Samstag, 17.05.2008

Alles Wissenswerte: Der 34. Spieltag von A bis Z

Überleben am Abgrund

München - Denkt man an Nürnberg und Abstieg, denkt man an Günther Koch. Fast schon legendär, wie sich der BR-Radioreporter am 34. Spieltag 1999 kurz vor Schluss "vom Abgrund" meldete und alsbald als wimmerndes Häufchen Elend - weil Club-Fan, weil abgestiegen - in die deutsche Radiogeschichte einging.

1. FC Nürnberg, Schalke 04, Günther Koch, Oliver Kahn, Ottmar Hitzfeld, Markus Merk, Richard Golz, Carsten Ramelow, Pablo Thiam, Stefan Beinlich, Thomas Brdaric, Andreas Schmidt, Bernd Dreher, Hertha BSC, Josip Simunic, Bayern München, Arminia Bielefeld
© Getty

Am Samstag droht dem 1. FC Nürnberg beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (alle Spiele 15.30 Uhr im SPOX-TICKER und bei Premiere) nun bereits der siebte Bundesliga-Abstieg und diesmal wird Koch nicht wimmern, denn diesmal hätte es sich der Club einfach nur selbst zuzuschreiben.

Wer steigt ab, wer bleibt drin? Jetzt selbst nachrechnen!

Sollten es die Franken jedoch schaffen, hat Koch eine Arie angekündigt. Um was es sonst noch am 34. Spieltag geht - das Bundesliga A bis Z.

A wie Abschiednehmen: In München sagen Oliver Kahn nach 557 Bundesliga-Spielen als Spieler und Ottmar Hitzfeld nach 461 Spielen als Trainer Servus. Schiedsrichter Dr. Markus Merk pfeift dort letztmalig eine Bundesliga-Partie (339). Auch für Richard Golz (452), Carsten Ramelow (333), Pablo Thiam (311), Stefan Beinlich (288), Jörg Böhme (233), Thomas Brdaric (204), Andreas Schmidt (193) und Bernd Dreher (153) ist nach Samstag endgültig Schluss.

B wie Besondere Zurückhaltung: Die Berliner Hertha kam bislang ohne Platzverweis aus und macht sich deshalb Hoffnung auf den UEFA-Cup-Platz aus der Fairplay-Wertung. Freie Fahrt für die Bayern? Mitnichten. Wenigstens einer wird richtig hinlangen: Josip Simunic steht vor seiner 50. Gelben Karte.

C wie Chronistenpflicht und Cottbus: Energie spielt in Hannover. Nur damit es mal erwähnt wurde (siehe auch G wie Goldene Ananas).

D wie Dreizehntausend Liter Freibier: Bayern zum 21. Meister - das lockt normalerweise kaum einen Münchner an die frische Luft. Wohl aber die 13.000 Liter Freibier, die eine Münchner Brauerei am Samstag ausschenkt. Prost!

E wie EM-Nominierung: Am Freitag gab's für die deutschen Nationalspieler eine Glücks- bzw. Hiobsbotschaft von der Zugspitze. Top-motiviert dürften deshalb vor allem die Wackelkandidaten Trochowski und Jones ins Spiel gehen. Weniger motiviert hingegen die Kollegen Castro, Hilbert oder Hanke.

F wie Fernduelle: Oben der Fernkampf zwischen Bremen und Schalke, in der Mitte balgen sich vier punktgleiche Teams um Platz vier und fünf und unten kämpfen Bielefeld und Nürnberg ums Überleben. Damit ist zumindest bei fünf Spielen Spannung garantiert. Gut so!

G wie Goldene Ananas: Hannover vs. Cottbus, Bochum vs. Rostock und Frankfurt vs. Duisburg versprechen laue Sommerkicks mit eingebauter Torgarantie zu werden. Richtig gespielt wird woanders (siehe F).

H wie Hinter sich greifen: Stichwort Gegentorrekord - Bayern steht bisher bei 20, den Rekord hält Bremen aus der Saison 1987/88 mit 22. Das sollte Kahn bei seiner Abschiedsvorstellung doch schaffen (siehe B)...

I wie Inamoto: siehe U wie Urlaub.

J wie Jojo: Jojo, Fahrstuhl, wie auch immer: Bielefeld oder Nürnberg erwischt es, für beide wäre es der siebte Abstieg, was den alleinigen Rekord bedeuten würde. Traurig, traurig...

K wie Koch, Günther: Die Stimme Frankens, legendärer Radioreporter und Nürnberg-Fan, mittlerweile emeritiert. Verabschiedete sich nach dem Nürnberger Abstieg 1999 live im Radio mit: "Na, na, ich mag nicht mehr, ich halte das nicht mehr aus." Jetzt verspricht er auf seiner Homepage, am Montag auf Bayern 3 die Club-Hymne "Die Legende lebt" zu singen, wenn der FCN nicht absteigt.

L wie Langeweile: Gibt's woanders! Bundesliga rockt, volle Stadien, am letzten Spieltag fällt der Zuschauerrekord der Saison 2005/2006 - spitze!

M wie Manfred Pohlschmidt: Mit drei 0:1-Pleiten in Folge hat der HSV sein Publikum zuletzt entwöhnt. Jetzt geht es gegen den KSC ums UEFA-Cup-Ticket. Höchster Heimsieg gegen den KSC? 12. Februar 1966, 8:0, viermal Pohlschmidt. Waren das noch Zeiten...

N wie Nürnberg oder Nervenspiel: "Die Mannschaft muss sich darauf einstellen, bis an die Grenzen zu gehen. Wenn es bis zur 80. Minute noch 0:0 steht, wird es ein Nervenspiel", meinte Club-Coach Thomas von Heesen vor dem Spiel gegen Schalke und wurde gleich martialisch: "Schalke ist selbst noch ambitioniert. Wir sind gefordert, den Gegner niederzuringen."

O wie Orakel: Wer wird spielen, wer sitzt draußen? Hier alle voraussichtlichen Aufstellungen auf einen Blick.

P wie Professioneller Abschied: Den fordert MSV-Coach Rudi Bommer von seinen Spielern in Frankfurt. Die Auswärtsbilanz (17 Punkte) ist immerhin besser als die Heimbilanz (12) - das gab es bei einem Bundesliga-Absteiger noch nie.

Q wie Quizfrage: Wer wird Zweiter, wer Vierter, wer Fünfer? Rechnen Sie doch selbst.

R wie Risse, Marcel und Reinartz, Stefan: Wie, kennen Sie nicht? Die beiden Youngster Jahrgang '89 stehen in Leverkusens Kader gegen Bremen, weil in der Innenverteidigung mit Haggui, Sinkiewicz und Hegeler fast alles ausfällt. Gott sei Dank ist Adler motiviert (siehe E).

S wie Schale: Am Samstag gibt es sie endlich für die Bayern und zwar aus den Händen von Katsche Schwarzenbeck, Urgestein und sechs Mal Meister mit dem FCB.

T wie Toni oder Torjägerkanone: Luca Toni steht mit 21 Treffern in der Torjägerliste drei Buden vor Mario Gomez. Da sollte nichts mehr anbrennen.

U wie Urlaub: Jens Hegeler, Junichi Inamoto, Stefan Kießling, Robert Kovac, Mladen Krstajic, Altin Lala, Fernando Meira, Jan Rosenthal und Jurica Vranjes fehlen am 34. Spieltag alle gesperrt und haben deshalb schon Urlaub. Außer Kovac und Meira, die müssen bei der EM ran.

V wie Vandalen: Nach den Krawallen von Bielefeld hat der VfL Bochum fürs Spiel gegen Rostock eine Stehplatzsperre aufgebrummt bekommen - so dürfen nur 19.000 ins Ruhrstadion. Wenn es überhaupt so viele interessiert.

W wie Wichtig: Für die, die die Thematik Abstiegskampf immer noch nicht verstanden haben: "Es geht ums Überleben!!!" O-Ton Andreas Wolf, Innenverteidiger beim 1. FC Nürnberg.

X wie in verflixte 13: Dortmund steht auf Platz 13, das zum 13. Mal in dieser Saison. Das wäre die schlechteste Endplatzierung seit 1988, als man ebenfalls 13. wurde.

Y wie Yeboah, Anthony: Mit ihm war die Eintracht vor 14 Jahren das letzte Mal stärker als in diesem Jahr. Außerdem gibt's dieses fantastische Otto-Pfister-Zitat über ihn, auf die Frage wie alt Yeboah denn nun wirklich sei: "Da hilft nur eins: Bein aufsägen und Jahresringe zählen."

Z wie Zitate: Gab es nach Pfister viele, auch in dieser Saison. Das letzte soll jedoch dem scheidenden Titan gebühren: "Irgendwann ist man einfach froh, dass es dann auch mal vorbei ist."

Florian Bogner

Diskutieren Drucken Startseite
14. Spieltag
15. Spieltag

Bundesliga, 14. Spieltag

Bundesliga, 15. Spieltag

Die Bundesliga in Zahlen - Alle Opta-Daten zur Saison 2015/2016
Trend

Mats Hummels wechselt vom BVB zum FC Bayern. Richtige Entscheidung?

Ja
Nein

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.