BVB: Überhaupt nichts passiert

Von SPOX
Montag, 12.03.2012 | 11:52 Uhr
Borussia Dortmund liegt nach dem Remis in Augsburg fünf Punkte vor Verfolger Bayern
© Getty
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Borussia Dortmund hakt die zwei verlorenen Punkte von Augsburg schnell ab und will erst gar kein Gerede aufkommen lassen. Der FCA setzt seinen Aufwärtstrend fort - hat aber auch noch etwas nachzuholen.

Reaktionen:

Jos Luhukay (Trainer FC Augsburg): "Wir haben leidenschaftlich gespielt, aber immer die Initiative übernommen, wenn wir die Chance dazu hatten. Hätte man uns vor dem Spiel einen Punkt angeboten, hätten wir wohl gerne unterschrieben. Wir waren über 90 Minuten gleichwertig und gehen daher auch völlig verdient mit einem Punkt nach Hause."

Andreas Rettig (Geschäftsführer FC Augsburg): "Wir freuen uns, das war heute eine 1A-Leistung!"

Daniel Baier (FC Augsburg): "Jeder hat gekämpft, aber wir haben auch nach vorne gespielt. Zu Hause sind wir mit unseren Fans im Rücken schwer zu schlagen. Das hat heute auch der Deutsche Meister zu spüren bekommen. Wir glauben an uns und die echte Chance auf den Klassenerhalt, den uns viele nicht zugetraut haben."

Simon Jentzsch (FC Augsburg): "Die Rollen waren klar verteilt. Wir hatten nichts zu verlieren. Das hat man von Beginn an gemerkt. Wir haben den BVB nicht richtig ins Spiel kommen lassen und so wieder einen Punkt erarbeitet."

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Wir wussten vorher, wie der Gegner auftritt. Wenn einem so das letzte bisschen an Esprit fehlt und wenn man sich nicht die ganz große Sicherheit erarbeiten kann, dann wird es schwierig. Der Gegner hat hier Manndeckung über den ganzen Platz gespielt und das ist unangenehm zu spielen. Sie haben leidenschaftlich gekämpft und hochverdient einen Punkt geholt."

Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund): "Ich denke nicht, dass wir zwei Punkte verloren, sondern einen gewonnen haben. Die Mannschaften, die hierher kommen, müssen hier erst einmal bestehen. Augsburg hat einen absoluten Aufwärtstrend und wir kommen gerade zu den Gegnern, wo es besser läuft."

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Mit dem Punkt können wir leben. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht immer gewinnen können. Was die Bayern machen, interessiert uns nicht."

Nachbetrachtung: Borussia Dortmund hat ein Bundesligaspiel nicht gewonnen. Für das Jahr 2012 ist das eine außergewöhnliche Nachricht, nachdem der BVB vorher mit sieben Siegen am Stück durch die Liga geschwebt ist.

Daneben gab es noch ein paar Rekorde, die gebrochen wurden oder eben doch nicht. Alles nicht so wichtig. Der Vorsprung auf die Bayern ist um zwei Zähler auf "nur" noch fünf Punkte geschmolzen. Die Spieler und Trainer Jürgen Klopp nehmen es zur Kenntnis und Ende.

"Wir haben heute einfach nicht mehr verdient", sagt Klopp nach dem 0:0 von Augsburg, was ziemlich exakt der Wahrheit entsprach. Der BVB hat nach Wochen der Extraklasse eine durchschnittliche Leistung eingestreut und in einer ausgeglichenen Liga führt das dann selbst gegen einen Abstiegskandidaten auch mal nur zu einem Remis.

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Wirklich viel passiert ist durch die ersten Punktverluste der Rückrunde aber nicht. Der BVB war vorher nicht so vermessen zu glauben, jetzt bis zum 34. Spieltag alles zu gewinnen. Eher waren die Protagonisten geplant demütig. Und wer weiß, vielleicht ist es am Ende ja dieser eine Punkt am 25. Spieltag, der den Unterschied zum Titel macht?

Beim FCA ist zu sehen, wie aus vermeintlich ganz wenig relativ viel entstehen kann. Die Mannschaft wurde in der Winterpause gezielt an zwei Schwachstellen (Koo als Kreativer, Ostrzolek als wichtiger Backup für de Jong) verstärkt, mit Moravek ist sogar noch ein Spielmacher in der Hinterhand.

In den Wochen vor der Winterpause hat die Mannschaft ihre Scheu und den Respekt vor der neuen Liga und den großen Gegnern abgelegt, in der Rückrunde taucht der FCA immer öfter auf Augenhöhe zum jeweiligen Gegner auf.

Der Trend und die Leistungskurve gehen eindeutig nach oben, was im Vergleich zu Teams wie Kaiserslautern und vor allen Dingen Hertha BSC ein klarer Vorteil ist. Dazu passt die Stimmung im Team.

Auch Trainer Jos Luhukay lernt in seinem zweiten Jahr als Bundesligatrainer immer mehr dazu, richtet seine Mannschaft auf den Gegner abgestimmt variabel aus und macht damit sehr vieles richtig.

Augsburg muss die ersten zehn, zwölf Spieltage bis zum Saisonende wettmachen. Da war der FCA noch gefangen in der Zwischenwelt zwischen zweiter und erster Liga. Mittlerweile sind die Schwaben ein vollwertiges Mitglied der Bundesliga.

Augsburg - Dortmund: Daten zum Spiel

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