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Donnerstag, 05.02.2015 | 17:27 Uhr
Gehen nun getrennte Wege: Jos Luhukay und Michael Preetz
© getty
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Nach nur vier Punkten aus den letzten sieben Spielen hat Hertha BSC seinen Trainer Jos Luhukay beurlaubt. Von außen betrachtet ergibt das zwischen einer Englischen Woche keinen Sinn. Auf Pal Dardai wartet eine zunächst undankbare Aufgabe.

"Jos Luhukay ist der richtige Trainer. Wenn er will, kann er hier sofort seinen Vertrag verlängern. Wir haben jahrelang einen Trainer gesucht, der sich zu 100 Prozent einlässt auf Hertha BSC. Den haben wir jetzt - und den behalten wir." (Michael Preetz, 6. November 2014)

"Wir haben versucht, noch einmal alles auf uns einwirken zu lassen, was in den letzten Tagen, Wochen und Monaten passiert ist. In der Nachbetrachtung des gestrigen Spiels sind wir zu dem Schluss gekommen, uns von Jos Luhukay und seinem Trainerteam zu trennen. Wir haben nicht die Erwartungen erfüllt, die wir an uns selbst haben. Deshalb war dieser Schritt notwendig." (Michael Preetz, 5. Februar 2015)

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Zwischen den beiden Aussagen von Michael Preetz liegen ziemlich genau drei Monate. Das erste Statement stammt aus einem Interview mit dem "Kicker" im November. Anfang Februar sah sich Preetz nun gezwungen, seine Pläne mit Luhukay komplett zu verwerfen und setzte den Aufstiegscoach vor die Tür.

"Nachhaltiger Prozess" eklatant gefährdet

Natürlich waren die Ergebnisse in der Hinrunde schon alles andere als zufriedenstellend. Doch der Hertha war durchaus bewusst, dass das zweite Jahr nach dem Aufstieg das schwerere werden würde. Deswegen gab man dem Kader im Sommer eine hübsche (und auch teure) Auffrischung. Nach der überragenden Hinrunde 2013/14 und Platz sechs stürzten die Berliner bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison ab.

"Wir wollen uns weiter etablieren in der Bundesliga, dies ist keine Aufgabe von einer Saison, sondern ein wichtiger, nachhaltiger Prozess. Wir sind im letzten Jahr aufgestiegen, haben den Klassenerhalt sicher geschafft - dies ist aber noch keine Etablierung wie wir uns das vorstellen", sagte Preetz im Sommer. Dieser "nachhaltige Prozess" schien nun scheinbar eklatant gefährdet.

Zeitpunkt mehr als unglücklich

Dass die Alte Dame vor dem Jahreswechsel lediglich drei Punkte vor einem Abstiegsplatz lag, schmeckte selbstredend keinem der Beteiligten. Die Auftritte aus den ersten beiden Spielen nach Rückrundenstart machten die Lage noch prekärer. Luhukay ist zweifellos ein Fußballfachmann, doch scheinbar traute man ihm nicht mehr zu, das Ruder noch einmal rumzureißen.

Fußball ist und bleibt Tagesgeschäft. Blauäugig ist man auch in Berlin nicht, dennoch sollte das Projekt mit Luhukay ein langfristigeres werden. Umso überraschender ist der Zeitpunkt der Trennung. Von dem Trainer, der seit zweieinhalb Jahren die Geschicke in der Hauptstadt leitete und das Team zuletzt vier Wochen auf die Rückrunde vorbereitet hat. Von diesem Trainer trennt man sich nun mitten in der englischen Woche.

Dieser Zeitpunkt ist mehr als unglücklich: Pal Dardai solle zunächst für die "nächsten Wochen" übernehmen. Der Ungar hat jedoch maximal zwei Trainingseinheiten, um das Team kennenzulernen und bereits für das erste Spiel bei Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) einzustellen.

Undankbare Aufgabe für Dardai

Mit der Entlassung Luhukays in einer englischen Woche tut man Dardai keinen großen Gefallen. Die Aufgabe wäre nicht ganz so gewaltig, hätte man Luhukay entweder schon vor der Winterpause oder erst nach dem Mainz-Spiel entlassen.

So hat Dardai gerade einmal zwei Tage, um in einer äußerst intensiven Woche in der Mannschaft einen Effekt zu erzeugen. Um einen neuen Geist hervorzurufen und womöglich sogar neue Spielideen einzubauen.

Viel schlechter wären die Voraussetzungen für die Partie gegen Mainz auch unter Luhukay wohl nicht gewesen. Unter dem Trainer, den man jahrelang gesucht hatte. Stattdessen darf sich nun Dardai beweisen. Im Versuch, der Trainer zu sein, den Hertha BSC noch immer sucht.

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