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NBA

Houston, wir haben ein Problem

Von SPOX
James Harden (r.) und die Rockets haben keinen guten Saisonstart hinter sich
© getty

Trotz eines zwischenzeitlichen 21-Punkte-Vorsprungs müssen die Houston Rockets gegen Miami die nächste Niederlage einstecken. Eine Halbzeitansprache macht dabei den Unterschied. Die Oklahoma City Thunder beweisen ihre exzellente Form und auch die Raptors und Bulls siegen weiter. Außerdem: Backstein-Festival in Boston.

Boston Celtics (1-2) - San Antonio Spurs (2-1) 87:95 (BOXSCORE)

Es war eine ziemlich zähe Partie, die sich die Celtics und Spurs da lieferten: Auf beiden Seiten fielen lange kaum Würfe, die Quoten waren mit 35,7 Prozent aus dem Feld (Boston) beziehungsweise 26,3 Prozent von der Dreierlinie (San Antonio) ziemlich verheerend. Das traf auf viele Spieler zu, aber ganz besonders auf Isaiah Thomas: Bostons normalerweise bester Scorer sah lange überhaupt kein Land und traf nur einen seiner ersten zehn Würfe. Am Ende stand er bei 15 Punkten (4/18 FG), da er in der zweiten Hälfte zumindest noch etwas auftaute.

Ohne den gewohnten Output von IT4 tat sich Boston dennoch schwer damit, genug Offense zu generieren. Marcus Smart (17 Punkte, 4 Steals), Amir Johnson (10 Punkte) und Avery Bradley (18) zeigten zwar jeweils ansprechende Vorstellungen, es reichte aber nicht, um mit der Tiefe der Spurs mithalten zu können, auch wenn ein 11:2-Run im Schlussviertel die Angelegenheit noch einmal deutlich enger machte, als es aus Spurs-Sicht nötig war.

Die zeigten sich zwar selbst alles andere als treffsicher, konnten aber zumindest genug Punkte erzwingen. LaMarcus Aldridge etwa traf nicht überragend aus dem Feld (8/18 FG), erarbeitete sich dafür aber 10 Freiwürfe und stand am Ende trotzdem bei starken 24 Punkten, 14 Rebounds und 5 Assists. Für den Neuzugang war es das zweite Double Double in Folge, in der Schlussphase sah man zudem, dass die Spurs ihn in wichtigen Situationen das Vertrauen schenkten.

Unterstützung bekam er in dieser Partie nicht etwa von der Starting Five, von Kawhi Leonard (17 Punkte) mal abgesehen. Danny Green, Tony Parker und Tim Duncan kamen zusammen auf gerade mal 17 Punkte. Dafür gab es ja noch das Bank-Trio aus Patty Mills, Boris Diaw und Manu Ginobili (zusammen 31 Zähler).

Miami Heat (2-1) - Houston Rockets (0-3) 109:89 (BOXSCORE)

Den Saisonstart hat man sich in Houston aber mit Sicherheit ganz anders vorgestellt. Nach den beiden Niederlagen gegen die Nuggets und die Warriors zum Auftakt, sollte es wenigstens gegen Miami zum so ersehnten, ersten Sieg reichen - und die Rockets legten los wie die Feuerwehr!

Den 35 Punkten im ersten Viertel folgte ein weiterer, sehr starker zweiter Abschnitt, den James Harden und Co mit 28:14 für sich entschieden. Eine sichere Führung zur Pause - was will man mehr! Die Heat waren mit der ganzen Situation allerdings nicht so glücklich, vor allem Udonis Haslem nicht. Obwohl er keine Sekunde auf dem Parkett stand, sollte er das Spiel entscheiden.

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Der Co-Kapitän des Teams ließ in der Halbzeitpause mit einer deftigen Ansage an das Team seiner Frustration freien Lauf und rüttelte damit ganz offensichtlich seine Mitspieler wach. "Das war großartig!", meinte Heat-Coach Erik Spoelstra. "Sowas machen richtige Leader. Als ich in die Kabine kam, war er schon zur Hälfte fertig und ich musste danach nicht mehr viel sagen."

Dass Haslems Worte Gehör fanden, wurde dann im weiteren Spielverlauf deutlich. Trotz eines 21-Punkte-Rückstands im dritten Viertel drehte Miami die Partie und holte sich den zweiten Saisonsieg. Angeführt Hassan Whiteside (25 Punkte, 15 Rebounds) und Dwyane Wade (20 Punkte, 8 Assists) überrannte Miami die Gäste mit 65:26 in der zweiten Halbzeit. Bei denen hatte vor allem James Harden Probleme (16 Punkte, 7 Assists, 6 Rebounds, aber nur 2/15 FG), während Marcus Thornton auf 20 Zähler kam.

Toronto Raptors (3-0) - Milwaukee Bucks (0-3) 106:87 (BOXSCORE)

Das war ein ganz besonderer Sieg für Dwane Casey, den Head Coach der Toronto Raptors. Gegen die Bucks durfte der 58-Jährige seinen 157. Sieg nach 4 Jahren als Verantwortlicher bei den Raptors feiern - das ist ein Franchise-Rekord! Sein Dank ging raus an einen ganz speziellen Spieler.

"DeMar DeRozan war bei all diesen Siegen ebenfalls hier. Wie Drake sagte, wir haben am Boden angefangen, doch noch sind wir nicht da, wo wir sein wollen", so Casey. "Wir haben bereits eine Menge aufgebaut, aber wir machen noch weiter." Dass der Trend für die Raptors weiter nach oben geht, deutete auch diese Partie wieder an.

Gleich 6 Spieler kamen auf eine zweistellige Punkteausbeute, bester Werfer war Jonas Valanciunas mit 19 Punkten (7/12 FG) sowie 8 Rebounds. Patrick Patterson steuerte 16 Zähler bei und Kyle Lowry und DeRozan jeweils 15. Lowry verteilte zudem 7 Assists, sammelte 5 Rebounds und sicherte sich 4 Steals.

Auf Seiten der Bucks läuft es dagegen aktuell nicht so rosig. Zwar war Giannis Antetokounmpo mit 20 Punkte Topscorer der Partie (dazu noch 9 Rebounds bei 8 von 12 aus dem Feld), doch ansonsten blieben die Spieler von Head Coach Jason Kidd eher blass. So muss auch Milwaukee weiter auf den ersten Saisonsieg 2015/16 warten.

Chicago Bulls (3-1) - Orlando Magic (0-3) 92:87 (BOXSCORE)

"Es bringt nichts zu werfen, wenn ich nichts sehen kann!" Diese durchaus treffende Aussage stammt von Derrick Rose, der nach der Partie gegen die Magic seine magere Punkteausbeute von 8 Zählern (2/8 FG) erklären wollte. Nach seiner Gesichtsverletzung trägt der 27-Jährige eine Maske, die die Sicht zumindest einschränkt. Aber es gibt ja noch andere Wege, seinem Team zum Sieg zu helfen.

So schnappte sich der Point Guard 7 Rebounds und verteilte 8 Assists, von denen unter anderem Nikola Mirotic und Pau Gasol profitieren durften. Beide erzielten jeweils 16 Punkte, Doug McDermott kam auf 12 und Jimmy Butler steuerte 14 Zähler, 5 Assists, 4 Steals sowie 2 Blocks zum Sieg bei.

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Der war nach einem späten 14:0-Lauf der Magic aber gewaltig in Gefahr, obwohl Chicago Mitte des vierten Viertels eine sicher geglaubte Führung in der Hand hielt. Dank einiger starker Defensiv-Aktionen von Butler gelang aber dennoch der dritte Erfolg im vierten Spiel. Zwei Steals kurz vor Ende der Partie sicherten letztendlich den Erfolg.

Die Magic konnten sich also nicht für die gute Aufholjagd belohnen, laut ihrem Coach Scott Skiles wäre ein Sieg eh nicht verdient gewesen. "Wir waren an beiden Enden des Courts zu lethargisch. Wir hatten einen guten Lauf im vierten Viertel, aber die meiste Zeit waren wir einfach nicht da", so der 51-Jährige. Dementsprechend konnte sich Nikola Vucevic auch nicht wirklich über sein Double-Double (15 Punkte, 11 Rebounds) freuen. Topscorer bei Orlando war Evan Fournier mit 19 Zählern.

Oklahoma City Thunder (3-0) - Denver Nuggets (1-2) 117:93 (BOXSCORE)

Sowohl gegen San Antonio als auch gegen Orlando ging es extrem knapp zu bei den bisherigen Spielen der Thunder - aber OKC kann auch anders. Das musste Denver an diesem Abend schmerzlich feststellen. Die Gäste aus den Rocky Mountains konnten zwar in der ersten Halbzeit noch relativ gut mithalten, spätestens nach dem dritten Viertel (37:20 für die Thunder) war die Messe aber gelesen.

Dabei überzeugte Oklahoma City dieses Mal mit seiner Ausgeglichenheit. Neben Topscorer Kevin Durant mit seinen 25 Zählern kamen noch 6 weitere Spieler im Dress der Thunder auf eine zweistellige Punkteausbeute. Russell Westbrook kratzte mit 15 Punkten, 9 Rebounds und 8 Assists mal wieder an einem Triple-Double. Serge Ibaka legte mit 18 Punkten, 7 Rebounds, 4 Assists sowie 5 Blocks ebenfalls eine beeindruckende Statline auf.

"Das zeigt, wie tief wir sind", meinte ein zufriedener Durant. "Wir haben es für jeden leicht gemacht, indem wir den Extra-Pass gespielt, Steals geholt und den Ball schnell nach vorne getragen haben. Wenn wir so zusammen spielen, dann wird es leicht." Oder eben extrem schwer für den Gegner.

Die Nuggets fanden kein probates Mittel, um die Thunder zu stoppen. So traf OKC 52,3 Prozent aus dem Feld, 52 Prozent von der Dreierlinie und hatte 23 Fastbreak-Punkte sowie 52 Punkte in der Zone auf dem Konto. Dem hatte auf Seiten der Nuggets niemand etwas entgegenzusetzen. Will Barton und Danilo Gallinari waren mit je 15 Punkten noch beste Werfer des Teams, wobei letzterer arge Probleme mit dem Wurf hatte (3/13 FG).

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