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Formel 1

"Das muss er sich nicht antun"

Von Alexander Mey
schumacher, michael, ferrari
© Getty

München - Michael Schumacher hätte sich am Freitag gerne ausschließlich auf seine Testarbeit für Ferrari konzentriert. Doch das konnte er vergessen.

Einen Tag nach dem Debakel seines Bruders Ralf beim Test für Force India und der folgenden Andeutung des Karriereendes war Bruder Michael natürlich ein gefragter Interview-Partner.

Was hatte es zu bedeuten, als Ralf am Donnerstag nach dem letzten Platz in Jerez sagte: "Es kann sein, dass das heute meine letzte Fahrt in einem Formel-1-Wagen war."

Offenbar hat es Ralf Schumacher aufgegeben, sich um jeden Preis an die Formel 1 zu klammern. Zu weit unter Wert verkaufen will er sich dann doch nicht.

Schumacher verspottet Force India

Eine Entwicklung, die Michael mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen hat. "Ich weiß nicht, was seine Ambitionen sind, aber bevor er mit diesem Auto, ich weiß gar nicht wie es heißt, rumkriecht - das muss er sich nicht antun", gab Schumi überraschend undiplomatisch zu Protokoll.

Er weiß, wovon er redet, wenn er seinem Bruder die Abstinenz vom Löwenkäfig Königsklasse schmackhaft macht. Schließlich ist er selbst schon ein Jahr lang im Ruhestand und scheint sich wohlzufühlen.

"Ich habe ihm persönlich vor langer Zeit gesagt, dass es so viele Dinge im Leben gibt, die Spaß machen", sagte Schumacher und erklärte Ralfs Dilemma. "Er könnte noch gute Resultate abliefern, aber er hat im Moment nicht die richtigen Optionen."

Vettel und Rosberg schlagen Schumacher

Gute Resultate hat Michael Schumacher seit seinem Comeback als Edel-Testfahrer für Ferrari regelmäßig erzielt. Das war an seinem zweiten Testtag in Jerez nicht anders. In 1:19,136 Minuten erzielte der 38-Jährige die viertbeste Zeit, musste sich dabei aber von zwei deutschen Jungstars schlagen lassen, die zusammen gerade mal vier Jahre älter sind als er.

Sebastian Vettel (20) fuhr im Toro Rosso in 1:18,213 Minuten Bestzeit, Nico Rosberg (22) wurde mit rund einer halben Sekunde Rückstand im Williams Dritter. Dazwischen schob sich der Schnellste vom Vortag, Robert Kubica im BMW-Sauber.

Vierter trotz schlechterer Aerodynamik

Zu Schumachers Ehrenrettung sei aber gesagt, dass er im Gegensatz zur Konkurrenz bereits für die Saison 2009 testete. Das heißt: Er fuhr nicht nur wie die anderen auf Slicks, er hatte auch Aerodynamik-Komponenten am Auto, die den Abtrieb um rund 30 Prozent reduzieren. Angesichts dieses Nachteils ist eine knappe Sekunde Rückstand gar nicht übel.

Vierter Deutscher im Bunde war Timo Glock. Der Toyota-Pilot beendete seinen vierten Testtag im neuen Team mit Platz sechs und 1,7 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Mit dem vierten Tag in Jerez sind die offiziellen Testfahrten für dieses Jahr beendet. Weiter geht es im Januar, dann werden die Teams sukzessive ihre neuen Autos für die Saison 2008 auf die Strecken bringen.

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