Sonntag, 09.03.2008

Nürnberg - Hamburg 0:0

HSV verpennt die große Chance

Nürnberg - Kellerkind 1. FC Nürnberg hat dem Hamburger SV den angestrebten Sprung auf den zweiten Tabellenplatz vermasselt.

Nürnberg, Hamburg, Bundesliga
© Getty

Nach einer enttäuschenden Vorstellung musste sich der HSV am Sonntag mit einem 0:0 beim Abstiegskandidaten begnügen und erlitt damit nach dem Pokal-Aus in Wolfsburg und der UEFA-Cup-Niederlage in Leverkusen einen weiteren Rückschlag.

HSV-Coach Huub Stevens war dennoch nicht unzufrieden. "Die Zuschauer haben ein gutes Bundesligaspiel gesehen", sagte der Niederländer. "Ich bin mit dem Spiel zufrieden, aber nicht mit dem einen Punkt. Und falls die Frage aufkommt, was das Spiel für die Meisterschaft bedeutet, sage ich nochmal: Der FC Bayern war vom ersten Tag an Titelkandidat Nummer eins", so Stevens weiter.

Misimovic scheitert an Rost 

Vor 44.900 Zuschauern besaßen die Nürnberger in der 43. Minute durch Zvjezdan Misimovic sogar die große Chance, ihren ersten Sieg im Fußball-Oberhaus seit exakt drei Monaten und den ersten Erfolg unter dem weiter glücklosen Trainer Thomas von Heesen perfekt zu machen. Doch der Bosnier scheiterte mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an HSV-Keeper Frank Rost.

"Wenn der Elfmeter verwandelt wird, wäre das in unserer Situation psychologisch sehr wertvoll gewesen. Der Punkt hilft uns natürlich nicht weiter", sagte Club-Trainer Thomas von Heesen.

Klewer für Blazek

Die Standpauke von Stevens nach dem 0:1 im UEFA- Pokal-Achtelfinale zeigte wenig Wirkung. Nach 20 Minuten des Abtastens übernahmen die Norddeutschen unter der Regie von Kapitän Rafael van der Vaart zwar das Kommando, ließen aber im Abschluss jegliche Zielstrebigkeit vermissen.

Seine besten Szenen hatte der HSV Mitte der ersten Halbzeit, als die Mannschaft das Tempo anzog. Doch Club-Keeper Daniel Klewer, der für Jaromir Blazek im Tor stand und erstmals seit dem 16. Dezember 2006 in der Bundesliga zum Einsatz kam, verhinderte mit zwei schnellen Reaktionen gegen Ivica Olic (22./23.) den drohenden Rückstand.

Verunsicherte Nürnberger

Die Nürnberger wirkten nach ordentlichem Start wie in den letzten Heimspielen verunsichert und agierten in der Offensive ohne Durchschlagskraft.

Von Heesen hatte neben dem wegen der Spuck-Affäre gesperrten Jan Koller auch Angelos Charisteas draußen gelassen und vertraute stattdessen dem Sturmduo Robert Vittek und Ivan Saenko.

Von beiden ging indes keine Torgefahr aus. Dass sich dem Club dennoch die große Chance zur Führung bot, verdankte er Schiedsrichter Markus Schmidt.

Benjamin foult Kluge

Nach einem Foul von Collin Benjamin an Peer Kluge ließ der Unparteiische aus Stuttgart zunächst weiterspielen, entschied aber nach Intervention seines Assistenten an der Linie doch noch auf Strafstoß.

Misimovic schob den Ball zum Entsetzen der Fans Rost in die Arme und verschoss damit im sechsten Anlauf seinen ersten Elfmeter in der Bundesliga.

"Vielleicht hat er zu viel nachgedacht", meinte Nürnbergs Manager Martin Bader, der in der 46. Minute erleben musste, wie Vittek den Ball per Direktabnahme über das Tor jagte.

Jarolim ans Lattenkreuz

Der HSV blieb auch im zweiten Durchgang den Nachweis schuldig, eine Spitzenmannschaft zu sein und passte sich immer mehr dem schwachen Niveau des Tabellen-16. an, bei denen Javier Pinola zum fünften Mal in dieser Saison Gelb sah und am kommenden Wochenende in Leverkusen pausieren muss.

Das mögliche Siegtor für die Gäste in einem wahren Fehlpassfestival verpasste in der 65. Minute der Ex- Nürnberger David Jarolim, der aus 25 Metern das Lattenkreuz traf.

Von Heesen bemängelt fehlende Hierarchie 

Sieben Minuten später zielte Marco Engelhardt auf der Gegenseite frei vor Rost über das HSV-Gehäuse.

Von Heesen sieht noch viel Arbeit vor sich und kritisierte nach dem Spiel erstmals sein Team. "Ich erwarte in einer Hierarchie, die es hier in der Mannschaft nicht so gibt, wie ich es mir vorgestellt habe, dass der ein oder andere die Verantwortung übernimmt, um die Mannschaft in kritischen Momenten anzuschieben. Ich erwarte von Spielern dieser Klasse, dass sie Situationen lösen, wie ich es mir vorstelle. Dafür bin ich da, um zu helfen." 


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