Basketball

Basketball-WM - Deutschland vor dem "Endspiel" gegen Kanada: Rechenschieber unerwünscht

Das DBB-Team angeführt von Dennis Schröder will eine enttäuschende WM mit einem Sieg gegen Kanada beenden.

Die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikations-Turnier hat das DBB-Team fast sicher in der Tasche, im letzten WM-Spiel fordert Bundestrainer Henrik Rödl dennoch einen Sieg. Gegner Kanada ist bestens bekannt, einige Akteure spielten in der BBL. Star der Mannschaft ist aber Point Guard Cory Joseph. Der Spielmacher der Sacramento Kings zeigte vor dem Spiel großen Respekt vor den Deutschen, vor allem aber für Dennis Schröder.

"Es wird ein echtes Endspiel", betonte Rödl noch einmal die Wichtigkeit des Spiels gegen Kanada nach dem 89:78-Sieg gegen den Senegal. "Unsere Partie war sehr anstrengend, die Kanadier hatten mehr oder weniger einen Tag frei mit dem Spiel gegen Jordanien. Ihre besten Spieler haben gerade einmal 15 Minuten gespielt."

Nun, mittlerweile hat sich die Ausgangslage etwas verändert. Die Teilnahme an einem olympischen Qualifikationsturnier ist durch die Ergebnisse der Konkurrenz am Sonntag fast sicher, für Deutschland sowie auch für Kanada.

Nur der schlechteste Gruppenzweite aller Platzierungsrunden wird sich nicht für das angesprochene Turnier qualifizieren. Dabei kommt es nach der Bilanz auf das Korbverhältnis an, da alle Zweiten am Ende bei 2-3 herauskommen werden. Der schlechteste Gruppenzweite ist im Moment China mit einem Korbverhältnis von -10.

Der DBB steht dagegen bei +39, Kanada bei +38. Deutschland müsste also mit mindestens 49 Punkten verlieren, um noch der schlechteste Zweite zu werden. Das sollte machbar sein. Doch kein richtiges Endspiel also.

DBB-Team: Vorsicht vor Kanadas Schützen

An Rechnereien ist man im deutschen Lager aber ohnehin nicht interessiert. "Wir brauchen keinen Rechenschieber, wir wollen das Spiel einfach nur gewinnen", sagte Maxi Kleber zu SPOX. "Mit dieser Einstellung sind wir bislang in jedes Spiel gegangen."

Die Vorbereitung auf Kanada begann für die DBB-Jungs direkt nach dem Spiel gegen den Senegal. Die Scouting-Berichte wurden wie immer bereits beim Abendessen ausgehändigt, ansonsten verfolgten die Deutschen ohnehin, was Kanada bisher in diesem Turnier geleistet hat.

"Wir haben die Spiele von den anderen auf unserem Zimmer geschaut, also wirklich von jedem Gegner", verriet Kleber weiter. "Schon bei der Vorbereitung auf den Senegal haben wir so ein bisschen was von den Kanadiern mitbekommen. Wir haben auch ihr Spiel gegen Jordanien geschaut, wir wissen also, was auf uns zukommt."

Rödl wurde etwas genauer, als es um die Analyse des kommenden Gegners ging: "Die Kanadier fackeln nicht lange. Gegen Jordanien haben sie 44 Dreier genommen. Die können alle werfen und viele Spieler kennen wir auch", erklärte der Bundestrainer. Für Rödl sind die Kanadier ein richtig gutes Team, welches nur Pech gehabt habe, in einer Gruppe mit Australien und Litauen gelandet zu sein.

Olympia-Qualifikation: Die Platzierungsspiele

DatumUhrzeitTeam 1Team 2ErgebnisÜbertragung
07. September 201914 UhrDeutschlandSenegal89:78Magenta Sport
09. September 201914 UhrDeutschlandKanada-Magenta Sport

Cory Joseph mit großen Respekt vor Dennis Schröder

Jordanien war für die Kanadier überhaupt kein Problem, die Truppe von Head Coach Nick Nurse, der auch für die Toronto Raptors an der Seitenlinie steht, überrollte seinen Gegner und gewann mit 126:71. "Wir haben gut getroffen, den Ball laufen lassen und unsere Systeme durchgespielt", sagte Kanadas Spielmacher Cory Joseph zu SPOX.

Der Guard der Sacramento Kings ist neben Khem Birch (Orlando Magic) der einzige NBA-Spieler im Aufgebot, andere Stars wie Andrew Wiggins, Jamal Murray oder der Nr.3-Pick R.J. Barrett sagten alle ab. Der Respekt im deutschen Lager vor Kanada ist auf jeden Fall da, das beruht aber auf Gegenseitigkeit.

"Das ist ein sehr talentiertes Team, wir müssen unseren besten Basketball spielen, um sie zu schlagen", erklärte Joseph, der wohl einige Male im Spiel auf Dennis Schröder treffen könnte. "Er hat sich in den vergangenen Jahren echt weiterentwickelt", lobte Joseph den deutschen Spielmacher.

"Er ist verdammt schnell, kreiert für das Team. Er ist der Kopf der Schlange. Ihn zu verteidigen, ist nicht leicht, weil er bei der FIBA die Dreier versenken kann. In der NBA kann er das auch, aber hier kommt ihm die kürzere Linie entgegen", analysierte Joseph weiter.

Mit Rückenwind in die Olympia-Qualifikation?

Der Senegal hatte keine Antwort auf Schröder, der mit 24 Punkten, davon 18 im dritten Viertel, und 12 Assists die Afrikaner fast im Alleingang besiegte. "Dennis war überragend in der zweiten Halbzeit", befand auch Rödl nach dem Spiel. "Er hat die Verantwortung übernommen, viel Spielfreude gehabt. Wenn er so spielt, sind wir schwer zu stoppen."

Es ist nicht nur Schröders Scoring, er öffnet auch Räume für andere, gerade die freien Schützen. In Halbzeit zwei war gegen den Senegal mehr Zug drin, Schröder wurde erst um ein paar Blöcke gejagt, bevor er anfing zu kreieren. Aus der Bewegung hatte es der Point Guard der Oklahoma City Thunder leichter, entsprechend effizient trat er auch auf (8/14 FG).

Sollte Schröder auch gegen Kanada so zum Zug kommen, ist das ein gutes Zeichen für die deutsche Mannschaft. Es ist die Chance, sich seriös und mit ein bisschen Rückenwind aus dem Turnier zu verabschieden. Im kommenden Sommer könnte es dann in den olympischen Quali-Turnieren weitere Chancen geben.

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