Dienstag, 29.01.2008

Greuther Fürth im Aufstiegscheck

Platz 5, was sonst?

München - Der statistikhörige, gemeine Fußball-Fan fragt sich nicht ganz zu Unrecht, wieso man eine Einschätzung der Aufstiegs-Chancen der Spvgg Greuther Fürth erstellen sollte. SPOX.com hat sich dennoch die Mühe gemacht.

Fürth, Jena, Reisinger
© Getty

Acht Siege, fünf Unentschieden und nur drei Niederlagen hat die SpVgg vorzuweisen. Nur Mainz 05 und 1860 München (beide jeweils drei Niederlagen) und Tabellenführer Borussia Mönchengladbach (eine Niederlage) gingen in der Hinrunde genauso oft oder seltener als Verlierer vom Platz.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mittelfranken am Ende wieder eine respektable Saison vorweisen werden ist zwar groß, dass am Ende aber wie so oft kein Aufstiegsplatz herausspringen wird, aber auch. Geht es nach der Historie, dann steht das Ergebnis schon fest: Greuther Fürth wird Fünfter.

Diesen Platz belegten die Franken nämlich in den letzten sieben Jahren sage und schreibe sechsmal. Jedes Jahr war die Ausgangslage zum Aufstiegsfinale eigentlich ganz gut. In der vergangenen Saison lag man vor dem 33. Spieltag sogar mit dem späteren Aufsteiger MSV Duisburg punktgleich auf Rang vier gut im Rennen.

Man vergeigte jedoch die Spiele in Unterhaching und gegen den schon feststehenden Aufsteiger Karlsruhe, und wurde...natürlich Fünfter.

Klappt es diese Saison mit dem Aufstieg? Was waren die Schlüsselspiele für die SpVgg in der Hinrunde, und welche Begegnungen werden die wichtigsten in der Rückrunde sein? SPOX.com gibt die Antworten:

Schlüsselspiele der Hinrunde

15. Spieltag, 6:3-Sieg gegen Osnabrück: Irres Spiel im Playmobil-Stadion! Nachdem die Gäste zum 3:3 Ausgleich kamen, machten Reisinger (72. und 87.) und Kotuljak (90.) den wichtigen Sieg perfekt. Fürth bestätigte somit den 2-Punkte-Abstand zu Platz drei.

11. Spieltag: 1:3-Heimniederlage gegen Gladbach: Die Niederlage gegen die Borussia zeigte, dass der Mannschaft das entscheidende Quäntchen fehlt. Anders als der 1. FC Köln, Mainz 05 oder 1860 konnte Fürth den Borussen nichts entgegensetzen. Abgezockt entführte die Luhukay-Elf drei Punkte aus dem Playmobil-Stadion.

Mögliche Schlüsselspiele in der Rückrunde

19. Spieltag, Auswärtsspiel in Mainz, 22. Spieltag, Heimspiel gegen Köln: Die Mittelfranken haben in der Rückrunde schon bald die Chance gegen direkte Konkurrenten zu punkten. Die Partien in Mainz und gegen Köln werden richtungweisend sein. Gehen diese beiden Spiele daneben, verabschiedet sich die SpVgg wohl schon früh aus dem Rennen um die Aufstiegsplätze

27. Spieltag, Heimspiel gegen 1860 München: Da ist noch eine Rechnung offen. 3:0 gewann Fürth in der Hinrunde in der Allianz-Arena. Genauso wie gegen Köln ist ein Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten Pflicht, will man bis zum Schluss Anschluss an Platz drei halten.

33. Spieltag, Heimspiel gegen den FC Augsburg: Sollten die Greuther im Saison-Finale noch Chancen auf den Aufstieg haben, dann wird sich im Spiel gegen Augsburg entscheiden, ob man endlich Nervenstärke beweist, oder ob man wie so oft in den letzten Jahren den Aufstieg verpasst.

Stärken

Erwartungen? Die verpassten Gelegenheiten der letzten Jahre würden bei anderen Vereinen Erwartungen wecken und Druck aufkommen lassen. Nicht so in Fürth. Die Tragik der knapp verpassten Aufstiege der Mainzer vor ein paar Jahren waren ein großes Thema in den Medien, Fürths kaum weniger traurige Aufstiegsversuche ereigneten sich eher im Verborgenen. Gerade das kann eine Chance für die Mittelfranken sein: Man hat die Möglichkeit ruhig zu arbeiten und sich im Schatten des großen Nachbarn Nürnberg in der Spitzengruppe der 2. Liga festzusetzen. Möglich, dass diese Ausgangssituation den Fürthern entgegenkommt.

Mannschaft: Geschlossenheit vereint das junge Team von Bruno Labbadia. Mit einem Durchschnittsalter von knapp unter 25 Jahren hat die SpVgg den drittjüngsten Kader der Liga. Der Trainer ist als Neuling im Geschäft genauso hungrig auf Erfolge wie die Mannschaft. Der durch den Trainer eingeführte 9-Stunden-Tag trägt Früchte: Spielfreude, Dynamik und Aggressivität machen die Spielweise der Fürther aus.

Star in spe: Einer der aus dem starken Kollektiv heraussticht und vor einer großen Zukunft steht, ist Martin Lanig. Der 23-jährige Mittelfeldspieler spielte eine überragende Hinrunde und könnte sich aufgrund seiner individuellen Klasse als Schlüsselspieler für die Spielvereinigung erweisen.

Schwächen

Fehlende Effizienz? Die Mittelfranken betreiben einen enormen Laufaufwand und leisten vorbildlichen kämpferischen Einsatz. In der Hinrunde stand diesem Aufwand oft kein entsprechender Ertrag gegenüber. Die fehlende Abgezocktheit könnte zum entscheidenden Faktor werden.

Fehlendes Killergen? Die Mannschaft wurde in den letzten Jahren mehrmals umgebaut, Ergebnis war fast immer dasselbe: Die Fürther scheinen ein Abo auf Platz fünf zu haben. Zum Saisonfinale fehlte es immer wieder, das " gewisse Etwas", das einen Aufsteiger ausmacht. Die Hinrunde zeigt: Auch in der laufenden Spielzeit wurden wieder Chancen ausgelassen, den Sprung auf die Aufstiegsplätze zu realisieren. Niederlagen gegen Augsburg, Paderborn und Koblenz kann sich ein Aufstiegskandidat nicht leisten.

SPOX-Prognose

Viel hängt davon ab, ob Bruno Labbadia seinen Killerinstinkt, für den er als Spieler bekannt war, auf die Mannschaft übertragen kann. Schafft er das, so wird die SpVgg bis zum Schluss um die Aufstiegsplätze mitspielen. Gelingt ihm das nicht, werden die Mittelfranken nach der Saison auf eine respaktable Saison-Leistung zurückblicken und im oberen Tabellendrittel landen.

SPOX.com meint: Die Spvgg Gruether Fürth wird Fünfter...was sonst?

SPOX

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