Sonntag, 16.03.2008

Nach Kerns Abseitstor

Pagelsdorf fordert Videobeweis

Rostock - Ein nicht gegebenes Tor von Enrico Kern hat die Diskussion um den Videobeweis neu belebt. Hansa Rostocks Trainer Frank Pagelsdorf (im Bild) forderte vehement das technische Hilfsmittel, Schiedsrichter Peter Gagelmann sprach sich konsequent dagegen aus.

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© Getty

"Ich bin ein Fan des Videobeweises. Man sollte sich nicht dagegen sträuben, wenn damit Situationen klargestellt werden und man etwas korrigieren kann. Es geht um viel", sagte Pagelsdorf nach dem 0:0 im Ostderby gegen Hertha BSC.

Auslöser des Streits war der Treffer seines Spielers Kern (30.), der wegen vermeintlicher Abseitsstellung keine Anerkennung fand. Die Berliner haderten dagegen mit sich selbst.

Denn mit einem Sieg im 900. Erstligaspiel der Vereinsgeschichte hätten sie Kontakt zu den internationalen Plätzen hergestellt.

Gagelmann sieht Fehler ein

Die Fernsehbilder gaben Pagelsdorf Recht, das sah auch Gagelmann ein. "Es war kein Abseits. Spieler und Schiedsrichter machen Fehler", erklärte der Bremer.

Vom Videobeweis hält er dennoch wenig: "Das hilft in diesen Situationen nichts." Er verwies dabei auf die Regeln des Deutschen Fußball-Bundes. "Ich kann da gar kein Tor geben", machte er klar.

Hintergrund: Gagelmann hatte das Spiel unterbrochen und auf Abseits entschieden. Laut DFB-Statuten kann ein Schiedsrichter im Nachhinein kein Tor geben.

"Auch wenn es den Videobeweis gäbe und ich erkenne, dass es kein Abseits war, könnte es anschließend nur Schiedsrichterball geben", sagte Gagelmann.

Sarkasmus bei Kern

"Wenn wir am Ende in der Bundesliga bleiben, habe ich für die Schiedsrichter ganz viel Verständnis", sagte Kern mit einem Schuss Sarkasmus und fügte hinzu: "Ich hoffe, das wird nicht zu einem Lauf, dass bei kniffligen Entscheidungen gegen uns gepfiffen wird. Fußball ist ein Tatsachengeschäft. Da müssen wir in Zukunft eindeutige Tore schießen."

Pagelsdorf klagte: "Das war das fünfte klare Tor, das uns in dieser Saison nicht gegeben wurde." Der Vorstandsvorsitzende Dirk Grabow sah es genauso.

"Das ist bitter. Das Unentschieden ist zu wenig. Allein in der Rückrunde gab es fünf klare, spielentscheidende Fehlentscheidungen gegen uns", sagte er.

Hansa seit vier Spielen sieglos

Rostock steht weiter im Tabellenkeller und wartet seit vier Spielen auf einen Sieg.

Hertha BSC ist dagegen seit sechs Partien ungeschlagen. Freude über diese Serie wollte bei den Berlinern dennoch nicht aufkommen. Denn mit dem Remis stecken sie weiter im Niemandsland der Tabelle fest.

Manager Dieter Hoeneß analysierte: "Uns fehlt in der Offensive die Durchschlagskraft." Das wollte Hoeneß nicht allein am Fehlen des erfolgreichsten Berliner Stürmers Marko Pantelic (elf Saisontreffer) festmachen, der wegen einer Wadenverletzung passen musste.

"Da werden wir im Sommer versuchen, uns zu verbessern", kündigte Hoeneß an.

Einsatz von Pantelic fraglich

Ob Pantelic im kommenden Heimspiel gegen Schalke 04 wieder spielen kann, ist noch offen. "Da weiß jeder, was zu Hause abgeht", meinte Kapitän Arne Friedrich, der zur Leistung seiner Mannschaft in Rostock kritisch anmerkte: "Wir haben uns an die eigene Nase zu fassen."

Kritik gab es auch am Zustand es Platzes in Rostock: "Unsere Trainingsplätze sind besser als der Rasen hier", sagte Hoeneß, der das Geläuf aber nicht dafür verantwortlich machen wollte, dass Hertha auch im dritten Auswärtsspiel in Serie nicht gewann.

"Wir hatten keine 1.000-prozentige Chance", brachte es Friedrich auf den Punkt.


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