Sonntag, 22.04.2012

DEL-Finale: Spiel 4

6:5 nach OT! Eisbären erzwingen Spiel fünf

Mit einer kaum für möglich gehaltenen Aufholjagd haben die Eisbären Berlin den Sturm der Adler Mannheim auf den Eishockey-Thron gerade noch gestoppt und die Entscheidung um die deutsche Meisterschaft vertagt.

Durch den 6:5-Sieg seiner Eisbären darf Sven Felski (l.) am Dienstag sein 1000. DEL-Spiel bestreiten
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Durch den 6:5-Sieg seiner Eisbären darf Sven Felski (l.) am Dienstag sein 1000. DEL-Spiel bestreiten

Die Mannschaft von Trainer Don Jackson siegte dank T.J. Mulock in einem hochdramatischen vierten Playoff-Finale in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei den Adlern Mannheim trotz eines 2:5-Rückstands noch mit 6:5 (1:2, 1:1, 3:2, 1:0) nach Verlängerung und glich damit in der Best-of-Five-Serie zum 2:2 aus. Mulock erzielte in der vierten Minute der Verlängerung den Siegtreffer. Damit fällt nun am Dienstag (19.35 Uhr) im fünften Spiel in Berlin die Entscheidung über den neuen Meister.

Das goldene Tor von Mulock war der furiose Schlussakt in einem denkwürdigen Finale. Zweimal Christoph Ullmann (1. und 32.), Adam Mitchell (12.), Kenneth Magowan (44.) und Craig MacDonald (46.) hatten die Mannheimer bei Gegentreffern von James Sharrow (7.) und Mads Christensen (39.) bereits mit 5:2 klar auf die Siegerstraße gebracht.

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Verhinderten 2005 in Wien den dritten kanadischen Titel in Folge: Tschechiens Eishockey-Team (3:0 im Finale gg. Kanada)
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Die Fans stimmten bereits die ersten Meistergesänge an, doch erneut Sharrow (47.), Barry Tallackson (48.) und Tyson Mulock (54.) erweckten die totgesagten Eisbären wieder zum Leben. T. J. Mulock holte den Eisbären durch seinen Treffer im Nachsetzen den Heimvorteil zurück. Am Freitag hatten sie den durch die 1:2-Niederlage in der heimischen Arena an die Kurpfälzer abgegeben.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl. Jetzt sind wir so heiß auf das Spiel in Berlin, dass uns das keiner mehr nehmen kann", sagte Constantin Braun. Routinier Sven Felski sagte: "Unfassbar, dass wir das Ding heute vor dieser Kulisse gedreht haben und ich mein 1.000. Spiel am Dienstag machen darf."

Mannheimer Paradereihe kaum zu stoppen

Wie schon beim 1:4 am vergangenen Mittwoch hatten die Eisbären zunächst große Probleme mit der Mannheimer Paradereihe um Ullmann, Mitchell und Kenneth Magowan. Das Trio war einmal mehr kaum zu stoppen und zeichnete für die ersten vier Treffer verantwortlich. Schon im zweiten Spiel hatten Ullmann und Co. alle vier Tore erzielt.

Vor 13.600 Zuschauern im ausverkauften Mannheimer Hexenkessel legten die Mannheimer einen furiosen Start hin. Bereits nach 42 Sekunden traf Ullmann mit einem starken Solo zur Führung der Adler. Genau dieses Szenario hatte Eisbären-Trainer Don Jackson eigentlich verhindern wollen. Doch die Gäste zeigten sich von dem Rückstand kaum beeindruckt und reagierten mit wütenden Angriffen.

Hatte Darin Olver mit einem Pfostenschuss noch Pech (5.), war es zwei Minuten später aber doch passiert, als Sharrow die Eisbären mit seinem vierten Treffer in den Playoffs zurück ins Spiel brachte. Die Führung währte ganze vier Minuten. Nach einem Schlagschuss von Christopher Lee fälschte Mitchell den Puck unhaltbar für Berlins Torhüter Rob Zepp zum 2:1 ab.

Hohes Tempo, wenig Strafzeiten

Beide Mannschaften agierten mit hohem Tempo, blieben dabei aber äußerst diszipliniert. Das erste und dritte Spiel dürfte beiden Teams eine Lehre gewesen sein. Am Freitag hatten die Mannheimer bei einer Fünf-Minuten-Strafe des Berliners Jonathan Sim den Siegtreffer erzielt, nachdem sie das Auftaktspiel noch auf der Strafbank verloren hatten.

Die Mannheimer erwischten auch im zweiten Drittel den besseren Start und hatten zunächst Pech, als Magowan mit einem fulminanten Schuss nur die Latte traf (25.). Doch auch die Berliner, die weiterhin auf ihre Stars Stefan Ustorf (Gehirnerschütterung), Denis Pedersen (Knie) und Andre Rankel (Sperre) verzichten mussten, blieben gefährlich.

Adler-Keeper Fredrick Brathwaite erwies sich aber wieder als sicherer Rückhalt, und für die Tore hatten die Gastgeber ja ihre Paradereihe. So war es bei einer 4:3-Überzahlsituation wieder Ullmann, der eiskalt zuschlug. Doch kurz vor der Drittelsirene sorgte Christensen wieder für Spannung.

Im Schlussdrittel schien die Partie nach Toren von Magowan (44.) und MacDonald (46.) schon entschieden, doch Sharrow (47.), Tallackson (48.) und Mullock (54.) schockten mit drei Toren innerhalb von sieben Minuten die Mannheimer. Davon erholten sich die Gastgeber nicht mehr, Berlin durfte durch den glücklichen Sieg am Ende feiern.

Die DEL-Finalserie in der Übersicht

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