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Eishockey

DEL-Finalisten doch ein WM-Thema

SID
Pat Cortina hält viel von Youngster Leon Draisaitl
© getty

Bundestrainer Pat Cortina hat nach dem 2:4 gegen Russland ein Missverständnis korrigiert. Für die WM in Minsk wird der Italo-Kanadier sehr wohl auf Spieler aus dem DEL-Finale setzen. Das Duell mit NHL-Superstar Alexander Owetschkin zeigte, dass dies auch bitter nötig ist.

Pat Cortina musste dringend noch etwas klarstellen. Er wolle keinen Spieler aus dem DEL-Finale für die Weltmeisterschaft nominieren, hatte der Eishockey-Bundestrainer zuletzt wissen lassen, wenn die Serie über mehr als fünf Duelle gehe. "Aber das war ein Missverständnis", sagte der Italo-Kanadier nach dem 2:4 gegen Russland im Rahmen der Euro Hockey Challenge, "es ging dabei nur um den Kader für Freitag in Mannheim."

Freitag in Mannheim, da spielt Deutschland gegen die Schweiz im vorletzten Test für das WM-Turnier in Minsk, das für die DEB-Auswahl am 10. Mai mit einem Schlüsselspiel gegen Kasachstan startet. In Weißrussland sollen dann selbstverständlich Profis der Kölner Haie und des ERC Ingolstadt den Kader verstärken. "Fünf bis sieben Spieler kommen infrage", sagte Cortina, der mit seinem häufigen Wechsel zwischen Deutsch und Englisch selbst nicht ganz schuldlos an Fehlinterpretationen ist.

Der DEB-Coach konkretisierte auch hier seine jüngsten Angaben. Vor einigen Tagen hatte Cortina höchstens "drei, vier Spieler" überhaupt im Blick haben wollen und erklärt, es gehe ja jetzt "um die Feinabstimmung" und da sei die Länge der Finalserie, die spätestens am 30. April endet, nunmal ein Problempunkt.

"Für uns ist es nie leicht"

Am Donnerstagabend in München war gegen die Russen zu sehen, dass vor allem der Defensive zusätzliche Qualität gut zu Gesicht stünde. Von den Haien sind dafür Torsten Ankert, Björn Krupp und Moritz Müller Kandidaten, bei Ingolstadt hat sich Routinier Patrick Köppchen ins Blickfeld gespielt, dessen Leistungen Cortina als "positive Überraschung" bezeichnete.

Im ersten Drittel war gegen Alexander Owetschkin und Kollegen nur Hilfslosigkeit zu erkennen. Das DEB-Team war in allen Belangen überfordert. Ilja Nikulin (4.), Sergej Plotnikow (5.), Wiktor Tichonow (6.) und Anton Glinkin (14.) drückten die eklatante Überlegenheit in Toren aus. "Wir waren nicht da, wir waren nur 22 Zuschauer", monierte Cortina.

Insbesondere diese Eindrücke gegen den Rekordweltmeister waren für ihn zu Beginn der heißen Phase der WM-Vorbereitung eine deutliche Warnung. "Wir müssen unser Spiel durchziehen, egal wie stark der Gegner ist. Das ist die große Lektion", sagte der 49-Jährige. Auch bei Felix Schütz, der nach dem Treffer von Matthias Plachta (31.) in der 44. Minute für den Endstand sorgte, verfestigte sich diese Erkenntnis. "Für uns ist es nie leicht. Wenn jeder nach vorne rennt, haben wir Probleme", sagte er.

Youngster auf dem Vormarsch

Lob hatte Cortina wieder einmal für seine Jüngsten übrig. Sowohl das 18-jährige Ausnahmetalent Leon Draisaitl als auch der gleichatrige Dominik Kahun empfahlen sich erneut. Besonders Draisaitls Chancen auf die WM steigen merklich. "Leon bewirkt etwas, wenn er den Puck hat", sagte Cortina: "Wir sollten darüber nachdenken, ihn fest zu nominieren."

Zudem deutete Länderspiel-Debütant Tobias Rieder (21), der in Nordamerika bei den unterklassigen Portland Pirates an seinen NHL-Traum arbeitet, sein Potenzial an. "Wir werden ihm am Samstag mehr Eiszeit geben", kündigte Cortina an. In Landshut beim nächsten Duell mit Owetschkin und Co. (14.30 Uhr/Sport1) möchte das DEB-Team dann von Beginn an bei der Sache sein.

Pat Cortina im Steckbrief

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