Grafite und der Papst im Kreuzverhör

Von Stefan Moser
Montag, 23.03.2009 | 12:52 Uhr
Im Trash-TV: Hier knackt Investigativ-Ikone Michael Steinbrecher gerade das Gehirn von Grafitschi...
© Imago
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Was war das denn, Bundesliga? Nur 19 Tore, die Hertha immer noch Tabellenführer und noch nicht einmal ein Pfeifkonzert auf Schalke: Feiert man so etwa den Frühlingsbeginn? Das muss besser werden!

Zur Strafe waschen wir nun Deine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit, plaudern schlüpfrige Details aus und berichten über Iris Berben. Einzelnachweise in der Alternativen Liste des 25. Spieltags.

1. Deutsche Redewendungen: Einigermaßen überraschend ist Borussia Mönchengladbach am Freitag schon wieder aus der stabilen Seitenlage gekippt und hat gegen Bochum mit 0:1 verloren. Nicht ganz schuldlos war dabei angeblich der Kanadier Paul Stalteri, der mit seiner Passivität das Gegentor begünstigte. Das fand jedenfalls ein Field-Reporter, worauf sich folgendes Gespräch entspann. Reporter: "Logan Bailly war nach dem Tor ziemlich sauer auf Sie. Ziehen Sie sich da einen Schuh an?" Stalteri: "???" Reporter: "Ihr Torhüter hat mit Ihnen geschimpft. Ziehen Sie sich da einen Schuh an?" Stalteri: "Hä?" Reporter: "Der Torwart! War böse! Nach dem Tor! Auf Sie! Ziehen Sie sich da einen Schuh an?" Stalteri: "Wie bitte?" Der Reporter gibt auf...

2. Quarantänestation: Nein, zum allerletzten Mal: Hoffenheim hat keine Krise! Hoffenheim hat eine Seuche. Sagte zumindest Ralf Rangnick nach dem 2:2 gegen Hannover.

Und er meinte damit keineswegs den Rinderwahnsinn von Luiz Gustavo, der nach seiner Zuckung gegen Arnold Bruggink voraussichtlich per Video-Beweis gesperrt wird. Er meinte vielmehr die kaputten Bänder seiner Spieler: Ibisevic, Ba, Obasi, Salihovic und nun auch noch Jaissle und Ibertsberger: allesamt @Arsch.

Damit hat Hoffenheim nun mehr Verletzte als Einwohner - und dafür ist Platz fünf doch aller Ehren wert.

3. Imagekampagne: Apropos! Hannover 96 verkauft jetzt Tickets für 9,96 Euro beim Spionage-Discounter Lidl. Das ist eine Krise! Obwohl der Trend nach oben zeigt: Das Remis in Hoffenheim bedeutete immerhin eine Umsatzsteigerung von 100 Prozent. Schon der zweite Auswärtspunkt der laufenden Saison.

4. Wissen macht Ah: Schalke gegen Hamburg war nun wirklich langweilig. Die einen waren zu müde, die anderen hatten die königsblauen Hosen voll, und selbst Kuranyi hatte keine Lust sich zu blamieren. Gottlob war aber Trainertagung! Deutschlands Fußballkompetenz saß geschlossen in der Veltins-Arena - und einer fand sich auch, der das Gerumpel kommentieren wollte. Tempo sei ganz groß in Mode, berichtete nämlich Christoph Daum von den Mysterien seiner Zunft und legte aus dem Stegreif einen Merkspruch druckreif oben drauf: "Doch Geschwindigkeit kann man nur erzeugen, wenn man sich bewegt!" Das Q-Tipp, mit dem Herr Daum zuvor sein Gehirn stimulierte, versteigern wir übrigens höchstbietend zu Gunsten Sprachnot leidender Kanadier.

5.  Apropos Gehirn: In gewohnter Diskretion sucht Schalke ja nun einen Manager. Natürlich mitten auf dem Marktplatz, damit auch wirklich jeder weiß, mit wem konkret verhandelt wird: Huub Stevens ging noch nicht ans Telefon, Matthias Sammer hatte keine Lust - also heißt der Favorit nun: Olli Kahn. Olli Kahn? Liebling der Schalker Massen, Bananen-Adressat und Herzensmeister-Held von 2001! Der Olli Kahn? Er passt nach Gelsenkirchen wie der Papst ins Moulin Rouge - wobei nicht von der Hand zu weisen ist: Beide Kombos hätten was!

6. Apropos Papst: The Artist formerly known as "Grafitschi" war zu Gast im Sportstudio und gab bekannt, dass er ab sofort "Grafite" heißt - ganz einfach, wie man's schreibt. Doch der Hammer kam erst! Investigativ-Ikone Michael Steinbrecher nämlich fragte knallhart nach: "Na, wie sieht's aus? Kann Wolfsburg deutscher Meister werden?" Als Antwort kam das zu erwartende Blabla, das eigentliche Spektakel war dagegen der Gesichtsausdruck des Moderators, als er dieses megaheiße Eisen anpackte. Kumpelhaft nach vorn gebeugt und mit hypnotisch aufgerissenen Augen senkte er die Stimme geheimnisvoll auf Halbmast - fast so, als würde er nun jemand wirklich Wichtigen etwas wirklich Provokantes fragen wollen. "Hand aufs Herz, Papst Benedikt! Schon mal eine gebumst?" So was in der Art...

7. Und apropos Grafite! Beeindruckende Zahl am Rande: Im Durchschnitt benötigt WOBs Torjäger nur 72 Minuten für einen Treffer. Zum Vergleich: Der legendäre Gerd Müller, die lahme Krücke, brauchte ganze 77 Minuten. Völlig berechtigt daher auch Grafitschis Ignoranz: "Müller? Hm. Den Namen habe ich irgendwo schon mal gehört."

8. Schon GEZahlt: Und weiter geht's mit Trash-TV! Als kulturelle Avantgarde hat der FC Bayern nun als erster Klub der Welt eine "Cooking Lounge" im eigenen Stadion eröffnet.

Beim Fußball gucken selber kochen: Eine Weltidee und ein Dienst am Volk, der uns zu Tränen rührt, zumal Starkoch Alfons Schuhbeck auch noch die Eröffnungsrede hielt.

Und dass der Mann wirklich Klasse hat, bewies er abends dann bei "Wetten...dass?", als er der adretten aber ahnungslosen Iris Berben bei verbunden Augen einen lecker Stierhoden kredenzte. Einfach so. Zum Spaß. (Der Stier, der für dieses Stück Fernsehgeschichte zum Ochsen wurde, hieß übrigens nicht Luiz Gustavo.)

9. Und apropos Moulin Rouge! Wo das Niveau doch schon so schön im Keller ist: Big-Brother-Maus Alex - wer sie nicht kennt, hat auch nichts verpasst - tat während der Woche das, wofür sie gecastet wurde: Sie plauderte aus dem Nähkästchen. Ihr erstes Mal, erzählte sie den Kameras, hatte sie nämlich, ist das nicht irre, mit einem Fußballprofi! Paolo Guerrero soll der Glückliche gewesen sein, damals noch im Bayern-Internat. Er konnte zwar kein Deutsch und ließ seine Berater für sich sprechen, als Liebhaber aber war er angeblich "okay". Und Claudio Pizarro war auch dabei, "mit dem haben wir Flaschendrehen gespielt". So eine "Sex-Beichte" aus dem BB-Container ist als Kuriosität zwar reizvoll, doch strenger journalistischer Kritik hält sie nicht stand. Wir warten weiter auf die ganz große Nummer: Steinbrecher undercover auf dem Kirchentag.

10. Goldrausch: Am letzten Spieltag sorgte Stuttgarts Torhüter Jens Lehmann für ein Fragezeichen, als er unruhig den Fünfmeterraum durchkämmte und im Gras nach irgendetwas suchte. Nun stellte sich heraus: Es war die Füllung eines Goldzahns, die er dort verloren hatte. Sein Gebiss ist mittlerweile wieder vollständig, doch die Goldgräberstimmung blieb erhalten: Nach dem 2:0-Sieg gegen Berlin machte Lehmann nämlich seine eigene Rechnung auf: "Jetzt sind es nur noch sieben Punkte. Bis zur Spitze."

11. Jetzt aber! Riberys "Ohrfeige" gegen Andreas Görlitz: Was soll man dazu sagen? "Tätlichkeit, klar Rot!", findet der eine. "Verständlich! Harmlos! Kindergarten!", sagt der andere, und wie so häufig ist "der Andere": Uli Hoeneß. Wir schlagen daher folgenden Vergleich zur Güte vor: Wer einem anderen im Gesicht herum fummelt, und das nicht mit der freundlichen Absicht, ihm einen peinlichen Popel von der Backe zu entfernen: Der soll mit Rot vom Platz fliegen, weil Imgesichtherumfummeln kacke ist.

Weil, andererseits, manche Überreaktion im hormonellen Grenzbereich auch nachvollziehbar ist, verschone man ihn dafür mit moralischen Anwürfen. Auch Schläge mit dem Rohrstock halten wir für überzogen. Doch schon gar nicht muss man ihn dann gleich zu "Wetten...dass?" schicken - wo er sukzessive das Vertrauen in die deutsche Küche verliert!

Der 25. Spieltag im Überblick

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