Völler tickt aus: "Wrestler und Waschlappen!"

Von Oliver Kucharski
Montag, 02.03.2009 | 12:09 Uhr
Hat sich bei einer Kneipentour mit Waldi Hartmann mal wieder richtig Luft gemacht: Rudi Völler
© Imago
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Klinsmann, Rutten und Prasnikar outen sich als eingefleischte Meyer-Fans, Bordon und Adler stehen eher auf Völler. Der wiederum entlädt sich bei einer Kneipentour mit Waldi. Bayerns Hoeneß dagegen ruht der Krise zum Trotz ganz in sich selbst. Die schönsten Szenen vom Männersport: in der Alternativen Liste des 22. Spieltages.

1. Berliner Küche: Endgültig verstrickt und verheddert und verirrt im wild wuchernden Gestrüpp aus Ironie, Zynismus, Sarkasmus und gutonkeliger Schlechtigkeit hat sich nun wohl Gladbachs Hans Meyer: Hinter der vordergründig ja ganz okayen Frage, wie ihm, Meyer, denn eigentlich seine Rückkehr nach Berlin so gefallen habe, witterte er, Meyer, eine hundsgemeine und hinterfotzige Fangfrage eines unverschämten Reporter-Fatzkes. Also grübelte Hans Meyer: Wie nun einem solchen Affront eines solchen Idioten begegnen? Zynische Ausflüchte? Blöde Rückfragen? Direkte Attacke? Wortlos gehen? Und Meyer grübelte und grübelte und stand auf dem Schlauch - und sprach: "Gutes Hotel." [Pause] "Gutes Essen." [Lange Pause] "Ansonsten bescheiden." [Abgang] Deutungsversuche bitte unten per Kommentar!

2. Hundsgemein und hinterfotzig: Überhaupt steht derzeit die gesamte Liga mächtig auf dem Schlauch. Müssen sich doch nicht nur geschlagene 17 Bundesligisten die hundsgemeine und hinterfotzige Fangfrage gefallen lassen, was, bitteschön, die Hertha vor ihnen macht - nein, seit dem 1:3-Zusammenbruch der einstigen Heimmacht HSV gegen die Jetzt-auch-Auswärtsmacht Wolfsburg müssen sich immerhin auch schon 14 Bundesligisten diese noch viel hundsgemeinere und hinterfotzigere Fangfrage gefallen lassen: Was, zur Hölle, macht Wolfsburg vor Euch??

3. Operettenpublikum: Und wenn wir schon beim Fragen sind: Was, Ihr drögen Bochumer Fußballfans, hat Euch geritten, den Kracher gegen Cottbus mit einer solchen Missachtung zu strafen? Ein nicht mal halbvolles Stadion? Beim rauschenden Fußballfest der aktuell viert- und sechstbesten Teams der Liga? Tja, Pech gehabt, Bochumer, da habt Ihr was verpasst! Denn dieses Spiel war das eigentliche Spitzenspiel des 22. Spieltages: ein grandioses, packendes Spektakel, eine Gala der Spielfreude, ein Manifest der Schönheit. Und das vor halbleeren Rängen! Der fade Abstiegskick zwischen Werder (Rückrunden-Platz 18) und Bayern (Rückrunden-Platz 16) war dagegen ausverkauft. Euch soll einer verstehen, Fußballfans!

4. Männersport: Kein schönes Spiel(feld) aber wenigstens ein paar markige Worte gab's in Hannover, als Leverkusens Rene Adler genug von seinem Softie-Image hatte und in Richtung seiner Teamkameraden gomezierte: Phlegma!, Männersport!, Arsch hoch! - was wiederum Rudi Völler in eigenen glorreichen Zeiten schwelgen ließ: Und so klingelte Völler seinen Spezi Waldi Hartmann in dessen Stammkneipe an und wetterte wie ein Rohrspatz: "Adler!! Die ganze Rückrunde schon: nur Tiefpunkte und noch tiefere Tiefpunkte! Und jetzt derselbe Scheißdreck wie von Gomez! Ich kann das nicht mehr hören!! Scheißdreck alles!!" Und als Waldi ein onkeliges "Recht hast Du, Rudi" in den Hörer grunzte, beruhigte sich Rudi Völler, holte zwei Mal tief Luft, ging in die Katakomben und stellte sich gelassen den Fragen der Reporter.

5. Alles Waschlappen: Überhaupt waren die Adlerschen Losungen ja dreist geklaut. Hatte der Keeper doch wenige Tage zuvor ein Interview mit Marcelo Bordon gelesen, den eine fürchterlich komplizierte Handgelenks-Verletzungs-Bruch-Fraktur-Geschichte plagt, wegen der ihm die deutsche Ärztekammer, das Bundesgesundheitsministerium sowie die obersten Richter in Karlsruhe einen Einsatz gegen Frankfurt vehement verweigert hatten. Doch Bordon juckte das herzlich wenig: Mit einem lässigen "Fußball ist Männersport, Ihr Waschlappen!" wischte der Schalker alle Bedenken beiseite. Mit Erfolg. Schalke siegte in Frankfurt, Bordon spielte 90 Minuten grinsend durch und Rudi Völler kommentierte resigniert: "Kein Kommentar."

6. Cottbuser Wrestler: Mädchenhaft weinerlich wie eh und je präsentierte sich dagegen Hoffenheims Demba Ba, der nach einem Zweikampf mit Dortmunds Abwehr-Beau Neven Subotic allen Ernstes Freistoß forderte. Dabei war nicht nur das vermeintliche Foul ein Witz, sondern auch das gesamte Setting, wie Subotic hinterher auf dem roten Teppich erklärte: Das wäre natürlich kein Foul gewesen, und außerdem müsse Demba Ba ja nun auch wirklich nicht ausgerechnet dort herum laufen, wo er, Subotic, gerade vor sich hingrätsche. Ebenfalls ohne Gefühl für den Raum zeigten sich auch drei Cottbuser Wrestler, die ihre neuen Wurf- und Hebetechniken ausgerechnet dort einstudierten, wo Bochums Sestak allein zum Tor ziehen wollte. So gab es statt einer fahrig verballerten Torchance für Sestak einen verwandelten Elfer für Pfertzel und somit drei Punkte für Bochum. Blöd gelaufen.

7. Gesetz der Rückrunde: Nochmal Leverkusen. Zur Ehrenrettung der Teamkollegen von Rene Adler sei gesagt: Sie sind gänzlich unschuldig! Denn was können sie denn bitteschön dafür, dass sie in Leverkusen spielen und somit den gandenlosen Gesetzen der Rückrunde a la Leverkusen unterliegen? Vier Punkte in fünf Spielen - leverkuseniger war Leverkusen zuletzt in der Saison 2003 / 2004, als man das Punktekonto der Hinrunde (35) in den ersten fünf Spielen der Rückrunde souverän um einen einzigen weiteren Punkt bereicherte. Ein Rekord für die Ewigkeit. Fußnotiz: Am Ende schaffte Leverkusen immerhin noch Platz 3 - und landete damit locker vor Wolfsburg (10.) und Hertha (12.). Das macht doch Mut!

8. Scheiß Wessis: Nochmal Cottbus (Spitzenspiel!): Eben jener Elfer brachte Coach Bojan Prasnikar nach der Partie gehörig auf die Palme. Mit Hasskappe kommentierte der bekennende Meyer-Fan: "Auf dem Spielfeld stehen zwei Mannschaften - und noch etwas anderes." Was verklausuliert ja nichts anderes heißen sollte als: "Die Scheiß-Wessis wollen uns nicht in der Bundesliga!! Jeder West-Verein kriegt ständig irgendwelche Witz-Elfmeter - nur wir nicht! Immer auf die Ossis!! Scheißdreck!!" Und auch wenn Rudi Völler kurz darauf bei Prasnikar durchklingelte und ihm ein freundliches "Recht hast Du, Bojan", in den Hörer hauchte: Die Sache liegt doch ganz anders, und da gehen wir ausnahmsweise mal mit Udo L. aus dem Doppelpass konform: "Benachteiligung? So ein Quatsch! Die sind zu selten im Strafraum."

9. Schön hier! Auch schon ganz gut drauf mit dem Sarkasmus haben das die Sportskameraden Rutten und Klinsmann, die unter der Woche ohne mit der Wimper zu zucken in die Kamera meyerten, dass sich die Balken bogen: Rutten ("Schalke ist ein schöner Verein") und Klinsmann ("Ich fühle mich bei Bayern München sehr wohl") trugen ihre Reden mit einer solchen Glaubwürdigkeit vor, dass selbst der Ossi aus Gladbach applaudierte. Einzig Klinsmann patzte hinten raus ein bisschen weg, als er einen Tick zu früh das Lächeln begann. Aber vermutlich kann er einfach nicht anders. Punktsieg für Rutten.

10. Uli en Rage: Einen Punkt gut gemacht auf den HSV hat der FC Bayern München mit seinem Null zu Null in Bremen. Was Uli Hoeneß hinterher natürlich lässig als Erfolg verkaufte. Und bei dieser Gelegenheit stellte er auch gleich nochmal klar, dass Tabellenführer Hertha nun wirklich nicht zum Titelkonkurrenten tauge: Die Hertha werde schon noch Punkte lassen, die müsse ja nun ENDLICH auch mal gegen die starken Mannschaften spielen und nicht immer nur gegen diese ganzen Graupen usw. usf. Hinterfotzige Fangfrage: Etwa gegen NOCH STÄRKERE Teams als zum Beispiel, sagen wir: am 20. Spieltag, Herr Hoeneß?

11. Mut und Kraft: Bisschen Gutmenschen-Gemenschel zum Schluss: Mut und Kraft wollen wir Dieter H. aus H. zusprechen - für die nächsten Wochen, die wahrlich keine einfachen werden. Zwar steht aktuell ein okayer 12. Platz zu Buche, doch vor der Tür stehen weniger okaye Spiele gegen Bayern (A), Dortmund (H), Hoffenheim (A), Bremen (auch A), Hertha (H) und Hamburg (A) - Gegner also, die teilweise sogar NOCH STÄRKER als Wolfsburg sind. Sollten Sie also, lieber Dieter H. aus H., Ende April beim Heimspiel gegen Köln (Prognose: machbar!) noch auf der Bank sitzen (Prognose: ungewiss!), so seien Sie sicher: Die Alternative Liste des 29. Spieltages wird Ihnen gehören. Ihnen allein. Von Anfang bis Ende. Versprochen!

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