NFL

Big Ben stürmt in die Geschichtsbücher

Von Adrian Franke
Sechs TD-Pässe in zwei Spielen! Ben Roethlisberger schrieb Geschichte
© getty
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Cincinnati Bengals (5-2-1) - Jacksonville Jaguars (1-8) 33:23 (0:3, 12:0, 7:7, 14:13) BOXSCORE

Trotz der Rückkehr von A.J. Green, der sich mit einem Touchdown zurückmeldete, machte es Cincinnati gegen die Jaguars spannender als erwartet: Jacksonville kam in der zweiten Halbzeit stark zurück, nach zwei Touchdowns von Rookie-Überraschung Allen Hurns sowie einem weiteren TD-Run von Denard Robinson (17 ATT, 94 YDS) waren die Jaguars bis auf drei Punkte ran - auch weil Bengals-QB Andy Dalton (19/31, 233 YDS, 2 TD) den Gegner mit zwei Picks im Spiel hielt.

"Wir dürfen uns nicht selbst mit Turnovers schlagen. Jeder einzelne zählt", betonte Head Coach Marvin Lewis anschließend. Doch direkt nach Robinsons Touchdown brach Cincinnati den Willen der Gäste: Mit einem 60-Yard-TD-Run trug sich Jeremy Hill in Abwesenheit des verletzten Giovani Bernard in die Franchise-Geschichtsbücher ein - seit Cedric Benson 2009 waren keinem Bengals-RB mehr als Hills 154 Rushing-Yards gelungen.

Bortles' späte Interception beendete alle Träume von einer möglichen Aufholjagd endgültig, die Jaguars haben damit in dieser Saison bereits 18 Turnover (14 INT, 4 FUM) auf dem Konto. "Es ist toll, Teil eines Teams zu sein, das so kämpft wie wir", stellte Bortles nach dem Spiel trotzdem klar. Jacksonville empfängt in der kommenden Woche Dallas, die Bengals müssen schon am Donnerstag gegen Cleveland ran.

Miami Dolphins (5-3) - San Diego Chargers (5-4) 37:0 (7:0, 13:0, 17:0, 0:0) BOXSCORE

Die San Diego Chargers machen sich ihren guten Saisonstart mit der dritten Pleite hintereinander weiter kaputt - gegen starke Dolphins erlebte Quarterback Philip Rivers einen rabenschwarzen Tag. Rivers (12/23, 183 YDS, 3 INT) brachte die Chargers-Offense nie ins Rollen, warf unnötige Picks und musste zu allem Überfluss mit einer Handverletzung vorzeitig raus. "Wir hatten heute keinen guten Tag als Team. Wir waren in allen Bereichen des Spiels schlecht", gab Coach Mike McCoy nach dem Spiel offen zu: "Wir müssen wieder in die Spur finden."

Rivers fügte hinzu: "Ich habe grausam gespielt. Wenn dein Quarterback so schlecht spielt, ist es schwierig, zu gewinnen." Deutlich gemacht wurden San Diegos Probleme zusätzlich durch den erneut starken Auftritt der Dolphins-Offense. Mit Hilfe der Read Option führte Quarterback Ryan Tannehill (24/34, 288 YDS, 3 TD) Miami scheinbar ohne Probleme das Feld runter, die Dolphins haben jetzt in ihren letzten fünf Spielen zusammen genommen 153 Punkte erzielt - über 30 pro Spiel.

Auch das Running Game funktionierte wieder gut (35 ATT, 132 YDS), während San Diegos Pass Rush einmal mehr zu harmlos war. Die Chargers, die jetzt in ihre Bye Week gehen, haben damit weiterhin seit 1982 nicht mehr in Miami gewonnen. Die Dolphins dagegen haben vier ihrer letzten fünf Spiele gewonnen und müssen als nächstes nach Detroit.

Minnesota Vikings (4-5) - Washington Redskins (3-6) 29:26 (0:3, 7:7, 7:10, 15:6) BOXSCORE

Die Rückkehr von Robert Griffin III auf die NFL-Bühne verlief für die Redskins alles andere als glatt. Zunächst protestierten etwa 5000 Gegner des kontroversen Spitznamens vor dem Stadion in Minneapolis. Dann erlebte das Team eine Schrecksekunde, als einer der beiden Teambusse auf dem Weg zum Stadion nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und den Bus vor sich rammte. Glück im Unglück: Lediglich Running Back Silas Redd wurde leicht verletzt und musste für das Spiel aufgrund von Rückenschmerzen passen. Und zu allem Überfluss vermeldeten Medien, dass die Entscheidung für RG3 vom Front Office gefällt worden war. Gegen den Willen von Coach Jay Gruden.

Auf dem Platz zeigte sich der umstrittene QB dann allerdings unbeeindruckt und zeigte gleich beim ersten Drive seine Stärke, als er behände dem Pass Rush auswich und Roy Helu für 24 Yards bediente. Auch ein übler Sack wenig später, bei dem ihm ein Verteidiger in die Kniekehlen sprang, stoppte ihn nicht. Allerdings war die Pocket Awareness diesmal noch verbesserungswürdig (fünf Sacks).

Teddy Bridgewaters Vikings brauchten fast 30 Minuten, um ins Spiel zu kommen, doch kurz vor dem Seitenwechsel fand er Chase Ford für den 20-Yard-Score. RB Matt Asiata legte wenig später nach - plötzlich führten die Vikes. Kurz vor Schluss hatte RG3 (251 YDS, TD, INT) noch die Chance, beim Stand von 26:29 zum Helden zu werden, aber er schaffte es nicht über die Mittellinie. Bridgewater (268 YDS, TD) war diesmal ein bisschen konstanter.

San Francisco 49ers (4-4) - St. Louis Rams (3-5) 10:13 (3:3, 7:7, 0:0, 0:3) BOXSCORE

Die unfassbaren Probleme in San Franciscos O-Line, in der Rookie Marcus Martin den verletzten Center Daniel Kilgore ersetzen musste, waren das Thema des Spiels - und bestimmten auch den Ausgangs des Duells auf kuriose Art und Weise: Nachdem die Rams kurz vor Schluss in Führung gegangen waren, marschierten die Niners das Feld runter und standen an der 1-Yard-Line. San Francisco ging auf den Game-Winning-TD, doch Martin und Colin Kaepernick vermasselten den Snap, Kaep verlor den Ball in einer Spielertraube - Game Over.

Das komplette Spiel über hatte die O-Line der 49ers, eigentlich eine der besten der Liga, die eigene Offense quasi aus dem Spiel genommen, und gleichzeitig St. Louis' Pass-Rush aufgeweckt: Die Rams kamen mit insgesamt sechs Sacks in die Partie - und legten mal eben acht (!) nach, sechs davon in der ersten Halbzeit. Darüber hinaus erlaubten die Rams, die vor dem Spieltag die zweitschwächste Run-Defense stellten (144,5 Rushing-Yards pro Spiel zugelassen) auch hier nur wenig: Ganze 80 Yards gelangen SF bei 21 Versuchen.

Da die Defense so dominant auftrat, bekam St. Louis die Niners trotz großen Problemen in der eigenen Offense in den Griff: Austin Davis (13/24, 105 YDS, TD, 2 INT) warf zwei frühe Picks und auch das Running Game fabrizierte nur 91 Yards - aber die Defense trug das Team. "Wir haben nicht gut genug gespielt. Wir wurden besiegt", resümierte San Franciscos Coach Jim Harbaugh anschließend sichtlich konsterniert: "Das ist eine harte Niederlage. Wir müssen uns jetzt wieder sammeln."

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