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Sport-Jahresrückblick

Vier Schlachten und eine Demütigung

Floyd Mayweather blieb auch im Jahr 2014 ohne Niederlage
© getty

Miguel Cotto (39-4-0) vs. Sergio Martinez (51-3-2)

Mit einer solchen Spannung kann das folgende Duell im altehrwürdigen Madison Square Garden zwar nicht dienen, dafür allerdings mit der Leistung eines Mannes aufwarten: Miguel Cotto. Vor 21.090 Zuschauern im Herzen New Yorks zeigte der Puerto Ricaner bei seinem Triumph über Sergio Martinez nicht nur eine überragende boxerische Darbietung, sondern schrieb zudem Geschichte.

"Das ist der glücklichste Tag in meinem Leben", strahlte Cotto, nachdem er seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst zerlegt und sich dessen WBC-Gürtel im Mittelgewicht gesichert hatte. Da er zuvor bereits im Junior-Weltergewicht, Weltergewicht und Junior-Mittelgewicht jeweils einen Titel erringen konnte, war es bereits die vierte Gewichtsklasse, in der er sich zum Weltmeister krönte.

Durch die Tatsache, dass dieses Kunststück Legenden wie Wilfred Benitez, Wilfredo Gomez und Felix Trinidad zuvor "nur" in drei Klassen gelungen war, ist der 34-Jährige der erste und einzige Puerto Ricaner, der dies in vieren geschafft hat. "Es ist der größte Erfolg meiner gesamten Karriere", fügte der 34-Jährige an. Und das, obwohl er gerade erst ins Mittelgewicht aufgestiegen war.

Zeit ist kostbar

Aufbaukämpfe wären eigentlich die Regel - allerdings nicht für Cotto, bei dem die Umgewöhnung lediglich Sekunden zu dauern schien und der seinen Gegner bereits in der ersten Runde dreimal zu Boden schickte. Letztlich war es wohl nur der Erfahrung und dem Willen Martinez' zuzuschreiben, dass der Kampf überhaupt über die ersten drei Minuten hinausging.

Die Tatsache, dass sich der Weltmeister nach einem linken Haken, einer Rechten sowie einem Körpertreffer jeweils auf dem Ringboden wiederfand, unterstrich dabei den Facettenreichtum und die Vorbereitung Cottos. Ob die Chancenlosigkeit allein an den schweren Treffern oder auch an vermeintlichen Knieproblemen seines Gegenübers lag, wird jedoch ungeklärt bleiben.

"Ich wurde früh hart getroffen, ich war noch nicht warm. Davon konnte ich mich nie wirklich erholen", sagte Martinez, dessen Trainer Pablo Sarmiento in der zehnten Runde den Kampf beendete: "Ich kann Miguel nur gratulieren". Unabhängig von der Frage, ob der Titelverteidiger nun bei hundert Prozent war oder nicht, die Anerkennung für seinen Kontrahenten ehrt ihn nicht nur als fairen Sportsmann, sondern ist auch gerechtfertigt.

Keine Gnade

Denn an der Leistung des neuen Champions gab es an diesem Abend rein gar nichts auszusetzen. Nach Niederlagen gegen Mayweather und Austin Trout sowie einem Sieg über Delvin Rodriguez präsentierte sich der 34-Jährige in glänzender Verfassung. Er wirkte agil, voller Power und sowohl seine Schläge als auch seine Bewegungen waren schnell, präzise und effektiv.

So paradox es klingen mag, war es exakt diese starke Leistung, die ihm etwas die Anerkennung für den Sieg verwehrte. Während sich alles auf Martinez Knie fokussierte, gerieten seine großartigen Schlagvorbereitungen gegen den Rechtsausleger zu Unrecht aus dem Blickfeld. Sowohl Strategie als auch Ausführung waren schlichtweg beeindruckend. Vor allem die Beinarbeit, die ihm die Demontage überhaupt erst ermöglichte, war grandios.

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