Formel 1

50. Pole für Hamilton - Ferrari verzichtet

Lewis Hamilton fuhr in Melbourne die 50. Pole Position seiner Formel-1-Karriere heraus
© getty

Lewis Hamilton hat beim Qualifying zum Großen Preis von Australien (So., 6.00 Uhr im LIVETICKER) einen weiteren Meilenstein erreicht. Der Formel-1-Weltmeister sicherte sich im direkten Duell mit Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg die 50. Pole Position seiner Karriere. Sebastian Vettel wurde im Ferrari mit 0,838 Sekunden Rückstand auf den Briten Dritter.

"Wir sollten am Sonntag näher dran sein", sagte Vettel: "Ich bin recht zufrieden mit der Runde, die ich gefahren bin. Wir haben dann gesagt, wir schonen jetzt Reifen. Es ist ein gutes Ergebnis, wir haben ein langes Jahr vor uns."

Die Scuderia gab gegen Mercedes von vornherein auf und verzichtete bei beiden Fahrer in Q3 auf einen zweiten Run. Nach dem ersten Versuch der acht schnellsten Fahrer hatte Vettel vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen noch Platz 2 belegt. Rosberg konterte erst im zweiten Versuch und verwies die Ferrari-Fahrer auf Rang 3 und 4.

"Die letzte Runde in Q3 war gut, Lewis hat einfach den besseren Job gemacht", sagte der deutsche Vizeweltmeister: "Natürlich bin ich als Zweiter nicht glücklich, aber ich habe von da noch viele Möglichkeiten."

Der Weltmeister freute sich verständlicherweise: "Ich habe es heute genossen, das Auto zu fahren. Da waren einige sexy Runden dabei. Sie haben sich so gut angefühlt. Das ist alles, worauf man als Fahrer hoffen kann."

Toro Rosso stark

Stark präsentierte sich Toro Rosso nach dem Wechsel zu Ferrari-Power-Units. Max Verstappen hatte als Fünfplatzierter nur 0,4 Sekunden Rückstand auf Räikkönen, Carlos Sainz jr. belegte hinter dem siebtplatzierten Williams-Piloten Felipe Massa am Ende Rang 8.

Massas Teamkollege Valtteri Bottas enttäuschte, er kam über Platz 11 nicht hinaus. Damit startet der Finne direkt vor den McLaren-Honda-Piloten Fernando Alonso (12.) und Jenson Button (13.)

Wehrlein und Hülkenberg verlieren Teamduell

Pascal Wehrlein schied bei seinem ersten Formel-1-Qualifying zwar als Erster aus, konnte sich aber trösten. Weil sein Teamkollege Rio Haryanto wegen eines Unsafe Release im 3. Freien Training um drei Plätze strafversetzt wird, startet der Deutsche als Vorletzter. "Ich hatte eine schnelle Runde, bei der zweiten war dann viel Verkehr, da bin ich aufgefahren", erklärte Wehrlein.

Ähnlich erging es Nico Hülkenberg bei Force India. Er startet als Zehnter und damit einen Platz hinter Teamkollege Sergio Perez. Das bringt ihnen immerhin den Vorteil der freien Reifenwahl. Die für Q3 qualifizierten Fahrer müssen auf dem Reifensatz starten, mit dem sie ihre schnellste Runde in Q2 absolviert haben.

Quali-Format provoziert Fehler

Dass das neue Qualifying-Format für Nervenkitzel sorgen kann, wurde im ersten Abschnitt der Qualifikation deutlich. Nach den ersten Runden wechselten einige Teams schnell die Reifen, andere holten ihre Fahrer in die Garage. In der Boxengasse entwickelte sich ein kunterbuntes Gewusel, McLaren blockierte kurzzeitig die Fast Lane, weil Manor das Auto rangierte.

Das führte zu Timing-Problemen. Daniil Kvyat blieb mit seinem Red Bull im Verkehr stecken und startet deshalb nur als 18. ins Rennen. Ein weiteres Opfer war Esteban Gutierrez: Der Mexikaner in Diensten von Haas schaffte es nicht, seine schnelle Runde vor Ablauf des Countdowns zu beenden. Er schied als Dritter direkt nach den Manor aus. Teamkollege Romain Grosjean ereilte direkt im Anschluss dasselbe Schicksal.

Auch für die Fahrer erhöhte sich der Druck: Hamilton versuchte in Q1 verzweifelt, einen langsamen Haas zu überholen, Rosberg leistete sich direkt in der ersten Kurve einen Fehler. Er bog zu schnell ein und fuhr durchs Gras. Erst im zweiten Versuch schaffte er die nötige Zeit.

Allerdings führte die heruntertickende Uhr dazu, dass die Startreihenfolge schon vier Minuten vor Ende der Session feststand. Rosberg hatte sich auf Platz 2 verbessert; weil Ferrari nicht fuhr, waren alle Positionen bezogen. Im letzten Jahr hatten die Fahrer diese Zeit allerdings in der Box verbracht, um dort gemeinsam auf den letzten Run zu warten.

Das Ergebnis des Qualifyings im Überblick

Die Reihenfolge des Ausscheidens:

  1. Pascal Wehrlein (Manor)
  2. Rio Haryanto (Manor)
  3. Esteban Gutierrez (Haas)
  4. Romain Grosjean (Haas)
  5. Daniil Kvyat (Red Bull)
  6. Felipe Nasr (Sauber)
  7. Marcus Ericsson (Sauber)
  8. Kevin Magnussen (Renault)
  9. Jolyon Palmer (Renault)
  10. Jenson Button (McLaren-Honda)
  11. Fernando Alonso (McLaren-Honda)
  12. Valtteri Bottas (Williams)
  13. Nico Hülkenberg (Force India)
  14. Sergio Perez (Force India)
  15. Daniel Ricciardo (Red Bull)
  16. Carlos Sainz (Toro Rosso)
  17. Felipe Massa (Williams)
  18. Max Verstappen (Toro Rosso)
  19. Kimi Räikkönen (Ferrari)
  20. Sebastian Vettel (Ferrari)
  21. Nico Rosberg (Mercedes)
  22. Lewis Hamilton (Mercedes)

Quali-Duelle: So steht es im teaminternen Wettkampf

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