Cottbus schlägt Duisburg

"Was geht in diesen Köpfen vor"

Von Für SPOX in Duisburg: Jörn Duddeck
Samstag, 05.04.2008 | 11:08 Uhr
Cottbus, Tararache, Fußball, Bundesliga
© Getty
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München - Mannschaften, die zu einem Spiel nach Duisburg reisen, müssen derzeit wenig befürchten. Die MSV-Arena ist momentan schlichtweg ein Selbstbedienungsladen.

Nur neun Punkte konnten die Zebras zu Hause bisher erst verbuchen. Und auch im Kellerduell gegen Energie Cottbus konnte diese magere Bilanz nicht aufgebessert werden.

Während sich die Lausitzer durch den 1:0-Erfolg durch Ervins Skelas Kopfballtreffer (4.) ein wenig Luft im Abstiegskampf verschafften, ist die Stimmung in Duisburg im Keller.

"Ein Typ wie Georg Koch fehlt"

"Man hat hier ein wunderschönes Stadion und gute Voraussetzungen. Allerdings frage ich mich, was in den Köpfen der Spieler vorgeht. Wenn man einen Sensationssieg wie in Bremen einfährt, dann muss man doch gegen einen direkten Mitkonkurrenten mit breiter Brust auflaufen und den Platz umpflügen", sagte MSV-Legende Bernard Dietz nach der Partie gegen die zuvor auswärts noch sieglosen Cottbuser gegenüber SPOX.com.

Was auswärts zuletzt beim Überraschungserfolg in Bremen gelang, will zu Hause einfach nicht funktionieren. "Wenn ich auf eigenem Platz spiele, dann muss ich dem Gegner sofort anzeigen, dass hier kein Butterbrot zu holen ist. Ich kann verlieren, aber dann muss der gegnerische Torwart bester Mann sein", so Dietz.

"In vielen Spielen haben wir versucht, auf eigenem Platz zu kontern. Das geht in der Bundesliga nicht", sagt der 60-Jährige, der Typen wie Ex-MSV-Keeper Georg Koch vermisst: "Der hat die Mannschaft zusammengestaucht, wenn es nicht lief. So ein Typ fehlt uns."

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Fehlende spielerische Mittel

Gegen Energie fehlte neben dem unbedingten Willen einmal mehr die fußballerische Klasse. "Es haben einfach die spielerischen Mittel gefehlt. Wir haben Probleme, uns im Eins-gegen-eins durchzusetzen", sagte Sportdirektor Bruno Hübner im Gespräch mit SPOX. "Wenn eine Mannschaft wie Cottbus mit zwei Viererketten agiert, dann fehlt uns die individuelle Klasse, um Torchancen zu erspielen."

Die fehlende Klasse wurde gegen Cottbus schon deutlich, als Top-Torjäger Manasseh Ishiaku bereits in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt ausgetauscht werden musste. Ersatzmann Sascha Mölders war komplett überfordert.

Umso schlimmer, dass Ishiaku mit einer schweren Bänderverletzung langfristig auszufallen droht. "Es wird sehr schwer, ihn zu ersetzen. Diesen Verlust zu kompensieren, wird in den nächsten Tagen unsere Hauptaufgabe sein", so Hübner.

Hübner kündigt Umbruch an

Trotz dieser erneut biederen Vorstellung, scheint Trainer Rudi Bommer weiter fest im Sattel zu sitzen. MSV-Präsident Walter Hellmich verbindet mit seinem Coach ein freundschaftliches Verhältnis. Bei den Fans kommt Bommer allerdings weniger gut an, gelegentlich schallten zaghafte "Bommer-raus"-Rufe durchs Rund.

Allerdings polierte der 50-Jährige das Verhältnis zu den Anhängern bereits im Vorfeld des Spiels ein wenig auf, als er einem Fanforum Rede und Antwort stand und sogar zu Fragen wie "Haben Sie eine A-Lizenz?" oder "Üben Sie im Training die Ballannahme?" ausführlich und in aller Ernsthaftigkeit Stellung bezog.

Ob man in Duisburg auch im nicht unwahrscheinlichen Abstiegsfall in der Trainerfrage standhaft bleibt, wird sich zeigen.

Einen personellen Umbruch wird es im Zebra-Lager aber in jedem Fall mit Blick auf die Kaderzusammenstellung geben. Gesucht werden Spieler mit Führungsqualitäten: "Wir werden versuchen, Spielerpersönlichkeiten zu verpflichten, die auch in schwierigen Phasen noch mehr Verantwortung übernehmen", so Hübner.

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