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Sport-Jahresrückblick

Vier Schlachten und eine Demütigung

Floyd Mayweather blieb auch im Jahr 2014 ohne Niederlage
© getty

Terence Crawford (25-0-0) vs. Yuriorkis Gamboa (24-1-0)

Von solchen Dimensionen ist Terence Crawford zwar noch weit entfernt, allerdings könnte sein Sieg über Yuriorkis Gamboa im CenturyLink Center die Krönung eines neuen Superstars gewesen sein. Einen Kampf zuvor hatte Crawford Ricky Burns dessen WBO-Titel im Leichtgewicht abgenommen, vier Monate später lieferte er dann das bisherige Meisterstück seiner Karriere ab. "Ich habe Gamboa gesagt, dass er sich den falschen Boxer in der falschen Stadt ausgesucht hat", so der US-Amerikaner: "Und ich hatte Recht."

Ganz so einfach war es allerdings nicht. Der Abend in Omaha war an Dramatik und Intensität schwer zu überbieten und überzeugte unter anderem "ESPN"-Experte Dan Rafael dermaßen, dass dieser den Kampf im Anschluss zu einem der besten des Jahres ernannte - auch dank Gamboa.

Der Herausforderer, der gerade zu Beginn mit seiner Geschwindigkeit punktete, glänzte vor allem mit seiner starken rechten Führhand. Aufbauend auf seiner überzeugenden Beinarbeit dominierte Gamboa in den ersten beiden Runden nahezu nach Belieben und setzte Crawford ein ums andere Mal ordentlich zu. Kurzum: Alles schien für den 32-jährigen Kubaner zu laufen, der nach dem Fight von "zwei großen Kriegern im Kampf um den Sieg" sprach.

Bäumchen wechsel dich

Da besondere Situationen schon immer besondere Maßnahmen erfordern, griff Crawford angesichts der relativ ausweglos erscheinenden Lage zu einer solchen. Er wechselte kurzerhand von der Links- in die Rechtsauslage - ein Mittel, welches er nach eigener Aussage häufig trainiert. Es sollte ein Schritt sein, dessen Wirkung zwar einen Moment benötigte, ehe er seine volle Wirkung entfaltete, dessen Genialität jedoch gar nicht oft genug betont werden kann.

Nachdem sich Crawford eine Runde lang an die neue Situation gewöhnt hatte, begann er im vierten Abschnitt die richtige Distanz zu finden. Es wurde auch Zeit, sollte seine Titelregentschaft doch nicht bereits nach wenigen Monaten ihr Ende finden. Hinzu kam ein weiteres Ass im Ärmel: seine Rechte.

Gamboa rannte in seinem Offensivdrang in einen Konter und fand sich Bruchteile von Sekunden später auf dem Ringboden wieder. Zwar stand er schnell wieder, musste jedoch die restliche Runde ordentlich einstecken und war von diesem Zeitpunkt an ein anderer Boxer. "Ich habe mich nur ein wenig aufgewärmt", gab sich Crawford selbstbewusst: "Ich wollte ihn testen, habe zunächst nicht so gekämpft, wie ich es normalerweise tun würde."

Eine Antwort?

Das Pendel schlug nun klar zu seinen Gunsten aus. Zwar kämpfte Gamboa nach Kräften, allerdings landeten viele seiner Schläge im Nichts. Sein sorgfältig ausgearbeiteter Plan war zerstört, ein mentaler Schlag, von dem er sich nicht mehr erholen konnte - zumal es offensichtlich keinen Plan B gab.

Es kam, wie es kommen musste: In Runde acht musste der Herausforderer nach einer sensationellen Kombination erneut zu Boden. In einem letzten Aufbäumen verpasste Gamboa Crawford zwar nochmals einen schweren Treffer, doch der Champion war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu stoppen. Mit zwei weiteren Niederschlägen, der letzte nach einem vernichtenden rechten Aufwärtshaken, war das Duell endgültig vorbei. Ringrichter Genaro Rodriguez hatte genug gesehen.

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Die Weltmeister der vier großen Verbände im Überblick

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