Michael Weiß im Interview

Das erste Jahr nach der SPOX-Aktion

Von Interview: Haruka Gruber
Dienstag, 10.01.2012 | 19:15 Uhr
Philippinens Nationaltrainer Michael Weiß im Kreise seiner Mannschaft um Stephan Schröck (2.v.l.)
© Getty
Advertisement
Boxen
So03:00
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Premier League
So17:00
Kracher am Sonntag: Liverpool-Arsenal
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Copa do Brasil
Flamengo -
Botafogo
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Gremio
Copa Sudamericana
Nacional -
Estudiantes
UEFA Europa League
Fenerbahce -
Skopje
Primera División
Real Sociedad -
Villarreal
Ligue 1
PSG -
St. Etienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
Primera División
Betis -
Celta Vigo
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Primera División
Levante -
La Coruna
Primera División
Girona -
Malaga
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Eredivisie
Venlo -
Ajax
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Primera División
Espanyol -
Leganes
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia
WC Qualification South America
Chile -
Paraguay
WC Qualification South America
Uruguay -
Argentinien
WC Qualification South America
Brasilien -
Ecuador
WC Qualification South America
Peru -
Bolivien
WC Qualification Europe
Dänemark -
Polen
WC Qualification Europe
Slowakei -
Slowenien
WC Qualification Europe
Tschechien -
Deutschland
WC Qualification Europe
Georgien -
Irland
WC Qualification Europe
Serbien -
Moldawien
WC Qualification Europe
Isreal -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Spanien -
Italien
WC Qualification Europe
Färöer Inseln -
Andorra
WC Qualification Europe
Weißrussland -
Schweden
WC Qualification Europe
Estland -
Zypern
WC Qualification Europe
Griechenland -
Belgien
WC Qualification South America
Bolivien -
Chile

Vor exakt zwölf Monaten wurde der Deutsche Michael Weiß Nationaltrainer der Philippinen, nachdem er auf die einzigartige Stellenanzeige des Verbands bei SPOX aufmerksam wurde und sich beworben hatte. Der Beginn eines unglaublichen Abenteuers. Der 46-jährige Weiß über historische Erfolge, Chaos und David Beckham.

SPOX: Michael Weiß, Sie bekamen vor exakt einem Jahr den Zuschlag als neuer Trainer der philippinischen Nationalmannschaft. Seitdem haben sich die Philippinen in der Weltrangliste um sechs Plätze von 153 auf 159 verschlechtert. Was sagt das über Ihre Arbeit aus?

Michael Weiß: Nur wenig. Leider werden in der Weltrangliste viele Faktoren nicht berücksichtigt, von daher ist es vor allem für die hinteren Plätze nur bedingt repräsentativ. 2011 haben wir mehrere historische Bestmarken aufgestellt: Wir sind erstmals in die zweite Runde der WM-Qualifikation und in die Hauptrunde des Challenge Cup, den Asienmeisterschaften für Fußball-Entwicklungsländer, eingezogen. Außerdem haben wir nach sechs Jahren mit der U 23 wieder ein Nachwuchs-Nationalteam auf die Beine gestellt. Zuvor gab es nur die A-Mannschaft - und sonst nichts. Diese Erfolge sagen mehr aus als die reine Weltranglisten-Position.

SPOX: In einer philippinischen Zeitung hieß es: '2011 geht in die Annalen ein als das Jahr, in der der philippinische Fußball wiederbelebt wurde.' Was ist 2012 möglich?

Weiß: Seit wir Nepal im September mit 4:0 weggeputzt haben, weiß ich, woran ich mich orientieren kann. Nepal lag zu dem Zeitpunkt 31 Weltranglisten-Plätze vor uns und war der große Favorit - aber wir konnten von Stephan Schröck abgesehen alle Europa-Profis einsetzen und überrollten den Gegner. Jetzt bin ich überzeugt, dass wir in der Gruppenphase des Challenge Cup gegen WM-Teilnehmer Nordkorea, Indien und Tadschikistan nicht chancenlos sind, vor allem wenn Schröck von Fürth die Spielberechtigung erhält.

SPOX: Schröck ist bereits der große Fußball-Star der Philippinen, obwohl er erst im Sommer eingebürgert wurde. War sein Traumtor im WM-Quali-Rückspiel gegen Kuwait auch für Sie das Highlight des Jahres, obwohl Ihre Mannschaft am Ende ausschied?

Weiß: Es gehört zu den intensivsten Momenten: Wir hatten das Hinspiel in Kuwait mit 0:3 verloren, aber dank Schröck gingen wir im Rückspiel 1:0 in Führung. Dann besaßen wir die riesige Chance zum 2:0, wenige Minuten später sah Kuwait die Rote Karte und unsere Fans flippten angesichts eines möglichen Wunders aus. Die Sensation war möglich, stattdessen drehte Kuwait die Partie in Unterzahl und wir verloren 1:2. Dennoch gehörte sie zu den Höhepunkten meines Lebens. Genauso das 4:0 in der Runde zuvor gegen Sri Lanka - der erste Sieg in einem WM-Quali-Spiel überhaupt für die Philippinen. Oder das 3:0 gegen Bangladesch, wodurch wir uns die Teilnahme am Challenge Cup sicherten.

SPOX: Warum zählen Sie das Freundschaftsspiel gegen den neuen US-Meister Los Angeles Galaxy mit David Beckham, Robbie Keane und Landon Donovan nicht auf? Von der medialen Präsenz die wohl wichtigste Fußball-Partie aller Zeiten.

Weiß: Vom Drumherum war es eine super Sache. Dennoch enttäuschte mich das Spiel, weil es genau aufzeigte, woran es der Nationalmannschaft noch mangelt. Wir lagen zur Pause lediglich 1:2 zurück, doch am Ende hieß es 1:6. Meine Spieler vergaßen vor lauter Begeisterung völlig die taktische Ordnung und schienen nur daran zu denken, nach dem Abpfiff ein Autogramm von Beckham zu besorgen. Es wurde verpasst, Werbung für den Fußball an sich zu machen.

SPOX: So streng?

Weiß: Die Nationalspieler sind anders als früher keine Amateure, stattdessen sollen sie auch von außen als echte Profis respektiert werden. Dafür müssen sie sich so verhalten. Deswegen habe ich zum Neujahr einen Brief an alle verschickt, in der ich die Verantwortung unseres Teams für die gesamte Nation hervorgehoben habe. Dieses Bewusstsein zu entwickeln gehört zu meinen wichtigsten Aufgaben.

Teil 2: "Einmal prügelten sich zwei Busfahrer"

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung