Wundersturm auf Zeit

Von Adrian Fink
Montag, 28.09.2015 | 22:20 Uhr
Dinamo Zagreb schlug im ersten Spiel der diesjährigen Champions League den FC Arsenal
© getty
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Nach dreijähriger Abstinenz hat sich Dinamo Zagreb endlich wieder für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. Trotz des Auftaktsieges gegen Arsenal ist der kroatische Serienmeister gegen Bayern München (Di., 20.45 Uhr im LIVETICKER) der krasse Außenseiter. Drei Sturm-Talente machen aber Hoffnung auf internationale Erfolgserlebnisse in naher Zukunft.

Ein steiler Pass aus Dinamos Defensive lässt die Ordnung von Hajduk Split etwa 40 Meter vor dem eigenen Gehäuse verfliegen, ein schöner Ball nach außen bringt Josip Pivaric hinter der gegnerischen Abwehrreihe in Position. Der Linksverteidiger bedient Angelo Henriquez, der nur noch einschieben muss. Ein sehenswerter Angriff - und ein lupenreiner Hattrick für den Stürmer zum 4:0 gegen eines der besten Teams des Landes. Trotzdem hält sich die Freude bei Henriquez und seinen Mitspielern in Grenzen. Artig bedankt er sich für die Vorlage, die Fans applaudieren und einige Mitspieler schleichen heran, um ihren Stürmer zu beglückwünschen.

Was wie eine Szene aus einem Freundschaftskick daherkam, war tatsächlich eine Momentaufnahme aus einem Pflichtspiel gegen den Tabellendritten. Es war der 34. Spieltag der abgelaufenen Saison und Dinamo stand mal wieder als Meister fest. Zum zehnten Mal in Folge. In dieser Spielzeit trennten den Serienmeister 13 Punkte vom Tabellenzweiten - da nimmt man ein 4:0 gegen einen vermeintlichen Mitfavoriten schon mal mit. Für das Team aus der Hauptstadt dient die Prva HNL lediglich zur verlängerten Vorbereitung auf größere Aufgaben.

Denn die regelmäßige Teilnahme an der Champions League ist das Ziel. 2012/13 schaffte der Klub letztmals den Sprung in die Gruppenphase, schied aber sang- und klanglos mit nur einem Zähler aus. In den beiden Folgejahren scheiterte man in den Playoffs an Austria Wien und Aalborg BK. Nun haben die Schützlinge von Zoran Mamic, der 2013 das Zepter übernahm, endlich wieder den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse geschafft.

"War ein großartiger Abend"

Direkt am 1. Spieltag musste Arsenal schmerzlich erleben, dass die Kroaten trotz aller namhaften Konkurrenz aus London und München keine Laufkundschaft sind. Denn vor heimischer Kulisse führten die Südeuropäer nach rund einer Stunde mit 2:0, Theo Walcotts Anschlusstreffer kam für Arsenal zu spät. "Das war für uns alle ein großartiger Abend", frohlockte Torschütze Junior Fernandes nach dem Abpfiff. Mit dem Überraschungssieg hat das Team Olympiakos Piräus im Kampf um Platz drei mächtig unter Druck gesetzt. Sogar die Basis für eine Sensation - und nichts anderes wäre Dinamos erste Qualifikation für die Runde der letzten 16 - ist geschafft.

Dabei war es ein beschwerlicher Weg durch die Playoffs: Nachdem die Hinspiele knapp endeten, erzielte Dinamo in den drei Rückspielen jeweils mindestens drei Treffer. Gegen Molde kam das Team beim 3:3 nur wegen der Auswärtstor-Regelung weiter. Schon da wurde klar: Der große Trumpf der Kroaten ist die offensive Variabilität. In den sechs Partien konnten sich acht Akteure in die Torschützenliste eintragen, vier sind 21 Jahre alt oder jünger.

Einer von ihnen ist Armin Hodzic. In der Jugend brach der Bosnier diverse Rekorde und kam als großer Hoffnungsträger nach Liverpool. Doch bei den Reds wurde der heute 20-Jährige von einigen Verletzungen und Problemen mit der Arbeitserlaubnis geplagt und kam nie über die U21 hinaus. Deshalb wurde Hodzic erst an seinen Heimatverein in Bosnien-Herzegowina und anschließend an Dinamo, das ihn letztlich fest verpflichtete, verliehen. "Für mich ist es das Wichtigste zu spielen", begründet der Youngster seinen Wechsel und führt aus: "Was bringt es dir, ein Spieler von Liverpool zu sein, wenn du nur auf der Bank sitzt?"

Bei Dinamo bekommt Hodzic Spielpraxis zugesprochen und hat in der Liga bei sieben Einsätzen ebenso viele Treffer auf dem Konto. Seine bisherige Glanzstunde erlebte Hodzic vor rund zwei Monaten, als er gegen Inter Zapresic einen Dreierpack schnürte und diesen mit einem sensationellem Fallrückzieher garnierte. Um die Position im Angriffszentrum im 4-3-3-System konkurriert Hodzic mit dem eingangs erwähnten Angelo Henriquez.

Mit noch nicht einmal 18 Jahren sorgte er in seiner Heimat Chile für Furore und hatte einige Angebote vorliegen. Die Entscheidung fiel auf Manchester United, doch wie Hodzic konnte sich Henriquez ebenfalls nicht auf der Insel durchsetzen. Auch der Umweg über Real Zaragoza brachte nicht den erwünschten Erfolg. So wurde der heute 21-Jährige erst an Dinamo ausgeliehen und bewarb sich in der vergangenen Serie mit 20 Toren erfolgreich für eine dauerhafte Anstellung. In der laufenden Spielzeit erzielte der schnelle Mittelstürmer in der Liga in acht Einsätzen bereits fünf Buden.

"Fantastischer Spieler mit großem Potenzial"

Das wohl größte Offensiv-Talent hört jedoch auf den Namen Marko Pjaca. In den CL-Playoffs stellte der 20-Jährige seine Qualität mit drei Treffern und zwei Vorlagen unter Beweis und bekommt daher trotz seiner Liga-Torflaute (kein Tor in neun Einsätzen) viel Spielzeit eingeräumt.

Der schnelle und dribbelstarke Kroate ist auf beiden Flügeln zuhause und debütierte schon für die Nationalmannschaft. Bereits im zarten Alter von 16 Jahren kam Pjaca für den Stadtrivalen NK Lokomotiva in der höchsten Spielklasse des Landes zum Einsatz. Seit dem vergangenen Sommer geht der 1,86 Meter große Angreifer für Dinamo auf Torejagd.

"Marko ist ein fantastischer Spieler mit großem Potenzial", schwärmt sein Coach und prophezeit seinem Schützling eine aussichtsreiche Zukunft: "Und wenn er konzentriert und in der richtigen Verfassung ist, schafft er großartige Dinge." Kroatischen Medienberichten zufolge haben im vergangenen Sommer sogar der FC Bayern und der AC Milan ihr Interesse an dem Juwel bekundet, das einen Vertrag bis 2019 besitzt.

Entwickeln sich die drei hoch veranlagten Talente so rasant weiter wie bisher, werden die Youngsters wohl nicht mehr lange im gleichen Trikot auflaufen. Doch das ist Zukunftsmusik - in der Gegenwart stellt Mamic den Jungspunden mit El Arbi Hillel Soudani (27) und Junior Fernandes (26) zwei Akteure zur Seite, die die Angriffsreihe komplettieren und nicht zuletzt mit ihrer Erfahrung bei der Ausbildung helfen sollen. Genau diese Zusammensetzung macht die Offensive Dinamos so flexibel.

Sehnsucht nach der großen Bühne

Mit seiner breiten und jungen Angreiferpalette hat Mamic, der zu seiner aktiven Zeit in Deutschland aktiv war, die Vereinsphilosophie als Talentschmiede weitergeführt - im gesamten Kader hat nur Keeper Eduardo die 30 überschritten (33). Wie ein Blick auf den Sturm beweist, wird vermeintlich gescheiterten Nachwuchsspielern gerne eine zweite Chance eingeräumt.

Doch in Zagreb gehört es beinahe schon zur Tradition, dass die größten Talente wie in jüngerer Vergangenheit Alen Halilovic oder Jozo Simunovic nicht gehalten werden können. So scheint es nur eine Frage der Zeit, bis ein größerer Verein erfolgreich mit einem Angebot bei einem der talentierten Stürmer vorstellig wird. Neben den Angreifern geraten der erst 18-jährige Ante Coric und Marko Rog (20) immer mehr in den Fokus internationaler Top-Teams.

Angst machen muss den Verantwortlichen des Vereins das Interesse an den Spielern aber nicht, ganz im Gegenteil. Mit dem erwirtschaftetem Geld schafft es Dinamo jedes Jahr aufs Neue, eine - zumindest für das nationale Niveau - schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Auch die laufende Saison macht da keine Ausnahme: Nach elf Spielen thront Zagreb mit 23 Punkten auf dem Platz an der Sonne. Überhaupt strotzt das Team vor Selbstvertrauen, immerhin musste Dinamo den Rasen seit November 2014 - das sind 45 Pflichtspiele - nicht mehr als Verlierer verlassen.

Jetzt träumt der Verein davon, endlich international für Aufsehen zu sorgen und für dieses Vorhaben gibt es keine bessere Plattform als gegen den Titelaspiranten aus München. Obwohl die Bayern natürlich haushoher Favorit sind, kommt das Match für die Kroaten zum perfekten Zeitpunkt: Gut in Form und mit dem Auftaktsieg im Rücken hat das Team in der Allianz Arena nichts zu verlieren. Vielmehr ist es für die jungen Wilden die große Bühne, auf die sie sich seit drei Jahren vorbereitet haben und die sie nun endlich genießen können.

Der Kader von Dinamo im Überblick

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