Tops und Flops des Wochenendes

Wetterkapriolen & Olympiaform

Von Alice Jo Tietje
Montag, 20.01.2014 | 13:24 Uhr
Wie man sieht, sieht man Nichts in Antholz
© getty
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Die deutschen Winterathleten zeigen sich kurz vor Olympia in toller Form und machen Hoffnungen auf einige Medaillen. Einige Athleten durften am Wochenende jedoch gar nicht antreten, da ihnen das Wetter ein Strich durch die Rechnung machte. Die Skispringer hätten sich vermutlich gewünscht, ihr Weltcup hätte garnicht stattgefunden. Die Tops und Flops des Wochenende.

Tops

Olympiareife Vorstellung des deutschen Teams

Drei Wochen vor Sotschi zeigen sich die deutschen Athleten in einer herausragenden Form. Die Biathleten belegten, dass mit ihnen bei Olympia doch noch zu rechnen ist und kämpften sich aus dem Mittelmaß des Weltcupzirkus heraus. Vor allem Andrea Henkel dokumentierte, dass sie bei ihrer Abschiedstournee noch einiges vorhat.

Auch bei den Männern keimen dank Simon Schempp wieder Medaillen-Hoffnungen. Konnten die Herren zuvor noch keinen Erfolg feiern, holte der 25-jährige am Wochenende gleich zwei. Hut ab!

Auch die deutschen Rodler sind gewappnet für Olympia: Alles andere als haufenweise Edelmetall wäre eine Überraschung. Nach drei Siegen in Folge konnte sich Felix Loch in Altenberg seinen dritten Gesamtweltcup holen und damit an Hackl Schorsch vorbei ziehen. Bei den Frauen zeigt sich ein ähnliches Bild: Erneut hieß die Siegerin Natalie Geisenberger und zwar mit Bahnrekord: "So kann es nach Sotschi gehen", erklärte die strahlende Siegerin. Keine Einwände.

Eric Frenzel ist einfach nicht zu stoppen. Auch beim Nordic Combined Triple konnte keiner den frisch gewordenen Papa schlagen. "Eric ist selbstsicher, locker, hat alles, was du benötigst, um erfolgreich zu sein", wurde Frenzel von Bundestrainer Hermann Weinbruch charakterisiert. Johannes Rydzek und Tino Edelmann konnten das Ergebnis noch abrunden und den Kombination-Fans Hoffnung auf eine Staffel-Medaille machen.

In letzter Minute konnten sich auch zwei Langlauf-Oldies noch die Tickets für die Spiele sichern. Mit Platz fünf erfüllte Claudia Nystad den zweiten Teil der Olympianorm, auch Tobias Angerer nutzte seine allerletzte Chance und qualifizierte sich mit Rang sechs für seine letzten Olympischen Spiele. Mit einer Medaille der beiden ist allerdings kaum zu rechnen. Einzig Denise Herrmann, die mit einem vierten Platz erneut beste Deutsche war, könnte für einen Platz auf dem Podest sorgen.

Der Felix ist in der Form seines Lebens: Nach den zwei Siegen zuletzt durfte Neureuther auch im Slalom in Wengen aufs Podium hüpfen und unterstrich mit Platz zwei seine Medaillenambitionen. Mit Fritz Dopfer hat der DSV noch ein zweites starkes Ass im Ärmel.

Nur bei den Gesangskünsten hapert's noch

Das Telefon wollte einfach nicht stillstehen, jeder wollte gratulieren. Und das zu Recht, hatte Küng doch einen unerwarteten Heimsieg bei der Lauberhorn-Abfahrt geschafft. Bereits im Training hatte sich der Schweizer überraschenderweise auf Platz fünf eingereiht, im Rennen selber folgte dann der große Erfolg. Mit weitem Abstand verdrängte er hochkarätige Namen wie Hannes Reichelt und Aksel Lund Svindal auf die Plätze hinter sich.

Ein Sieg, der für das Schweizer Skiteam gerade rechtzeitig kommt. Küng ist der neue Hoffnungsträger im Alpenland, da sich die anderen Athleten schwer tun. Beat Feuz ist nach seiner langwierigen Verletzung noch nicht wieder in Tritt und auch von Carlo Janka kann man derzeit keinen Sprung aufs Treppchen erwarten. Umso größer war die Freude bei Küng, der im Zielraum sogar einige Freudentränen verdrückte, als er seinen Vater umarmte: "Das war ein sehr emotionaler Moment".

Bei der Hymne zeigte Küng dann allerdings, dass er noch Übung braucht und geriet ins Stocken: "Eigentlich kenne ich den Text, doch ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob Aksel Lund Svindal und Hannes Reichelt meine Gesangskünste gefallen", erklärte er mit einem Augenzwinkern. Er und die Schweizer werden die Hoffnung haben, dass er noch häufiger üben darf.

Die junge Wilde:

Jung, athletisch, unbekümmert, cool, frech - Lisa Zimmermann. Während andere Jugendliche in ihrem Alter gerade anfangen, fürs Abitur zu lernen, hat die 17-jährige Lisa Zimmermann mal eben Geschichte geschrieben. Als erste Deutsche konnte die Freestyle-Skifahrerin einen Weltcupsieg im Slopestyle erringen und das, obwohl sie bis vor drei Jahren noch Eiskunstläuferin war. Doch dann entdeckte Zimmermann die Liebe zum Skifahren für sich und schulte um. Gute Entscheidung.

Bereits vor einigen Monaten hatte Zimmermann gezeigt, dass sie zur absoluten Weltspitze gehört, als sie als erste Frau den "Double Cork 1260" gestanden hatte. Einen Sprung, der einen Doppel-Salto, dreieinhalb Schrauben und die Hände an den Skiern beinhaltet. Mehr geht auch bei den Männern kaum. Nun hat sie mit ihrem Erfolg in Gstaad ihre Medaillenambitionen unterstrichen und mal eben die Führung im Gesamtweltcup übernommen.

Während der Hype um die 17-Jährige immer größer wird, bleibt die Freestylerin im Vorfeld an Sotschi ganz cool: "Mir ist das eigentlich ziemlich egal, was da passiert. Ich nehme das wie jeden anderen Contest auch." Allerdings muss dann auch die junge Athletin zugeben: "Wenn ich erstmal in Sotschi bin, will ich auch eine Medaille."

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