Eine günstige Gelegenheit

Von Andreas Lehner
Dienstag, 23.04.2013 | 18:16 Uhr
Für Javi Martinez zahlte der FC Bayern 2012 für 40 Millionen Euro
© getty
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Der FC Bayern hat vor der CL-Gala gegen Barcelona mit dem Transfer von Mario Götze für einen Paukenschlag gesorgt - und seinen eigenen Anspruch untermauert. Götzes Verpflichtung ergibt sportlich, wirtschaftlich und vom Zeitpunkt her Sinn. Ein Kommentar von Bayern-Reporter Andreas Lehner.

Der FC Bayern zählt seit kurzem auf seiner Twitterseite die Stunden vor einem Spiel herunter. 10, 9, 8, 7, 6, ... Dass die Bayern rund neun Stunden vor Halbfinalhinspiel gegen den FC Barcelona einen Tweet zu Mario Götze einstreuen und eine Pressemitteilungen verschicken mussten, war weder geplant noch gewollt.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung dürfte den Münchnern ebenso wenig gepasst haben wie den Dortmundern. Steueraffäre Uli Hoeneß hin oder her.

Kommentar: Der Götze-Transfer aus BVB-Sicht

Der Zeitpunkt der Verpflichtung von Götze war dagegen so gut wie nie zuvor. Der FC Arsenal hätte schon im Sommer 2011 40 Millionen Euro für Götze bezahlt, der BVB lehnte ab. Dass sich Götze bei seiner Vertragsverlängerung eine Ausstiegsklausel in den Vertrag schreiben ließ, machte den Transfer für Bayern erst attraktiv und lukrativ.

So günstig wie jetzt wäre Götze nie wieder zu haben gewesen. Die 37 Millionen sind gut angelegtes Geld, wenn man sich neben Götzes Talent auch die Vermarktungsmöglichkeiten anschaut, die der Jungstar bietet.

Götze ist ein fußballerisches Ausnahmetalent, aber auch ein Popstar in spe. Trikotverkäufe und sonstige Merchandising-Maßnahmen dürften den Bayern etliche Millionen Euro und eine Vielzahl neuer, junger Fans einbringen.

Die Reaktionen der Fußball-Welt: Der Götze-Ticker

Es gab also keine andere Wahl, die Bayern mussten zugreifen. Dass die Strahlkraft ihres künftigen Trainers Pep Guardiola am Ende eine entscheidende Rolle spielte, bestätigt die Entscheidung der Vereinsführung für Guardiola und gegen Jupp Heynckes noch einmal.

Der Transfer passt darüber hinaus auch zum eigenen Anspruch der Bayern. Die besten deutschen Spieler müssen beim besten deutschen Klub spielen, so lässt sich das Credo der Münchner vereinfacht zusammenfassen. Garniert wird das Ganze mit europäischen Top-Spielern.

Wenn die Bayern einen Spieler als Wunschkandidaten ausgemacht haben, wird alles dafür getan, um ihn auch zu bekommen. Der Preis spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, das machte schon der Transfer von Javi Martinez im Sommer 2012 klar.

Mit Götze haben sie einen weiteren Mosaikstein für die Ausrichtung des Klubs in naher Zukunft geholt. Die Schwächung des stärksten nationalen Gegners ist ein Nebeneffekt, aber nicht der Antrieb hinter dem Transfer.

Neben dem begehrtesten Trainer der Welt haben die Bayern nun auch einen der am stärksten umworbenen Jungstars für sich begeistern können. Götze kann bei Bayern den Weg zum Weltstar gehen. Auf der anderen Seite verfolgt Sportvorstand Matthias Sammer seinen Plan mit konsequenter Akribie: die dauerhafte Etablierung des FC Bayern auf internationalem Spitzenniveau.

Mario Götze im Steckbrief

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