Berlin vor viertem Finalspiel mit dem Rücken zur Wand

Einen Flügelschlag vom Rekordtitel entfernt

SID
Samstag, 21.04.2012 | 12:34 Uhr
Bereits am Sonntag kann Mannheim den Traum vom sechsten Meistertitel perfekt machen
© Getty
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Matchball Mannheim: Ein Erfolg noch, dann sind die Adler alleiniger Rekordchampion der DEL. Dank Flügelstürmer Yanick Lehoux kann für die Mannschaft von Trainer Harold Kreis der Traum vom Gewinn des sechsten Meistertitels seit Einführung der DEL 1994 bereits am Sonntag wahr werden.

"Wir haben gewusst, dass wir ein Spiel in Berlin gewinnen müssen. Dies ist ein Schritt, aber noch nicht der endgültige", kommentierte Doppel-Torschütze Lehoux die Ausgangssituation vor dem 4. Finalspiel ganz sachlich. Genauso, wie die Adler zuvor dem Vorrundenprimus aus Berlin den Sieg im 3. Playoff-Endspiel nach dessen früher Führung noch entrissen hatten.

Nach dem 2:1-Erfolg bei den Eisbären führen die Adler in der Serie "Best of five" mit 2:1 Siegen. Sie können nun schon im Heimspiel am Sonntag (16.30 Uhr) in eigener Halle mit einem weiteren Erfolg nicht nur den amtierenden Meister entthronen, sondern sich selbst zum erfolgreichsten deutschen Team krönen. Bisher teilen sich Mannheim und Berlin mit je fünf DEL-Titeln den Spitzenplatz in der Statistik.

Eisbären nach Führung wie gehemmt

Richard Regehr hatte in der 11. Minute für den Titelverteidiger getroffen, die Serie der Heimsiege in den diesjährigen Endspielen schien sich fortzusetzen. Doch die Eisbären wirkten danach merkwürdig gehemmt und fanden im Verlauf der Partie nie ihren Rhythmus.

Sie wurden immer ungeduldiger, unkonzentrierter, fehlerhafter. Lehoux drehte mit seinen beiden Treffern die Partie (35., 50.). "Nun müssen wir uns zusammenreißen, wir müssen in Mannheim gewinnen. Sonst ist es vorbei. Es gilt, die Ruhe zu bewahren und locker ins Spiel zu gehen", sagte Eisbären-Stürmer Florian Busch mit Blick auf das Spiel am Sonntag.

Gut angefangen, stark nachgelassen - so ließ sich das Berliner Spiel zusammenfassen. Zwar mangelte es am Einsatz nicht, doch die Eisbären ließen vor 14.200 Zuschauern in der abermals ausverkauften Arena am Ostbahnhof vor der stimmgewaltigen Kulisse die spielerische Linie vermissen.

"Wir spielen zu kompliziert vor dem Tor"

Zudem häuften sich mit fortschreitenden Spieldauer ungenaue Pässe und individuelle Fehler, die in Travis James Mulocks Puckverlust gipfelten, der zum 1:1 führte. Auf Mannheimer Seite hingegen blieben Ruhe und Geduld trotz frühen Rückstandes Trumpf.

Eisbären-Verteidiger Jens Baxmann kommentierte die Niederlage ebenso treffend wie Mannheims Coach Kreis den Erfolg seiner Spieler. "Wir spielen zu kompliziert vor dem Tor", sagte der Berliner, der auch die Abschlussschwäche als Ursache die Pleite ausgemacht hatte.

"Ich habe selten soviel Willen in einem Spiel gesehen, wie im letzten Drittel. Berlins wollte unbedingt den Rückstand wettmachen, wir wollten unbedingt den Vorsprung halten. Das sieht man so nicht allzu oft", erklärte der Adler-Coach sichtlich beeindruckt.

Jackson beklagt "mentale Fehler"

Derweil beklagte Berlins Trainer Don Jackson die "mentalen Fehler" seiner Akteure, ohne diese näher zu erläutern und räumte ein: "Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit meiner Mannschaft." Um dann gleich wieder den Optimisten zu geben: "Aber wir haben zwei weitere Spiele, die wir spielen müssen."

Ob es soweit allerdings kommt, darf angesichts der Mannheimer Heimstärke und der Berliner Verunsicherung nach zwei Niederlagen gegen die Adler in Folge bezweifelt werden.

Sollte Mannheim am Sonntag den Titel holen, also nur noch ein Spiel gespielt werden, wäre nicht nur die Meisterschaft für die Berliner Mannschaft futsch - auch Center und Eisbären-Legende Sven Felski würde dann in die Röhre gucken. Der 37-Jährige bliebe dann bei 999 Spielen für Berlin stehen.

Zumindest in dieser Saison. Noch aber lebt die Hoffnung weiter, dass Felski sein "1.000." am kommenden Dienstag doch noch mit dem Titelgewinn krönen könnte.

Die Finalserie in der Übersicht

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