Montag, 25.01.2016

Manipulations-Skandal

Mixed in Melbourne unter Verdacht

Der Manipulations-Skandal könnte immer größere Kreise ziehen: Nach einem Bericht der New York Times steht eine Mixed-Partie bei den derzeit stattfindenden Australian Open in Melbourne unter Verdacht, verschoben worden zu sein.

Eine weitere Partie der Australian Open steht unter Manipulationsverdacht
© getty
Eine weitere Partie der Australian Open steht unter Manipulationsverdacht

Nach Informationen der seriösen US-Zeitung waren auf einen Sieg der Paarung Andrea Hlavackova/Lukasz Kubot (Tschechien/Polen) im Erstrundenmatch am Sonntag gegen das spanische Duo Lara Arruabarrena/David Marrero auffällig hohe Geldbeträge von insgesamt rund 25.000 Dollar eingesetzt worden. Zum Vergleich: Bei drei anderen parallel ausgetragenen Mixed-Partien waren es zusammen nur 2000 Dollar.

Der Online-Wettanbieter Pinnacle Sports hatte daraufhin die Partie von seiner Liste genommen. Hlavackova und Kubot gewannen in nur 49 Minuten mit 6:0, 6:3. Besonders Marrero machte in der Partie viele Fehler, begründete seine Leistung aber danach in einem Interview mit Knieproblemen.

Die von der Spielervereinigung ATP eingesetzte Task Force Tennis Integrity Unit (TIU) wollte am Montag keinen konkreten Kommentar zu dem jüngsten Fall abgeben. In einer Pressemitteilung wurde darauf verwiesen, dass die TIU nach wie vor allen Verdächtigungen nachgehe.

Manipulations-Vorwürfe hatte vor gut einer Woche bereits den Beginn der Australian Open überschattet. Nach Informationen der BBC und BuzzFeed News sollen in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 16 Spieler aus den Top 50 - darunter auch Grand-Slam-Sieger im Doppel - in Manipulationen verstrickt gewesen sein. Sogar Listen mit Namen waren im Internet aufgetaucht.

Selbst Branchenführer Novak Djokovic (Serbien) sah sich mit Vorwürfen konfrontiert. Die italienische Zeitung Tuttosport hatte den fünfmaligen Melbourne-Sieger verdächtigt, 2007 bei seiner Niederlage gegen den Franzosen Fabrice Santoro beim Paris Masters manipuliert zu haben. "Es ist nicht wahr", hatte Djokovic daraufhin in Melbourne mehrfach versichert.


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