Donnerstag, 05.02.2015

Trainer-Entlassung in Berlin

Hertha beurlaubt Jos Luhukay

Hertha BSC hat auf die Talfahrt in der Bundesliga reagiert und Trainer Jos Luhukay mit sofortiger Wirkung entlassen. Das gab der Verein am Donnerstagmittag bekannt. Auf einer Pressekonferenz nahmen Michael Preetz und Interimscoach Pal Dardai Stellung.

Jos Luhukay ist wohl nach der Pleite gegen Leverkusen beurlaubt worden
© getty
Jos Luhukay ist wohl nach der Pleite gegen Leverkusen beurlaubt worden

Die Berliner hatten zuletzt dreimal in Folge verloren und waren nach der 0:1-Heimniederlage am vergangenen Mittwoch gegen Bayer Leverkusen auf den 17. Platz der Tabelle abgerutscht. "Wir haben versucht, noch einmal alles auf uns einwirken zu lassen, was in den letzten Tagen, Wochen und Monaten passiert ist. In der Nachbetrachtung des gestrigen Spiels sind wir zu dem Schluss gekommen, uns von Jos Luhukay und seinem Trainerteam zu trennen. Wir haben nicht die Erwartungen erfüllt, die wir an uns selbst haben. Deshalb war dieser Schritt notwendig", sagte Sportdirektor Michael Preetz auf der Pressekonferenz.

Herthas früherer Profi und Rekordspieler Pal Dardai und der ehemalige Co-Trainer Rainer Widmayer übernehmen bei der "Alten Dame" vor dem Spiel beim FSV Mainz 05 am Samstag interimsweise die Verantwortung für die Mannschaft: "Wir haben Pal Dardai mit der Aufgabe betreut, das Team in den nächsten Wochen zu führen. Ich bin sehr von seinen Qualitäten überzeugt. Er hat eine blau-weiße Vergangenheit und war schon als Spieler ein harter Arbeiter. Er ist Herthas Rekordspieler und wird versuchen, die Mannschaft optimal einzustellen", so Preetz zur neuen Personalie.

Dardai will gleich durchstarten

Dardai strahlte indes Tatendrang aus, betonte aber dass man nun hart arbeiten müsse: "Ein neuer Trainer kann immer viel reden. Aber dazu haben wir gar keine Zeit. Michael hat mich gestern Abend angerufen und ich hatte keine Zweifel, dass der Klassenerhalt machbar ist, denn die Mannschaft hat genug Qualität." Dabei baut er auch auf die Unterstützung der Fans: "Die Zuschauer kennen mich. Jeder weiß, wer ich bin. Ich werde alles dafür geben, dass wir uns so schnell wie möglich stabilisieren."

Eine feste Vertragsdauer gibt es vorerst nicht. "Bis auf Weiteres" werde Dardai das Amt des Cheftrainers innehaben. "Unser Wunsch ist es, mit diesen Trainern erfolgreich zu sein. Es ist aber unsere Pflicht, sich den einen oder anderen Gedanken darüber hinaus zu machen." Zum ungarischen Fußball-Verband kann ich nur so viel sagen, dass wir mit den Verantwortlichen das Gespräch suchen werden."

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Gespräch mit ungarischem Verband

Zunächst ist Dardai auch noch weiter Trainer der ungarischen Nationalmannschaft. "Wir müssen da die letzten Details klären", meinte Preetz, der vielleicht auch ein wenig auf einen Skripnik-Effekt hofft. Mit dem Ukrainer Viktor Skripnik hatte Werder Bremen zum Jahresende ebenfalls eine erfolgreiche Trainer-Lösung aus den eigenen Reihen präsentiert.

In einer ersten Erklärung hatte sich Hertha ausdrücklich bei Luhukay für die erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten Jahren bedankt. "Nach eingehender Analyse der momentanen Situation hat sich der Verein dazu entschieden, darüber hinaus auch die Zusammenarbeit mit dessen Assistenten Markus Gellhaus und Rob Reekers zu beenden", hieß es weiter.

Unwürdiger Abgang

Die Spieler stellten die Qualität ihres Trainers ebenfalls schon infrage. Kapitän Fabian Lustenberger sah jedenfalls keine Veranlassung, dem Trainer den Rücken zu stärken. "Die Diskussion um den Trainer gehört dazu, wenn man Profi ist. Aber man muss das ausblenden und sich auf die nächsten Aufgaben konzentrieren", sagte der Schweizer.

Für Luhukay war das Ende seiner Amtszeit ein relativ unwürdiger Abgang. Der Coach war nach seinem Dienstantritt 2012 in Berlin zwei Jahre als Heilsbringer gefeiert worden, schaffte im ersten Jahr den Aufstieg und ein Jahr später Platz elf in der Bundesliga. Nun der Absturz in dieser Saison, in der Berlin sich eigentlich im Oberhaus etablieren wollte.

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