie ein nasser Schwamm in der Ecke.

SPOX: Wie sieht Ihr Arbeitspensum konkret aus?

Hörwick: Wir sind zum Beispiel am Morgen nach dem Rückspiel in Barcelona nicht nach München zurückgeflogen, sondern zu viert direkt nach London weitergereist. Mittags stand schon das erste Finalisten-Meeting an. Wir hatten die Reise schon vorher gebucht, die Kollegen des FC Barcelona übrigens auch.

SPOX: Was wurde dort besprochen?

Hörwick: In erster Linie geht es darum, sich am 25. Mai zurechtzufinden. Wo sind die Kabinen? Wo ist die Mixed Zone? Wo sind die Fernsehstudios? Wo sitzen unsere Fans und wo sind die VIP-Bereiche? Für das Finale arbeiten seit einem Jahr 200 Leute der UEFA und der dazugehörigen Firmen.

SPOX: Sie wurden dort auch von englischen Kollegen im Empfang genommen.

Hörwick (schmunzelt): Ja, da gibt es eine schöne Anekdote: Da waren Kollegen englischer Medien, die uns herzlich begrüßt haben. Sie haben gesagt: "Es ist toll, dass zwei deutsche Mannschaften ins Wembley kommen. Jetzt ist wenigstens gesichert, dass eine deutsche Mannschaft verliert."

SPOX: War nach der London-Reise erst einmal Ruhe?

Hörwick: Nein. Ich bin von Barcelona nach London, von London nach Castrop-Rauxel, wo unser Teamhotel vor dem Dortmund-Spiel war. Am Sonntag waren wir zuhause. Am Montag bin ich nach Frankfurt geflogen, DFL-Tagung. Dazwischen schnell für einen Tag an den Gardasee, - kein Urlaub, sondern schon Vorbereitung auf das Trainingslager vor Beginn der neuen Saison. Dafür habe ich einen Flug nach Berlin sausen lassen, DFB-Pokalfinal-Vorbereitung...

SPOX: Trainingslagervorbereitung während der Saison?

Hörwick: Richtig. Wenn Pep Guardiola kommt, müssen wir uns für andere Dimensionen vorbereiten. Man springt derzeit von einer Veranstaltung zur anderen. Familiär musst du dich derzeit zu Hause verabschieden, aber dafür hat jeder Verständnis.

SPOX: Sie haben gesagt, dass 200 UEFA-Mitarbeiter am Finale arbeiten. Wie viele sind es beim FC Bayern?

Hörwick: Direkt sind es zehn bis 20 Personen, aber wenn man die Abteilungen Merchandising, Ticketing, Sponsoring und das Ganze dazuzählt, ist es eigentlich der ganze Klub, der direkt oder indirekt am Finale in London arbeitet.

SPOX: Der FC Bayern ist zum dritten Mal in vier Jahren im Finale. Erleichtert das die Arbeit?

Hörwick: Absolut. Wir wissen, was auf uns zukommt. Wir wissen, was verlangt wird. Die Inhalte überraschen uns nicht mehr. Dennoch ist es bei den Besuchen vor Ort gut zu wissen, wie es da genau aussieht.

SPOX: Gibt es noch etwas, das Sie überrascht?

Hörwick: Nein. Mittlerweile ist das Champions-League-Finale, gemeinsam mit der Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Spiele und vielleicht noch mit dem Super Bowl in den Vereinigten Staaten das weltweit größte Sportereignis. Es ist perfekt durchorganisiert. Jedes Jahr wurde nachgebessert und feinjustiert, so dass man inzwischen auf einem Standard ist, bei dem man sagen kann: Da kannst Du nicht mehr viel verbessern.

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