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NBA

NBA Playoffs - Toronto Raptors nach dem Aus in Spiel 7 gegen die Boston Celtics: Stolz und Enttäuschung gehen Hand in Hand

Kyle Lowry zeigte sich nach dem Playoff-Aus gegen die Celtics auch stolz auf das Erreichte.

Der noch amtierende Champion muss die Heimreise aus der NBA-Bubble in Disney World antreten, das ist nach der 87:92-Pleite der Toronto Raptors in Spiel 7 gegen die Boston Celtics sicher (hier geht es zu den Highlights der Partie). Die Kanadier haben 2019/20 alle Erwartungen übertroffen - und doch war bei allen Beteiligten nach dem Playoff-Aus auch ein wenig Enttäuschung zu spüren.

Den ersten Schock nach diesem irren Finish, das Spiel 7 für die Raptors und Celtics bereithielt, hatte Kyle Lowry schnell verkraftet. "Das war ein unglaublicher Kampf", bewies der 34-Jährige schon wenige Minuten nach Spielende den Blick für das große Ganze. Aus seiner Stimme war sowohl Anerkennung für die Boston Celtics, die den amtierenden Champion in sieben teils spektakulären Spielen niedergerungen hatten, als auch der Stolz auf die eigene Leistung herauszuhören.

"Sie haben uns anständig und ehrlich besiegt. Sie haben extrem hart gespielt. Sie haben es uns sehr schwer gemacht und wir es ihnen", bilanzierte der Raptors-Guard, um dann doch einen kleinen Seufzer von sich zu geben und anzufügen: "Für uns ist es schade. Wir hatten noch mehr im Tank."

Auf dem Parkett zeigen dürfen sie das nicht mehr, stattdessen steht für den amtierenden Champion nun die Heimreise zurück nach Kanada auf dem Programm. Im hohen Norden ist derzeit die Gefühlslage bei den Raptors-Fans sicherlich eine ganz ähnliche wie bei der Franchise-Ikone.

Auf der einen Seite kann das Team stolz auf sich sein, nach dem Abgang seines besten Spielers in Person von Kawhi Leonard nach dem Titel nicht eingebrochen zu sein. Die Raptors sicherten sich hinter den Milwaukee Bucks überraschend die zweitbeste Bilanz im Osten, in den Playoffs wurde ihnen eine reele Chance auf eine Rückkehr in die Finals zugeschrieben.

Vor der Saison galt Toronto dagegen als potenzieller Kandidat für einen Rebuild, sollte sich Teampräsident Masai Ujiri dazu entscheiden, das Team aufzubrechen. Er tat es nicht, die Spieler dankten es ihm mit einem unglaublichen Run. Und so bleibt auf der anderen Seite nun eben doch auch ein wenig Enttäuschung, dass bereits in der zweiten Playoff-Runde Schluss ist.

Raptors vs. Celtics: Die kleinen Dinge entscheiden die Serie

Davon wollte Head Coach Nick Nurse nach der Partie aber nichts wissen. "Wir sollten alle sehr stolz sein", betonte der Coach of the Year der regulären Saison. "Wir haben die Stadt, das Land und die Organisation sehr gut repräsentiert. Wenn man dieses Team jeden Abend sieht, dann bleibt einem nichts anderes zu sagen, als dass sie alles gegeben haben - egal ob bei Sieg, Niederlage oder Unentschieden. Das ist ein ganz besonderes Team."

Ein Team mit dem viel beschworene Herz eines Champions, das stellten die Raptors in der Regular Season und in den Playoffs mehrfach unter Beweis. Auch in den Eastern Conference Semifinals, nachdem sie mit 0-2 in Rückstand gerieten und O.G. Anunoby sein Team per Buzzer-Beater in Spiel 3 rettete. Oder als Toronto nach dem Blowout in Spiel 5 eine starke Reaktion zeigte und in Spiel 6 nach zweifacher Overtime das Entscheidungsspiel erzwang.

Dort waren es laut Lowry nun "die kleinen Dinge", die den Ausschlag zugunsten der Celtics gegeben haben. Er dürfte damit unter anderem den irren Block von Marcus Smart in der Schlussminute gemeint haben (hier gibt es die Szene im Video). Der Celtics-Guard räumte Norman Powell von hinten ab, als der zum Layup zum potenziellen Ausgleich ansetzte. Oder den Offensiv-Rebound kurz darauf von Jayson Tatum nach den zwei vergebenen Freiwürfen von Grant Williams. Oder die insgesamt 18 Turnover, die sich die Raptors leisteten.

"Es ist hart, so ein Spiel zu verlieren. Da kassierst du lieber einen Blowout", sagte Lowry, der mit 16 Punkten bei 5/15 aus dem Feld und 1/6 von Downtown (dazu 6 Rebounds und 4 Assists) nicht seinen besten Tag erwischte. Kurz vor Schluss musste er auch noch mit 6 Fouls vom Parkett.

Siakam nach schwachen Leistungen: "Nehme Schuld auf mich"

Noch übler erwischte es allerdings Pascal Siakam. Der durchlebte eine Albtraum-Serie, aus der er auch in Spiel 7 nicht erwachte. 13 Punkte und 11 Rebounds standen 5 Ballverluste sowie eine Wurfquote von 5/12 aus dem Feld gegenüber. Über die komplette Serie hatte Siakam, der 2019/20 erstmals den Sprung zum All-Star schaffte, gewaltige Probleme.

"Ich war nicht in der Lage, meinen Teamkollegen zu helfen. Ich nehme einen großen Teil der Schuld auf mich", zeigte sich der Big Man nach Spiel 7 selbstkritisch. Wichtig sei nun, wie er auf den Rückschlag reagiere. "Ich habe immer hart gearbeitet und mich durchgeschlagen, was auch immer mir im Weg lag", so der Kameruner. "Ich sollte gar nicht in dieser Liga sein, aber ich habe mich hierher gekämpft und bewiesen, dass ich hierher gehöre. Das wird der nächste Schritt für mich sein."

Lowry hatte kurz nach Spielende bereits den ersten Rat für seinen Teamkollegen parat, wie er mit der Kritik, die sicherlich schon bald auf ihn einprasseln wird, umgehen sollte: "Als wir von den Wizards gesweept wurden (2015, Anm. d. Red.), habe ich jeden einzelnen Artikel gelesen. Ich habe alles gelesen, was über mich geschrieben wurde, das Gute, das Schlechte, das Bösartige und das Tolle. Ich habe es als Motivation genutzt. Und das wird er auch so machen."

Schlechte Playofff-Serien wie die von Siakam seien "Teil des Lernprozesses", so Lowry, der in der kommenden Saison die entsprechende Reaktion erwartet: "Ich denke, das wird ihn als Basketball-Spieler und als Mensch nur noch besser machen. Und ich wäre nicht überrascht, wenn er noch hungriger zurückkommt und seine Gegner zerstört."

Zukunft der Toronto Rapots steht in den Sternen

Mit dieser Einstellung wird wohl nicht nur Siakam sondern das komplette Raptors-Team in die kommende Spielzeit gehen, wobei einige Fragen beispielsweise zur Zukunft der Free Agents Fred VanVleet (26 Jahre alt) Marc Gasol (35) oder Serge Ibaka (31) aktuell offen sind.

Beide Veteranen wollten direkt nach Spiel 7 noch keine Prognosen treffen, wie es weitergehen könnte. VanVleet wird nach einer starken Saison wohl einiges an Interesse auf dem freien Markt auf sich ziehen und teuer werden.

Vielleicht auch deshalb war bei Coach Nurse ein wenig Wehmut zu spüren, als er sich den Journalisten stellte. "Ich vermisse dieses Team jetzt schon. Das war ein verdammt guter Lauf über die vergangenen zwei Jahre mit dieser Truppe", erklärte Nurse.

"Wir hatten keinen Kater nach dem Titel und haben versucht, das Maximum zu geben. Und das haben wir meistens auch geschafft", blickte der 53-Jährige auf die vergangene Saison zurück. "Wir haben in dieser Serie nicht großartig gespielt, das kann man nicht leugnen, aber fast alles andere war großartig."

Toronto Raptors vs. Boston Celtics: Die Serie im Überblick

SpielDatumUhrzeitTeam 1Team 2Ergebnis
130. August19 UhrToronto RaptorsBoston Celtics94:112
21. September23.30 UhrToronto RaptorsBoston Celtics99:102
34. September0.30 UhrBoston CelticsToronto Raptors103:104
46. September0.30 UhrBoston CelticsToronto Raptors93:100
58. September0.30 UhrToronto RaptorsBoston Celtics89:111
610. September0.30 UhrBoston CelticsToronto Raptors122:125 2OT
712. September3 UhrToronto RaptorsBoston Celtics87:92
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