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Kader Cut Deadline: Clowney nach Seattle, Tunsil-Schocker - Gordon darf gehen

SPOX begleitet die finalen Kader-Cuts in der NFL im LIVETICKER!

Am Kader-Cutdown-Tag überschlugen sich die Ereignisse: Die Texans traden Jadeveon Clowney nach Seattle, Ezekiel Elliott steht vor einem großen Zahltag, Melvin Gordon darf gehen, Laremy Tunsil und Kenny Stills wechsen für einen Mega-Preis nach Houston - und die Jets liefern die Cut-Überraschung des Tages.

Der Headliner: Jadeveon Clowney

Natürlich war es die große Nachricht, die zunächst - bis die Texans selbst nachlegten - alle Entlassungen und sonstigen Personnel-Moves am Samstag in den Schatten stellte. Lange wurde berichtet, dass Jadeveon Clowney ein Trade-Kandidat sein könnte, der Defensive End hatte nie seinen Franchise Tag unterschrieben. Dann kam es Mitte der Woche zum überraschenden Treffen zwischen Clowney und den Verantwortlichen der Dolphins, deren Vorstellung von einem Trade-Preis sich aber weit entfernt von dem bewegten, was Houston im Kopf hatte.

Damit blieben die Eagles und die Seahawks, es waren die beiden einzigen Teams, denen ebenfalls ernsthaftes Interesse nachgesagt wurde. Clowneys Präferenz soll Seattle gewesen sein, und die Seahawks machten dann auch schnell ernst. Innerhalb weniger Stunden wurde der Trade schließlich finalisiert, sodass bereits einige Stunden vor der Kader-Deadline klar war: Jadeveon Clowney wird ein Seahawk.

Der eigentliche Schocker war dann aber der Preis: Ein Drittrunden-Pick sowie die Linebacker Jacob Martin und Barkevious Mingo, Letzterer galt in Seattle als Cut-Kandidat. Houston hatte keine gute Verhandlungsposition, da Clowney erst nach Saisonende einen neuen Vertrag unterschreiben kann und er offensichtlich weg wollte.

Dennoch war dieser Trade aus Seahawks-Sicht ein No-Brainer; selbst wenn Clowney nur ein Jahr in Seattle bleibt, wird er in der anschließenden Free Agency einen potenziellen Drittrunden-Compensatory-Pick einbringen. Seattle erhält einen Top-15-Defensive-End, der die Rolle in der Defense einnehmen kann, die Michael Bennett über Jahre hatte und der die Front um ein Vielfaches gefährlicher macht. Die Texans erhalten, neben dem Pick, zwei Backups - und gehen ohne neuen Offensive Lineman aus der Clowney-Saga. Nicht gerade ein gutes Zwischenzeugnis für den GM Bill O'Brien.

Der Schocker: Texans holen Laremy Tunsil und Kenny Stills

Houston musste in den folgenden Stunden jede Menge Kritik einstecken. Die Offensive Line war noch immer ein Thema, der Clowney-Trade sah wie eine dicke Minusrechnung aus und das Team schien im Nichts zu stehen.

Einige Stunden nach dem Clowney-Trade folgte allerdings der nächste Kracher: Die Texans verständigten sich mit den Miami Dolphins schließlich doch auf einen Trade von Left Tackle Laremy Tunsil, der bereits im Zuge der Clowney-Gespräche zwischen den beiden Teams im Mittelpunkt stand, und geben so der Offensive Line die dringend benötigte Unterstützung. Auch Miamis Nummer-1-Receiver Kenny Stills kommt im Paket nach Houston.

Übereinstimmenden Berichten zufolge bekommen die Dolphins im Gegenzug zwei Erstrunden- sowie einen Zweitrunden-Pick, im Gegenzug geht ein Viertrunden-Pick zurück nach Houston. Außerdem erhalten die Dolphins Special Teamer Johnson Bademosi und Offensive Lineman Julien Davenport. Ein spektakulärer Trade, der Houstons unbedingten Willen, das Titelfenster auch auf Kosten der Zukunft wieder aufzustoßen zeigt - genau wie Miamis unbedingten Willen zum kompletten Rebuild.

Chargers: Melvin Gordon darf gehen

Ein weiterer Trade, der in den nächsten Tagen erfolgen könnte, dreht sich um Chargers-Running-Back Melvin Gordon. Wie NFL-Network-Insider Ian Rapoport am späten Abend noch berichtete, hat das Team Gordons Beratern die Freigabe erteilt, um Trade-Angebote einzuholen. Gordon befindet sich seit Wochen im Holdout, während die Chargers mit Austin Ekeler und Justin Jackson gut aufgestellt sind.

Aus Gordons Sicht lautet die spannende Frage jetzt: Welches Team ist bereit, in ihn zunächst einen Draft-Pick zu investieren, mit der implizierten Absicht, ihm dann auch einen neuen Vertrag zu geben? Allzu viele Optionen dürfte es da nicht geben.

Cowboys: Einigung mit Zeke Elliott steht bevor

Der andere Star-Running-Back, der sich derzeit im Holdout befindet, darf sich dagegen wohl bald auf einen großen Zahltag freuen: Informationen von ESPN-Insider Adam Schefter zufolge haben sich die Verhandlungen zwischen den Beratern von Ezekiel Elliott und den Cowboys über die letzten Tage intensiviert, mit dem gemeinsamen Ziel, noch am Wochenende eine Vertragsverlängerung unter Dach und Fach zu bringen.

Damit wäre Elliott auf bestem Wege, in Week 1 zur Verfügung zu stehen. Glaubt man den Berichten einiger Cowboys-Insider, ist es allerdings eher nicht die Elliott-Seite, die hierbei eingeknickt ist - stattdessen erwartet den Running Back wohl ein hoch dotierter Vertrag.

Die Deutschen: Nzeocha dabei - Saisonaus für St. Brown

Gute Nachrichten gab es für alle deutschen Fans der San Francisco 49ers: Niners-Linebacker Mark Nzeocha hat es in den vorläufigen 53-Mann-Kader geschafft.

Für Packers-Receiver Equanimeous St. Brown dagegen ist die Saison beendet. Green Bay setzte den deutsch-amerikanischen Wide Receiver vor der Deadline auf die IR-Liste, womit er im Laufe der kommenden Spielzeit nicht mehr zurückkehren kann.

New York Jets: Der Jachai-Polite-Schock

Jachai Polite hatte einen sehr unschönen Pre-Draft-Prozess: Der Pass-Rusher setzte die Combine insbesondere abseits des Platzes komplett in den Sand, wirkte bei seinem Pro Day unvorbereitet und fiel deshalb trotz seiner sportlicher Qualitäten bis in die dritte Runde. Jetzt ist klar: Er hat nicht einmal seinen ersten Cut-Tag überstanden.

Die New York Jets trennten sich überraschend von ihrem diesjährigen Drittrunden-Pick, vier Monate nachdem sie ihn gedraftet haben - damals allerdings noch unter altem Regime, Geschäftsführer Mike Maccagnan wurde erst nach dem Draft entlassen.

Das dürfte eine Rolle gespielt haben. Gleichzeitig aber kursierten Berichte über, neben durchwachsenen sportlichen Leistungen in der Saisonvorbereitung, schlechten Einsatz, Arroganz, Schwierigkeiten mit Kritik und dergleichen. Dass die Jets keinen Trade-Partner gefunden haben, spricht dahingehend ebenfalls Bände. Polite ist zu talentiert, um nicht anderswo noch unter zu kommen; 2019 allerdings ist bisher für ihn mit Blick auf seine weitere sportliche Karriere ein übles Jahr.

NFL: Kader Cutdown Deadline - die größten Entscheidungen:

  • Die erste große Entlassung des Tages kam bereits am Nachmittag: Die Buffalo Bills trennten sich von LeSean McCoy. Der Running Back hatte zuletzt abgebaut und die Bills gewinnen mit der Entlassung über sechs Millionen Dollar an Cap Space. Mit Devin Singletary hatten die Bills einen ähnlichen Spielertypen im Draft gefunden, zusätzlich hatte Buffalo Frank Gore und T.J. Yeldon verpflichtet. McCoy dürfte dennoch zeitnah ein neues Team finden - womöglich die Chargers, falls Melvin Gordon tatsächlich geht.
  • Zwei Nachrichten aus New England, die zumindest zum Teil überraschten: Die Patriots entließen Wide Receiver Demaryius Thomas, der seinen Platz mit einem starken Auftritt im letzten Preseason-Spiel vermeintlich gesichert hatte. Außerdem wurde Center David Andrews noch vor der Deadline auf die IR-Liste gesetzt, womit die Saison für ihn beendet ist. Die Pats entließen auch Slot-Receiver Braxton Berrios. New England hat außerdem einen neuen Backup-Quarterback: Rookie Jarett Stidham hat den Coaches in der Preseason genug gezeigt, sodass die Patriots Routinier Brian Hoyer entließen.
  • Der Trade für Jadeveon Clowney hatte in Seattle weitere Auswirkungen als "nur" den Preis. Die Seahawks trennten sich aus Cap-Gründen von Wide Receiver Jaron Brown - der bis dahin als Week-1-Starter galt. Seattles Wide Receiver Corps wirft so noch mehr Fragen als ohnehin schon auf; hinter Tyler Lockett werden sich hier fast nur Rookies finden, mit der zusätzlichen Frage, wann D.K. Metcalf seine Verletzung vollends auskuriert hat.
  • Die Texans derweil standen nicht nur durch den Clowney-Trade und die Tunsil-Überraschung in den Schlagzeilen - Houston sicherte sich auch einen neuen Running Back: Carlos Hyde, der in Kansas City als Cut-Kandidat galt, kommt im Gegenzug für Offensive Lineman Martinas Rankin - der wiederum in Houston wohl vor dem Aus stand. Hyde bildet somit das gemeinsame Backfield mit Duke Johnson.
  • In San Francisco derweil herrscht, nachdem bereits von einem Rückschlag während der Reha berichtet wurde, Gewissheit: Jerick McKinnon wird auch die kommende Saison komplett verpassen. Die Niners setzten ihn auf die IR-Liste und nahmen ihn nicht in den ersten Kader auf. Gut vorstellbar, dass der Running Back nie einen Snap für San Francisco spielen wird.
  • Das Experiment mit Kaare Vedvik in Minnesota ist derweil abgehakt: Die Vikings entließen Vedvik, den sie als potenziellen Kicker und Punter vor drei Wochen für einen Fünftrunden-Pick aus Baltimore geholt hatten, und gehen stattdessen mit Dan Bailey (Kicker) und Matt Wile (Punter) in die Saison.

Die Kader der 32 Teams sind damit aber keinesfalls finalisiert; vielmehr ist es immer noch ein vorläufiger Kader. Teams haben bis Sonntag, 18 Uhr deutscher Zeit die Gelegenheit, Waiver Wire Claims einzureichen, um so Spieler zu verpflichten, die anderswo entlassen wurden. Erhält man einen solchen Spieler zugesprochen, muss man dafür wiederum einen anderen Spieler aus dem 53er Kader entlassen. Am Sonntag gegen 19 Uhr sollte mehr Klarheit herrschen.

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