Taumelnd dem Ziel entgegen

Dienstag, 10.12.2013 | 20:15 Uhr
Zwei Protagonisten der Dortmunder Offensivabteilung: Marco Reus (M.) und Henrikh Mkhitaryan
© getty
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
La Liga
Sa23.12.
El Clasico auf DAZN:
Real Madrid vs. Barcelona
FIFA Club World Cup
Live
Casablanca -
Urawa
FIFA Club World Cup
Gremio -
Pachuca
Serie A
Genua -
Atalanta
Coppa Italia
Inter Mailand -
Pordenone
Premier League
Huddersfield -
Chelsea
Coupe de la Ligue
Monaco -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Watford (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Stoke (DELAYED)
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Real Madrid
Eredivisie
Groningen -
PSV
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian -
Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II

Borussia Dortmund wirkt vor dem entscheidenden Champions-League-Spiel gegen Olympique Marseille angezählt (Mi., ab 20.30 Uhr im LIVE-TICKER). Viele Verletzte, die übrig gebliebenen Akteure im Formtief - der BVB will und muss sich irgendwie ins Achtelfinale retten.

"Wenn man Leverkusen schlagen will, muss man richtig gut sein. Das waren wir heute nicht", sagte Jürgen Klopp am Samstagabend. Solche Sätze hatte der Coach in dieser Saison schon häufiger gebracht. Auffällig häufig.

Der BVB befindet sich in einer heiklen Phase. Eine ähnliche sportliche Krise hatte es in den letzten drei Jahren kaum gegeben. Zurecht aber bemerkt Präsident Hans-Joachim Watzke, dass man nicht davon ausgehen könne, dass die Entwicklung aus den letzten Jahren immer so stetig vorangehen werde. Rückschläge seien eingeplant gewesen.

Und dennoch überrascht es, wie hilflos die Borussia am Samstag gegen Bayer Leverkusen agierte. Einzig in der 3. Minute wurde Bernd Leno ernsthaft geprüft. In den restlichen 87 Minuten kam wenig bis nichts. Weder von Robert Lewandowski, Henrikh Mkhitaryan oder Pierre-Emerick Aubameyang, noch vom eingewechselten Marco Reus.

Eigentlich ja genügend Qualität

Natürlich ist Dortmund durch die zahlreichen Ausfälle gebeutelt. Die komplette Viererkette aus dem letztjährigen CL-Finale auf Dauer zu ersetzen ist schier unmöglich. Auch das Fehlen Ilkay Gündogans kann im Spiel des Vizemeisters nicht auf Dauer aufgefangen werden. Obwohl der BVB mit Nuri Sahin einen Spieler im Kader hat, der Gündogan zumindest im Ansatz ersetzen könnte. Doch genau hier liegt derzeit das Problem: Eigentlich hat Dortmund trotz der vielen Verletzten noch genug Qualität im Kader. Eigentlich. Abrufen können es derzeit die wenigsten.

Angefangen beim Königstransfer Mkhitaryan, der sich die ganze Saison schon in einem stetigen Auf und Ab bewegt. Vor zwei Wochen gegen Neapel zeigte er eines seiner besten Spiele im schwarz-gelben Dress, drei Tage zuvor aber enttäuschte er gegen den FC Bayern maßlos. Auch gegen Leverkusen rannte sich der Armenier oft fest, verlor durch unnötige Dribblings einige Bälle und fiel häufig nur durch Lamentieren oder die Auseinandersetzung mit Leverkusens Emir Spahic auf.

Reus alleine trägt den Rucksack

Ähnlich verhält es sich mit den anderen Leistungsträgern. Marco Reus fehlt in den letzten Wochen sichtlich die Leichtigkeit. Fast scheint es so, als trage er seit den vielen Ausfällen einen Rucksack voller großer Erwartungen mit sich herum. Die Dynamik und Agilität, die er zu Saisonbeginn an den Tag legte, ist verflogen. Rein statistisch sind seine Werte weiterhin absolut überzeugend (20 Spiele, neun Tore, acht Assists), dennoch wirkt der 24-Jährige in den letzten Spielen - auch verletzungsbedingt - gehemmt.

Unterstützung erhält er von seinen Offensivkollegen derzeit nur wenig. Jakub Blaszczykowski kommt seit Wochen nicht in Tritt und wirkt oftmals fahrig und unkonzentriert in seinem Spiel. Man kann dem Polen nicht nachsagen, dass er nicht bemüht sei, dennoch wirkt er oftmals unglücklich. In der CL kommen laut OPTA nur 13 Prozent seiner Flanken an den Mann. In der Liga sind es gar nur zehn Prozent seiner Zuspiele von außen. Auch vor dem Tor trifft er im letzten Moment oft die falschen Entscheidungen - legt quer, anstatt abzuschließen oder andersrum. Zwei Buden und zwei Assists in 18 Spielen sind daher keine herausragende Statistik.

Sinnbild Lewandowski

Auch Robert Lewandowski trägt seit einigen Wochen die Seuche an den Schuhen. Zwar traf er vor zwei Wochen gegen Mainz doppelt - allerdings vom Elfmeterpunkt. Aus dem Spiel heraus gelang Lewandowski zuletzt gegen den VfB Stuttgart ein Treffer - das ist fast sechs Wochen her.

Sinnbildlich für die Flaute Lewandowskis war die vergebene Chance im Spiel gegen den FC Bayern, als er völlig blank am Fünfmeterraum den Ball in den Oberrang drosch. Auch gegen den SSC Neapel vergab der Pole freistehend zwei klare Torchancen. Ein Lewandowski in Bestform hätte solche Möglichkeiten wohl nicht liegen lassen.

Einer der wenigen Lichtblicke im lahmenden Dortmunder Offensivspiel ist Pierre-Emerick Aubameyang. Allerdings fehlt auch dem Flügelflitzer die Konstanz in seinen Auftritten. Zwar traf er per Traum-Freistoß gegen Mainz und erzielte das entscheidende 3:1 gegen Neapel, aber eine bestimmende Konstante im BVB-Spiel ist er nicht.

Das Ergebnis der Formschwäche in der Dortmunder Offensivabteilung ist, dass der letzte Treffer aus dem Spiel heraus gegen den VfB Stuttgart am 11. Spieltag fiel. Lässt man das DFB-Pokal-Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken und die Partie gegen Neapel einmal außen vor, war Dortmund in den vergangenen fünf Partien nur nach Standards erfolgreich. Keine wirklich gute Statistik für eine Mannschaft, die als eines der besten Umschalt-Teams der Welt gilt.

Verletzungsmisere betrifft nur die Defensive

Zumal die Verletzungsmisere fast ausschließlich die Defensive betrifft. Hummels, Subotic, Schmelzer, Piszczek, Bender und Kehl sind nicht unbedingt für das eigentlich bekannte Offensiv-Feuerwerk der Borussen verantwortlich. Einzig Gündogan ist ein Ausfall in der Kreativzentrale - doch gerade diesen kann sein eigentlicher Backup Nuri Sahin derzeit nicht ersetzen.

In der Saison 2010/11 drückte der Türke dem BVB-Spiel ähnlich den Stempel auf, wie es Gündogan in der Rückrunde der letzten Saison tat. Daher erhoffte man sich im Signal-Iduna-Park eine ähnliche Leistung von Gündogans Vorgänger-Nachfolger - doch dem ist nicht so. Zwar weist der 25-Jährige eine ordentlich Passstatistik (laut OPTA knapp 78 Prozent erfolgreiche Pässe in der CL) auf, dennoch kommt er nicht an die Form aus dem ersten Meisterjahr heran. Zu wenig zeigt sich Sahin als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive, zu selten ist er das geforderte Herzstück der Borussia. Fraglich bleibt auch, ob er mit Außenbandanriss im abschließenden Gruppenspiel überhaupt auflaufen kann.

"Nicht die leichteste Situation für uns"

Zu abhängig erscheint Schwarz-Gelb in seinem Offensivspiel inzwischen von Marco Reus. Das Schwächeln des Dribblers hat daher erhebliche Auswirkungen auf die ganze Mannschaft. Hatte er im letzten Jahr noch Mario Götze oder Gündogan an seiner Seite, die mit einer genialen Aktion ein Spiel alleine entscheiden konnten, fehlen ihm in diesem Jahr die Adjutanten, die auch mal die Kohlen aus dem Feuer holen können.

Die Stimmung in Dortmund ist ob der Offensiv-Formkrise alles andere als heiter. "Das ist nicht die leichteste Situation für uns. Es ist keine Situation, in der an jedem Tag die Sonne lacht und alles weltklasse läuft", sagte Jürgen Klopp. Die schwachen Spiele in letzter Zeit haben ihre Spuren hinterlassen. Am schwarz-gelben Himmel herrscht derzeit graue Tristesse.

Aber Klopp ist kein Mensch, der nun in Selbstmitleid verfällt und den Teufel an die Wand malt. Vielmehr appelliert er weiter an die eigene Stärke des Teams: "Klar kann uns Marseille wehtun. Aber wir sind auch eine Mannschaft, die dem Gegner wehtun kann", sagte Klopp auf der abschließenden Pressekonferenz am Dienstag.

Auch wenn seine Jungs derzeit nicht vor Selbstvertrauen strotzen, gibt sich der Coach gewohnt optimistisch und verweist auf die Leistung gegen Neapel: "Wir haben gegen eine italienische Mannschaft, die auf ein Unentschieden aus war, gewonnen und dazu noch einen Drei-Tore-Vorsprung rausgeschossen. Das ist nicht so schlecht."

Der Boxer, der auf den Gong hofft

Der BVB geht sowohl physisch als auch psychisch auf dem Zahnfleisch. Die Leistungsträger sind außer Form, aufgrund der Verletzten sind Klopp aufstellungstechnisch die Hände gebunden. Daher kommt die Winterpause für den BVB alles andere als ungelegen. Ab dem 22. Dezember ist Wunden lecken angesagt. Die derzeitigen zehn Punkte hinter den Bayern schmerzen zwar, dennoch steht Dortmund im DFB-Pokal-Viertelfinale und hat am Mittwochabend die Chance mit einem Sieg gegen OM ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Damit wären zwei wichtige Etappenziele erreicht.

Im letzten Jahr durchflog man die CL-Gruppenphase mit einer Unbekümmertheit, die in ganz Europa bewundert wurde. In diesem Jahr gleicht Dortmund eher einem taumelden Boxer. Bleibt zu hoffen, dass der BVB am Mittwoch in Marseille den finalen Gong hört und an der Cote d'Azur nicht vorher K.o. geht.

Alle Infos zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung