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Leverkusen zieht ins Achtelfinale ein

Endgültig ausgekotzt

Von Daniel Reimann
Mittwoch, 11.12.2013 | 00:37 Uhr
Lars Bender ließ seinen Emotionen nach dem Spiel freien Lauf
© getty
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Nach dem Debakel gegen Manchester United setzte es vernichtende Kritik für Bayer Leverkusen. Doch der Werksklub zeigte die richtige Reaktion und steht zwei Wochen später hervorragend da - trotz kleiner Makel.

"Das hatte mit Champions League-Fußball nicht im Geringsten etwas zu tun. Das ist nicht schön zu reden. Das war für mich zum Kotzen", schimpfte Calli.

Der "Sky"-Experte redete sich in Rage. Sein Ehemaliger Verein hatte gerade auf Europas größter Fußballbühne 0:5 verloren. Hilflos und bisweilen wehrlos. Gegen ein Manchester United, das eine der schlechtesten Spielzeiten seit Jahren erlebt.

Viele taten es Rainer Calmund gleich. Es bot sich an, an jenem Abend auf Bayer Leverkusen draufzuhauen. Es war naheliegend, in Teilen auch absolut gerechtfertigt.

"Alle Spieler werden sich auskotzen"

So übte selbst Sportdirektor Rudi Völler scharfe Kritik an der Mannschaft: "Das 5:0 sieht Scheiße aus. Wir haben einen auf den Deckel bekommen. Es tut mir leid, wenn wir Schande über den deutschen Fußball gebracht haben."

Doch teilweise ging ihm die Kritik zu weit. Zum Beispiel, dass Leverkusen von mancher Seite die Champions-League-Tauglichkeit abgesprochen oder der Verein in grundsätzlichen Dingen kritisiert wurde.

Wenige Tage nach der 0:5-Blamage holte Völler zu einer Brandrede aus und kündigte an: "Der Stachel sitzt noch immer tief und wird erst herausgezogen, wenn die Mannschaft gegen Nürnberg gut spielt. Aber ich bin sicher, alle Spieler werden sich auskotzen. Das werden wir wieder wettmachen."

Zittersiege und Statement-Siege

Zugleich wehrte sich Völler gegen das teils vernichtende Medien-Echo: "Die Mannschaft hat es nicht verdient, so behandelt zu werden. Dazu hat sie in den vergangenen Monaten zu viel richtig gemacht", sagte Völler und kündigte an: "Hier geht es mit Vernunft weiter - auch nach 0:5-Niederlagen."

Seine Mannschaft kotzte sich aus. Gegen Nürnberg, als Leverkusen ein souveränes 3:0 holte. In Freiburg, wo sich die Werkself zum Sieg zitterte. In Dortmund, wo Bayer mit dem 1:0-Sieg das Verfolgerduell für sich entschied und ein klares Zeichen im Kampf um Platz zwei setzte. Und neuerdings auch in San Sebastian, wo sich Leverkusen den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale sicherte.

Bayer hat sich endgültig ausgekotzt. Team und Verantwortliche haben nach dem Debakel gegen United die richtige Reaktion gezeigt.

United: Nicht mehr als ein Ausrutscher

Nach vier hart erkämpften Siegen in vier wegweisenden Spielen wird der düstere Auftritt gegen United als Ausrutscher in Erinnerung bleiben - mehr nicht.

"Die Stärke von guten Teams ist, dass sie nach einem solchen Spiel eine Reaktion bringen und zeigen, dass sie nicht über Nacht zu einer schlechten Mannschaft geworden sind", brachte es Trainer Sami Hyypiä auf den Punkt.

Und so steht Bayer nur zwei Wochen nach der 0:5-Klatsche hervorragend da. Plötzlich bietet Leverkusen nur noch wenig Angriffsfläche für Kritik. In der Champions League das Achtelfinale, im DFB-Pokal das Viertelfinale erreicht. In der Liga einer der besten Zweitplatzierten aller Zeiten, während United in der Premier League durchs Niemandsland der Tabelle taumelt.

Nicht souverän, aber erfolgreich

Dass sich Bayer in diesen zwei Wochen oftmals schwertat und keineswegs immer souverän agierte, ist dabei zweitrangig. Gegen Freiburg zitterte sich die Werkself nach Blitzstart letztendlich zum Sieg, auch die Partie bei Real Sociedad stand mehrmals auf der Kippe.

Aus dem Spiel heraus klappte wenig bei Bayer, lange Zeit ging die meiste Gefahr von Standardsituationen aus. Es war bezeichnend, dass ausgerechnet eine Ecke Leverkusen das einzige Tor beschert hatte - wie es Hyypiä geahnt hatte: "Ich habe in der Pause gesagt, dass wir mindestens ein Tor durch Standardsituationen machen", erklärte der Finne.

Dabei hätte sich sein Team deutlich mehr Großchancen erarbeiten können, wenn es die zahlreichen Konterchancen konsequenter zu Ende gespielt hätte.

Zigarren und Wein

Stattdessen zeigte Bayer Nerven, offenbarte bei gegnerischem Umschaltspiel fahrlässige Stellungsfehler und hätte sich über ein Gegentor kaum beschweren können.

Doch angesichts des nun erreichten Achtelfinaleinzugs ist der Weg dorthin nicht weiter von Bedeutung. Viel wichtiger ist die Botschaft, die Bayer durch den Sieg in San Sebastian vermittelte: Sie hat Völlers Forderung umgesetzt, zu dessen vollster Zufriedenheit.

Und so frohlockte auch der Bayer-Sportdirektor nach dem Spiel: "Heute Abend sind eine Zigarre und ein Gläschen Wein drin."

Real Sociedad - Bayer Leverkusen: Die Statistik zum Spiel

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