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NBA

NBA Playoffs: Beeindruckende Defense! Boston Celtics nehmen Toronto Raptors auseinander

Von Marc-Oliver Robbers
Daniel Theis zeigte gegen die Toronto Raptors in Spiel 5 eine starke Leistung.

Die Boston Celtics haben sich dank einer überragenden Defensivleistung Spiel 5 geschnappt und führen nun mit 3-2 in der Best-of-Seven-Serie. Beim 111:89 (BOXSCORE) dominierten sie die Toronto Raptors vor allem defensiv und zeigten eine geschlossene Teamleistung (Highlights von Spiel 5 im Video).

Es war einfach eine beeindruckende Vorstellung, die die Celtics da aufs Parkett legten. Mit einer herausragenden Defense legten sie den Grundstein für den Sieg. Jaylen Brown war mit 27 Punkten Topscorer der Partie (Highlights im Video), Jayson Tatum kam auf 18 Punkte, 10 Rebounds und 4 Assists.

Kemba Walker erzielte 21 Punkte und 7 Assists. Der deutsche Center Daniel Theis war der defensive Anker (8 Rebounds, 2 Blocks) im Spiel, lieferte aber auch 15 Punkte ab (seine besten Szenen gibt es hier im Video). Marcus Smart (12 Punkte, 7 Rebounds, 6 Assists) hatte das beste Plus/Minus-Rating (+25) aller Spieler.

Toronto enttäuschte vor allem in der ersten Halbzeit auf ganzer Linie. Im zweiten Durchgang wurde es besser, aber ohne dabei den Celtics noch mal gefährlich zu werden. Fred VanVleet war mit 18 Punkten bester Werfer.

Toronto findet überhaupt nicht ins Spiel

Das Spiel begann zerfahren und wild. Beide Teams ballerten ausschließlich vom Perimeter drauf, ohne zu treffen. Sieben der ersten acht Würfe waren Dreier, nur einer fand sein Ziel. Boston kam dann besser in die Partie und hielt die Raptors dank starker Defense über vier Minuten ohne Korberfolg. Peu a peu bauten sie so die Führung weiter aus und holten sich das erste Viertel mit 25:11.

Es war punktemäßig das schwächste Raptors-Viertel in der Playoff-Geschichte Torontos. Der Meister traf nur 20 Prozent aus dem Feld. Der Backcourt aus Kyle Lowry (insgesamt 10, 3/8 FG) und VanVleet blieb gänzlich ohne Punkt. Das änderte sich erst als Theis eine Verschnaufpause bekam. Nun kamen die Raptors auch mal in der Zone zum Abschluss.

Doch Toronto musste sich jeden einzelnen Wurf hart erkämpfen. Die Raptors fanden kein Mittel, die bärenstarke Defense der Celtics zu durchbrechen, auch ihr sonst so gefährliches Transition Game fand überhaupt nicht statt, weil Boston immer rechtzeitig 2 bis 3 Spieler hinter dem Ball hatte. Die Celtics-Führung wuchs beständig und betrug zur Pause satte 27 Punkte (62:35).

Zweithöchste Halbzeit-Führung in Bostons Playoff-Geschichte

Das war die zweithöchste Halbzeit-Führung der Celtics in den Playoffs seit Einführung der Shot Clock. In den Finals 1985 führten sie in Spiel 1 nach 24 Minuten gegen die Los Angeles Lakers mit 30 Punkten. Für Toronto war es gleichzeitig der zweithöchste Halbzeit-Rückstand in den Playoffs in der Franchise-Geschichte.

Die Raptors zeigten eine Reaktion nach der Pause und waren nun aggressiver, aber nach einer Auszeit von Celtics-Coach Brad Stevens war auch bei Boston die Intensität wieder da. Zu allem Überfluss kassierte Raptors-Star Pascal Siakam (10, 5/9 FG) früh im dritten Viertel sein fünftes Foul und musste erst einmal auf der Bank Platz nehmen.

Toronto konnte im dritten Viertel nicht mehr entscheidend verkürzen, Boston ging mit einer 24-Punkte-Führung in den Schlussabschnitt, der schnell zur Garbage Time wurde. Boston führt nun mit 3-2 in der Serie und kann in Spiel 6 in der Nacht zum Donnerstag (ab 0.30 Uhr live auf DAZN) den Einzug in die Eastern Conference Finals perfekt machen.

Die wichtigsten Statistiken

Toronto Raptors (2) vs. Boston Celtics (3) 89:111 (BOXSCORE), Serie: 2-3

  • Eigentlich sind die Raptors eines der besten Transition-Teams, aber Boston unterband in Spiel 5 so gut wie jeden Fastbreak der Kanadier. In der gesamten ersten Halbzeit kamen sie auf drei Fastbreak-Punkte. Boston hatte immer rechtzeitig Spieler hinten, um schnelle Körbe zu unterbinden. Als das Spiel früh entschieden war, ließ die Intensität ein wenig nach.
  • Für die Raptors war es ein Abend zum Vergessen. Die elf Punkte im ersten Viertel waren die schlechteste Ausbeute in der Playoff-Geschichte der Franchise. Die 35 Punkte zur Pause der zweithöchste in der Playoff-Geschichte der Raptors. Nur 2016 war es gegen die Cleveland Cavaliers noch schlechter. Die Cavs hielten Toronto bei 31 Punkten. Zudem war es die schlechteste Ausbeute aller Teams in den diesjährigen Playoffs.
  • Ein weiterer Punkt für die dominante Vorstellung der Celtics war die herausragende Verteidigung in der Zone. Toronto kam lange kaum zu Abschlüssen direkt unter dem Korb und wenn, dann waren sie unter Bedrängnis. Gerade Theis machte hier einen herausragenden Job. Toronto machte im ersten Durchgang nur 14 Punkte in der Zone. Auch hier sorgte die frühe Entscheidung im Spiel dafür, dass die Statistik im Laufe des Spiels verwässert wurde.

Toronto Raptors vs. Boston Celtics: Die Stimmen zum Spiel

Brad Stevens (Head Coach Boston Celtics): "Wir waren sehr aktiv. Wir haben versucht, hart zu spielen, so hart wir konnten. Wir hatten ein großes Ziel vor Augen. Das konnte man von Anfang an spüren."

Der Star des Spiels

Bostons Starting Five. Es wäre nicht fair hier irgendjemanden herauszupicken. Alle Starter lieferten defensiv wie offensiv ab. Jaylen Brown war mit 27 Punkten Topscorer, Jayson Tatum kam auf ein Double-Double (18 Punkte, 10 Rebounds), Smart und Theis stachen vor allem defensiv heraus. Stevens ließ alle fünf auch bis weit ins vierte Viertel im Spiel, obwohl die Partie längst entschieden war.

Der Flop des Spiels

Pascal Siakam. In der ersten Halbzeit hätte man sich zwar so jeden Raptors-Spieler herauspicken können, aber zu seiner schwachen Leistung handelte er sich auch noch Foulprobleme ein, sodass er auch in der besseren zweiten Halbzeit der Raptors kein Faktor war. In 29 Minuten kam Siakam auf 10 Punkte (5/9 FG), 4 Rebounds, 2 Assists. Das sind nicht die Zahlen, die der Kameruner gewöhnlich abliefert. Aber er war - wie gesagt - nicht der Einzige, der hier genannt werden könnte.

Die Szene des Spiels

Es passierte bereits im ersten Viertel. Brown zog von halbrechts in die Zone und schloss mit einem krachenden One-Handed-Dunk über Anunoby ab. Die Szene kann symbolisch für das ganze Spiel gesehen werden, spiegelt es doch die erschütternde Dominanz der Celtics wider.

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