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Bayerns Pleite gegen Manchester City

Ein Weckruf zur richtigen Zeit

Mittwoch, 11.12.2013 | 08:26 Uhr
Überraschendes Bild: City feiert den Auswärtssieg, Bayern verliert
© getty
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Der FC Bayern ist Gruppensieger in der Champions League. Das ist die gute Nachricht. Der FC Bayern ist verwundbar, das ist aus der Sicht des Triple-Siegers die schlechte Nachricht. Doch die folgenlose Niederlage gegen Manchester City kommt dem Trainer sogar gelegen.

Wie sich die Bilder doch gleichen. Als es eigentlich keiner für möglich gehalten hatte, war sie da, die unverhoffte Chance. Im März 2013 gastierte der FC Arsenal in der bitterkalten Allianz Arena. Das Hinspiel verloren die Gunners zu Hause mit 1:3. Während der FC Bayern schon geistig für das Viertelfinale plante, stand es in München kurz vor Schluss plötzlich 0:2. Noch ein Arsenal-Tor und die Bayern wären ausgeschieden. Der Traum vom Triple wäre da schon ausgeträumt gewesen.

Im Dezember 2013 gastierte nun Manchester City in der bitterkalten Allianz Arena. Das Hinspiel verloren die Citizens mit 1:3. Während der FC Bayern, der schon dank Toren von Thomas Müller und Mario Götze 2:0 führte, geistig für das Achtelfinale plante, stand es in München weit vor Schluss plötzlich 2:3. Noch ein City-Tor und die Bayern wären nur noch Gruppenzweiter. Der vermeintlich leichtere Gegner und das Heimrecht im Rückspiel wären für ManCity herausgesprungen.

Etwas ungünstig für Manchester City war nur, dass der Trainer das nicht wusste. "Es wäre schwer gewesen, noch zwei Tore zu schießen und ich denke, David Silva hätte nicht 90 Minuten spielen sollen", sagte Manuel Pellegrini im Interview mit dem englischen TV-Sender "Sky". Nicht nur erst das verdutzte Gesicht des Reporters ließ Pellegrini erahnen, dass er gerade daneben lag.

Auch Spieler unsicher

Nicht viel besser war die Spielvorbereitung seiner Spieler. "Wir wussten es ungefähr", sagte James Milner in den Katakomben der Allianz Arena. "Aber ganz ehrlich, wir wussten nicht ob ein 4:2 reicht oder ein 5:2 her muss. Wir sind davon ausgegangen, dass es ein 5:2 sein muss."

Immerhin: Als Pellegrini wenige Minuten später in der Pressekonferenz auftauchte, war der City-Coach schon besser informiert und definierte die Toranzahl schon gar nicht mehr, stellte aber noch einmal fest, dass er Silva herausnahm, um den Spanier nach fünf Wochen Abwesenheit zu schonen.

Dass der Chilene dem FC Bayern dabei wohl einen Gefallen getan hat, beispielsweise den ebenfalls geschonten Kun Agüero nicht zu bringen, liegt nahe. Eine dann am Ende unbedeutende Niederlage ist die eine Sache, das Beinahe-Abrutschen auf Platz zwei hätte dann schon eine besondere Note.

Niederlage? "Wir können damit leben"

"Gut ist, dass wir mit der Niederlage leben können", sagte Kapitän Philipp Lahm, der nach zwei Spielen Pause wieder mit dabei war, etwas erleichtert. Auch Xherdan Shaqiri und Manuel Neuer konnten "mit der Niederlage leben".

Letztlich ist dem FC Bayern nichts passiert, sie haben den Gruppensieg erreicht und stehen da, wo sie stehen wollen. Ganz oben. Aber die zweite Pflichtspiel-Niederlage unter Pep Guardiola offenbarte dann doch das eine oder andere Problemchen, das der Spanier hatte kommen sehen.

Beim FC Bayern sind die meisten Verletzten zwar wieder gesund, aber vollends belastbar sind die zuletzt außer Gefecht gesetzten Kräfte wie Xherdan Shaqiri, Javi Martinez oder Claudio Pizarro noch längst nicht, sodass die Rotation beim engen Spielprogramm eher minimal betrieben wird. "Ich mache mir Sorgen", sagte Guardiola noch vor dem Gastspiel bei Werder Bremen.

Der Weckruf

Diese Feststellung könnte auch für die Wahrnehmung rund um den FC Bayern gelten. Die teils erdrückende Dominanz des Rekordmeisters, die unverwüstlich anmutende Gangart, die fortwährenden Meldungen über neue Rekorde und Bestmarken ließen die Mutmaßung zu, dass der FC Bayern gegen jeden Gegner der Welt gewinnen muss, weil es das Normalste des Planeten ist.

Dass dem nicht so ist und dass ein Gegner wie Manchester City, der gerade in der Offensive mehrere sehr fähige Spieler hat, dem FC Bayern wehtun kann, wurde am Dienstagabend eindrucksvoll bewiesen. "Eine Niederlage ist nie gut", sagte Guardiola, "aber vielleicht braucht dieser Verein, der Trainer und die Mannschaft eine Niederlage, um zu wissen, wie schwierig es ist, die Spiele zu gewinnen - in der Bundesliga und in Europa." Für Pep war es der Weckruf zur richtigen Zeit.

Pep: "Auch andere Teams haben gute Spieler"

Gerade vor den wichtigen Aufgaben in der Bundesliga und vor allem bei der Klub-WM in Marokko hat Guardiola einen Anstoß für frische Konzentration dringend gebraucht. Dass irgendwann auch mal eine andere Mannschaft dem FC Bayern ähnlich gefährlich wird, schließt der Trainer nicht aus: "Wir sind eine super Mannschaft. Aber wir können auch mal verlieren, denn auch andere Mannschaften haben gute Spieler und gute Trainer."

Des Gegners Spieler haben es diesmal geschafft, dem FC Bayern schon nach 20 Minuten Paroli zu bieten und später den Schneid abzukaufen. Die Münchener begannen ungemein beherzt, praktizierten ein Pressing, das Manchester Citys Defensive vor Fragen der Daseinsberechtigung auf diesem Platz stellte, aber nach dem 2:0 waren die Gastgeber dann auch zu schnell zufrieden.

"Wir sind nicht gut in die zweiten Halbzeit gekommen", sagte Dante und drückte es noch milde aus, was ihm und seinen Kollegen widerfuhr. "In der zweiten Halbzeit war es etwas seltsam", fand auch Thomas Müller "Am Ende müssen wir damit zufrieden sein, dass es für die Gruppensieg gereicht hat." Immerhin einer, der den Durchblick hat.

Die Gruppenphase im Überblick

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