Mittwoch, 27.01.2016

Manipulations-Vorwürfe im Tennis

Neue Task Force soll ermitteln

Die führenden Vertreter der Profitennis-Szene haben auf die Manipulations-Vorwürfe mit der Einführung einer unabhängigen Task Force mit Namen "Independent Review Panel" (IRP) reagiert. Am Rande der Australian Open wurde am Mittwoch in Melbourne bekannt gegeben, dass die vom Briten Adam Lewis geleitete Untersuchungs-Behörde der Tennis Integrity Unit (TIU) künftig zuarbeiten wird.

Auch eine Mixed-Partie in Melbourne soll manipuliert worden sein
© getty
Auch eine Mixed-Partie in Melbourne soll manipuliert worden sein

Dabei soll das 2008 in Kraft getretene Anti-Korruptionsprogramm überprüft und weiter verbessert werden. "Allen Verdächtigungen wird nachgegangen. Und die Ergebnisse werden dann öffentlich gemacht. Kosten spielen keine Rolle", sagte Chris Kermode, der Präsident der Spielervereinigung ATP: "Es gibt eine Null-Toleranz-Grenze."

Die Vertreter der vier Grand-Slam-Turniere, des Weltverbandes ITF sowie der ATP (Männer) und WTA (Frauen) haben die Vereinbarung zur Einführung der Task Force bereits unterschrieben.

Manipulations-Vorwürfe hatten den Beginn der Australian Open am 18. Januar überschattet. Nach Informationen der BBC und BuzzFeed News sollen in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 16 Spieler aus den Top 50 - darunter auch ein Grand-Slam-Sieger im Doppel - in Manipulationen verstrickt gewesen sein.

Schiebung in Melbourne?

Sogar Listen mit Namen waren im Internet aufgetaucht. Selbst Branchenführer Novak Djokovic (Serbien) sah sich mit Vorwürfen konfrontiert. Die italienische Zeitung Tuttosport hatte den fünfmaligen Melbourne-Sieger verdächtigt, 2007 bei seiner Niederlage gegen den Franzosen Fabrice Santoro beim Paris Masters manipuliert zu haben. "Es ist nicht wahr", hatte Djokovic daraufhin versichert.

Am Montag hatte dann ein weiterer Fall für Aufsehen gesorgt. Nach einem Bericht der New York Times soll eine Mixed-Partie von Melbourne unter Verdacht stehen, verschoben worden zu sein.

Nach Informationen der seriösen US-Zeitung waren auf einen Sieg der Paarung Andrea Hlavackova/Lukasz Kubot (Tschechien/Polen) im Erstrundenmatch am Sonntag gegen das spanische Duo Lara Arruabarrena/David Marrero auffällig hohe Geldbeträge von insgesamt rund 25.000 Dollar eingesetzt worden. Wettanbieter hatten die Partie daraufhin wenige Stunden vor Beginn von der Liste genommen.

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