Sonntag, 19.01.2014

DOSB-Präsident fordert Umdenken vom IOC

Hörmann kritisiert Sotschi

DOSB-Präsident Alfons Hörmann fordert vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eine Neubewertung der Vergabekriterien für Olympische Spiele. "Es darf nicht nur dahin gehen, wo viel Geld fließt", sagte Hörmann im "ZDF-Sportstudio".

Hörmann bedauert es, dass Bundespräsident Joachim Gauck nicht nach Sotschi reist
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Hörmann bedauert es, dass Bundespräsident Joachim Gauck nicht nach Sotschi reist

Hörmann erklärte, dass im IOC bereits ein Prozess des Umdenkens eingetreten sei. "Wer die jüngsten Äußerungen von Thomas Bach aufmerksam verfolgt hat, der konnte erkennen, dass die Frage der Vergabe in Zukunft neu definiert werden soll", sagte der DOSB-Chef.

Das IOC werde sich "in seiner Gänze - das soll schon bei der nächsten Generalversammlung in Sotschi passieren - damit beschäftigen, wie die Szenarien bei der Vergabe in Zukunft optimiert werden können", sagte der Nachfolger von Thomas Bach im Amt des DOSB-Chefs.

Zuvor hatte Deutschlands bester Skirennläufer Felix Neureuther die Vergabe-Praxis kritisiert. "Man muss die Spiele wieder näher zu den Menschen bringen und die Menschen mehr bei den Emotionen packen, dass die auch mit voller Begeisterung dabei sind und nicht derjenige die Spiele ausrichtet, der die meiste Kohle gibt", sagte der Patenkirchener.

"Man muss nicht 40 Millionen Euro ausgeben"

Hörmann kritisierte aber auch den Gigantismus, den der kommende Olympiagastgeber Russland in Sotschi betreibt. "Die Vergabekriterien sagen nicht, dass man 40 Milliarden Euro ausgeben muss, um Olympische Winterspiele zu veranstalten", sagte Hörmann im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel am Sonntag.

Die Spiele in Sotschi werden die teuersten in der olympischen Geschichte sein. Derweil bedauert es der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), dass Bundespräsident Joachim Gauck nicht zu den Winterspielen ans Schwarze Meer reisen wird.

"Das ist schade", sagte Hörmann: "Weil ich mit Bundespräsident Köhler 2006 einen Tag in Turin unterwegs war und weiß, wie motivierend das für die Sportler und Trainer war." Er könne Gaucks Entscheidung verstehen, "aber ich kann die mindestens genauso gut verstehen, die hinfahren".

Falls die Fußball-WM 2022 in Katar nicht im Sommer stattfindet, wünscht sich Hörmann aufgrund der Olympischen Winterspiele im Februar 2022 einen Termin im Herbst oder später: "Unter vielen schlechten Varianten wäre das die am ehesten akzeptable."


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